Ui, nun ist schon fast Ende Januar und hier steht noch was von Knecht Ruprecht. Welch Lücke in der Berichterstattung, nun mal die Feder gespitzt und aufgemerkt, es geht wieder auf Reisen.
Es begab sich aber zu der Zeit, als Torsten wieder nach Melbourne reiste. Kaum aus dem asiatischen Vorweihnachtsgetummel am Flughafen befreit, wartete auch schon eine hungrige Meute im Amici auf den besonderen Gast. Es war zum Weihnachtsfrühstück geladen. Was für ein Geschnattere und welch Wiedersehensfreude. Und welch herrliches Wetter! Pünktlich wie immer schien die Sonne, der Himmel war blau und wir hatten viel Hitze. So beschlossen wir, eine so genannte Sunday Session in St. Kilda am Strand einzulegen. Dazu setzt man sich an die Strandbar in den Schatten, kühlt sich mit lokalem Bier ab, schaut die Leute und das Meer an und lässt den lieben Gott einen guten Mann sein. Leider hielt diese Entspannung nicht lange, denn ich musste noch mal schaffen gehen – die Bücher für das Jahr 2008 bei Siemens Australien wurden nämlich erst am 23.12. abends geschlossen. Dann aber auch richtig und ab 15:00 wurde der Grill geheizt und man verabschiedete sich in gemütlicher Runde vom alten Jahr. Torsten überstand eine Vorstellrunde bei meinen Kollegen und überlegt nun, wie man das Grillen in den Betriebsablauf bei Audi integrieren könnte.
Dann schnell den Rucksack geschnappt und auf gings: nach Cairns, Queensland, von wo wir am nächsten Tag in Richtung Norden aufbrachen. Es herrschten tropische Temperaturen: 35 Grad und 90% Luftfeuchte. Gelobt sei ein Auto mit Klimaanlage. Entlang der herrlichen Küste Queenslands genossen wir unseren ersten gemeinsamen Urlaubstag und bezogen unser Weihnachtsquartier am Newell Beach, bei Werner & Caroline, im Seachange B&B. Eine wunderschöne Bleibe, mit viel Liebe und Aufwand gepflegt und mit oberleckere
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m französischem Frühstück verfeinert. Und schon war Weihnachten! Bescherung! Dingdingding! Untermalt mit ein wenig Musik machten wir unsere Bescherung in Bikini und Badehose auf dem Balkon mit Blick auf das glitzernde Meer. Komisch aber schön! So kam es, dass ich keine Pasteten mit Zungenragout essen musste, sondern frischen Fisch am Hafen von Port Douglas speiste und meine liebe Familie hatte einen meckerfreien Heiligabend. Vielen Dank für all die lieben Weihnachtsgrüße und Geschenke, die über wundersame Weise alle den langen Weg auf unseren Gabentisch fanden – Danke!
Den ersten Weihnachtsfeiertag verbrachten wir in aller Ruhe am Pool, wahlweise lesend oder schwimmend und ich vorzugsweise schlafend. Wir waren so faul, dass wir uns abends mit Schnittchen zufrieden gaben. Am nächsten Tag stand der Daintree Nationalpark auf dem Programm. Das ist der Regenwald im Norden Queenslands und die einzige Stelle, an der Regenwald direkt auf den Ozean trifft. Bei deutlich über dreißig Grad ließen wir die Wanderung auf den Aussichtsberg Mt.Sorrow (der Name wäre womöglich noch Programm geworden) aus und machten einen Strandspaziergang am Cape Tribulation. Herr Cook ist damals vor der Küste gestrandet und daher der Name. Nach einigen Wochen hatten seine Leute das Boot wieder flott und es ging weiter. Wir besuchten noch die Cassowaries, lustige Emuartige Vögel mit blauem
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Kopf und fieser gefährlicher Kralle, um dann auch wieder nach Hause zu fahren. Diese Tropen sind ganz schön anstrengend! Ohne dass man sich viel bewegen würde, ist man komplett durchgeschwitzt und fertig mit der Welt. Leider konnte man immer noch nicht in die lockenden Fluten springen, da es vor Krokodilen und anderem tödlichen Vieh nur so wimmelte. Dazu später mehr. Am nächsten Tag fuhren wir einige Stunden bei rauer See auf das Great Barrier Reef hinaus. Wir hatten uns zum Tauchkurs entschlossen. Kurze Einführung (Atmen nicht vergessen, Brille soll kein Wasser haben und wenn Hai kommt, schnell weg) und dann wurde das Gerät angelegt. Wie Marsmenschen saßen wir in den Startlöchern, bepackt mit Flaschen, Gewichten (wer hängt sich schon freiwillig Gewichte beim Schwimmen an?!), Flossen und Brille. Und ich hatte ja schon die ganze Zeit so ein flaues Gefühl im Magen und ich bin ja auch bekannt für Rekapitulationen des Mageninhaltes. Dieses Mal konnte ich Torsten gerade noch bitten, mir vom Ende des Schiffes eine dieser netten kleinen braunen Tüten zu holen (ist natürlich überhaupt nicht aufgefallen, als er in voller Montur in Flossen einmal quer über das Boot watschelte) und schon passiert. Wie gut, dass die Tüten biologisch abbaubar sind, so dass sie gleich über Board ging. Der Tauchlehrer sagte mir tröstend „Na, no worries, ich hab dir doch gerade gezeigt, wie du dein Mundstück unter Wasser ausleeren kannst. Nun man los, auf geht’s.“ So begab ich mich mit ein wenig Farbe im Gesicht auf meinen ersten Tauchgang. Und habe nur noch gestaunt. Waren wir vom Schnorcheln schon begeistert – das Tauchen war e
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infach unbeschreiblich. Schwerelos durch die Korallenwände gleiten, den bunten Fischen, Seegurken und riesigen Muscheln hallo zu sagen – einmalig. Und diese Farben! Weils so schön war, machten wir noch einen Tauchgang, beobachteten Delphine und schnorchelten bei Niedrigwasser über einer anderen Stelle des Riffes. Es ist das größte Lebewesen der Erde – und es ist furchtbar faszinierend, was sich da unter der Wasseroberfläche so alles abspielt! Ein toller Tag!
Nachdem wir Sonntag dann Port Douglas und die Mossman Gorge (der treue Leser erinnert sich aus meinem Novemberbericht mit Sarah & Gunnar) erkundeten, hieß es für uns leider schon Abschied nehmen. Abschied von einer tollen Unterkunft, in der Mango das Hauptnahrungsmittel war und wir jeden Tag mit einer riesigen Portion tropischer Früchte begannen, die wir teilweise noch nie gesehen hatten. Herrlich!
Über Brisbane kamen wir in Sydney an, wo uns nicht wie geplant Mama und Papa erwarteten, sondern Inga-Marie und Hendrik. Auch schön und hat auch länger gedauert – wir hatten uns so lange nicht gesehen und Hendrik wusste einiges von seiner Reise durch Bali und Neuseeland zu berichten! Meine Eltern hatten dagegen etwas Pech – nachdem in Frankfurt zunächst das Gepäckband kaputt war (und ich sag noch, kauft Siemens), hatte auch noch die Benzinleitung des Vogels ein Leck, so dass sie drei weitere Stunden umgeben von Feuerwehrleuten und Krankenwagen im Flugzeug warteten. Um dann nach Bangkok zu fliegen, denn zu mehr reichte es nicht mehr. Aber im Anschluss schön im A380 nach Down Under geschaukelt! Nach fast 48 Stunden konnten wir sie endlich in die Arme nehmen – war ja auch schon lange her, dass man
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sich gesehen hatte. Wie schön! Ich freute mich! Unternehmungslustig wie sie sind, schleiften wir sie den Tag lang durch Sydney. Wer rastet, der rostet. Darling Harbour, Harbour Bridge, The Rocks, das Opernhaus und jede Menge neue Bilder für das Familienalbum – und dann übermannte sie doch die Müdigkeit und wir mussten das Abendessen beenden. Zu dem Zeitpunkt waren sie dann auch gut 60 Stunden auf den Beinen – ganz schöne Leistung, nicht wahr. Am nächsten Tag ging es natürlich gleich weiter durch die schöne Hafenmetropole. Man verbrachte den Silvestertag am Strand von Manly, einem von Sydneys Stadtstränden, zu dem man nach einer wunderschönen Fährfahrt durch den Hafen gelangt. Nach einer Abkühlung und kurzer Shoppingeinlage (bei der Torsten sich die xte Badehose kaufte – aber ist schön!) mussten wir uns sputen. Schließlich wollten wir das weltberühmte Feuerwerk im Hafen sehen. Viel hatten wir gehört – vor allem Horrorgeschichten über campierende Leute an den besten Aussichtspunkten. Schon morgens fielen uns die Massen auf, die in den botanischen Garten strömten. Wir hatten uns nach ausgiebiger Beratschlagung für den Cremone Point entschieden, auf der anderen Seite des Hafens; gegenüber der Oper und des CBDs gelegen, versprach dieser beste Ausblicke. Wir schickten unseren Spähtrupp Inga und Hendrik los und siehe da – sie organisierten uns einen wunderschönen Platz auf den Felsen mit direktem Blick auf das Geschehen. So picknickten wir zwischen Probefeuerwerk und Bootsparade und harrten der Dinge, die da so kommen würden. Es ist schon lustig: Inga und ich haben schon von klein auf Silvester zusammen gefeiert. Aber das wir daß auch mal im schönsten Hafen der Welt tun würden – wer hätte das gedacht…. *melancholischerblick* Und dann! KRAWUMM! PENG! BLITZDONNER! Mitternacht! Ein frohes neues Jahr! Happy new year! Eine Viertelstunde lang erstrahlte der klare Nachthimmel Sydneys in vielen Farben und Formen. Das Feuerwerk wurde acht Mal in der Bucht wiederholt – aber nichts konnte das Geglitzer und das Getöse um die altehrwürdige Harbour Bridge toppen. (Ich möchte sogar sagen, nicht mal mehr die Feuerwerkswettbewerbe in den Herrenhäuser Gärten von Hannover.) Ich wollte an dieser Stelle mal ein Video sprechen lassen. Aber das klappt irgendwie nicht. Schade. Es war dieser Blick in dunkel mit Feuerwerk.
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Es war toll, einfach traumhaft. Beendet wurde das Ganze mit einem Hupkonzert der Schiffe. Was dieses Jahr 2009 wohl alles bringt, wenn es so schön beginnt?
Ein wenig verkatert begaben wir uns am nächsten Tag auf eine tolle Opernführung (leider konnte ich keine Karten für eine Aufführung organisieren), durch den botanischen Garten und nach Bondi Beach (oder doch nach Townhall, Papa?), um unsere Sydneywoche dann mit einem Ausflug in die Blue Mountains zu beschließen. Dieses Gebirge vor Sydney gehört zum Kulturerbe und hat seinen Namen von den dichten Eukalyptuswäldern, die einen blauen Dunst über das Ganze legen. Ein bisschen gepicknickt mit Chicken, ein bisschen gewandert über die Riesentreppe an den
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drei Schwestern inklusive erster Schlangensichtung und eine schrecklich schöne CD mit australischer Volksmusik – und alle waren glücklich und zufrieden. Sydney ist ein toller Auftakt für eine Australienreise und hat auch mir wieder einmal bestens gefallen. Schade, dass meine persönliche Reiseführerin Ramona nicht mehr da war - wir haben an Dich gedacht!
Das nächste Ziel der Reisegruppe war Brisbane. Mit haarsträubenden Gepäckmengen-Verschleierungen meiner Eltern (wieso denn, wir haben extra leicht in Reisetaschen gepackt?!) hoben wir ab, um im ziemlich einfallslosen Brisbane zu landen. Herrje, welch Schock. Aber wir wollten ja nur eine Nacht bleiben, um am nächsten Tag auf das große Abenteuer aufzubrechen – unsere Camperreise an der Ostküste Australiens. Lange vorher gebucht, alles geplant, standen wir morgens um 10:00 Uhr am Schalter der Britz Campervermietung von Brisbane. Pia nahm sich gleich unser an, nachdem sich ein nettes junges Mädel unsere Gunst verspielt hatte mit merkwürdigen Versicherungsprämien in hunderten von Dollarhöhe, die wir noch gerne zahlen sollten… Man gut, dass zwei Kaufleute
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mit von der Partie waren. Aber wo waren nun eigentlich die zwei Camper? Pia? Camper eins stand startbereit auf dem Hof, Camper zwei (von Mama und Papa) hatte leider ein Känguru zu gerne gehabt und war in Reparatur. So kam es, dass wir einen halben Tag im Lone Pine Koala Sanctuary von Brisbane zubrachten, wo ich endlich Kängurus und Koalas knuddeln und streicheln konnte. Auch schön. Aber die Zeit drängte, denn am nächsten Tag hatten wir eine Tour von Hervey Bay (ca. 4 Stunden nördlich) nach Fraser Island gebucht. Camper in Empfang genommen und ab dafür. Vorbei an der Riesenananas (ich liebe Australiens Vorliebe für Pappmaschee) und hinein in den ersten Regen – pünktlich zum ersten Camping von meinen Eltern. Ohoh. Haben wir alles überlebt und sogar noch mit Rennen die Fähre nach Fraser Island bekommen, der größten Sandinsel der Welt! Hier verbrachten wir zwei schöne Tage mit einem Allradantriebsbus, der, wie könnte es anders sein, ein alter Hannomag war. Treu brachte er uns über die Sanddünen, an Stränden mit wilder Brandung vorbei und quer durch diese wunderbare Insel. Wir badeten in klaren Süßwasserseen und Flüssen, in denen das Wasser 100 Jahre alt ist und bestaunten die Wellen des Ozeans, in denen sich allerlei todbringendes Getier tummelt. Wenn man nicht von einer der zehn menschenessenden Haiarten aufgefuttert wird, dann kommt man vielleicht um, weil man einen
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Box-Jellyfish (Qualle), einen Stinger (Qualle), einen Steinfisch oder eine Iracangee (wie schreibt man das?) trifft. Fingernagelgroß bedeutet dieses Tier sofortiges Ableben. Oder man denkt beim Strandspaziergang, oh diese schöne Muschel möchte ich gerne meiner Oma mitnehmen, dann wird man manchmal dafür sofort bestraft und fällt von der Berührung tot um. Irgendwas ist ja immer. Schön. Wir campten in Luxuszelten und beim nächtlichen Toilettengang (man ging gemeinsam) erstrahlte das Himmelszelt wunderbar hell. (Das jedenfalls erzählte Torsten mir, ich persönlich war damit beschäftigt, nicht auf irgendwas draufzutreten oder in eines der riesigen Spinnennetze zu geraten – und nicht aufzuwachen.) Nach dieser Tour trennten sich die beiden Campermobile und wir überließen Mama und Papa der australischen Wildnis (und den Reparaturwerkstätten, denn ihr Camper hatte leichte Elektrizitätsprobleme). Torsten und ich fuhren gemütlich die Küste hoch und machten Halt in lustigen Orten wie Town of 1770 (erste Landsichtung von Herrn Cook in Queensland), Agnes Water (nördlichster Surfort – das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen), Clearview (mit einem Campingplatz von 1960, vermutlich Kulturerbe und deswegen unverändert und ohne Gasgrill) und schließlich Airlie Beach. Vorbei an der Rinderhauptstadt Australiens (Rockhampton), vorbei an weitem Farmland und Zuckerrohrplantagen und vorbei an Mackay. In Airlie Beach trafen wir bekannte Gesichter, die nun etwas gebräunt waren. Mama und Papa kamen von ihrer Great Barrier Reef Tour zurück und wir feierten ein kleines Wiedersehen im Busch mit standesgemäßem BBQ. Am nächsten Tag hieß es dann für Torsten und mich „Segel ahoi“ und wir gingen an Board der Iceberg. Als ich die Dame bei der Fahrkartenabholung fragte, wie das Wetter würde, sagte sie mit einem Lächeln: „Oh sehr gut. Morgen viel Sonne, dann ein wenig wechselhaft. Wir erwarten
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den Zyklon für übermorgen.“ Ahja. Nochmal eine Packung Reisetabletten besorgt. Gemeinsam mit 11 weiteren lustigen Gesellen aus aller Welt, einem Skipper und einem Azubi umsegelten wir zwei Tage lang die Whitsunday Islands, eine Gruppe Sandinseln, die vor der Küste Queenslands liegt. Dieses Mal war ich bestens präpariert und schluckte tapfer alle sechs Stunden meine Wundermittel. Klappte gut. Torsten setzte die Segel mit dem bestaussehensten Engländer, der mir je begegnet ist, und wir nahmen ordentlich Fahrt auf. Zwischendurch wurde geschnorchelt, geschnattert und entspannt. Für die Nacht vor Cook Island hatten wir die Kabine in der Spitze vorne – äußerst romantisch und ein kleines bisschen schaukelig. Wir ankerten morgens vor dem weltberühmten Whitehavenbeach, den wir leider zu Hochwasser zu sehen bekamen, weswegen er ganz schön klein war. Aber sonst ist der bestimmt toll! Dafür sahen wir viele Schildkröten. Auch schön. Die Tour endete mit den ersten Vorboten des angekündigten Wetterumschwunges – nach zwei Stunden totaler Flaute stürmte es los. Wir kamen flott in den Hafen und es dauerte bis zum nächsten Morgen, dass ich nicht mehr schwankend durch das Leben wankte. Beim Frühstück wurden wir Zeuge eines holländischen Ferienmorgens. Als alter Camper ging unser Platznachbar um sein Mobil und fuhrwerkte an einer der Klappen rum, um schließlich einen Trolley (so wie so ein Handgepäckstück) rauszuziehen. Zog die Stange mit Griff raus und ging los, als wenn er gleich in einen Flieger einsteigen wollte. Uns wurde klar, was er da in seinem Koffer hatte, als er an uns vorbeikam. Es stank nämlich ganz furchtbar. Guten morgen! Der Holländer und sein Kacketrolley.
Für uns ging es weiter an der Küste Richtung Norden. Mama und Papa waren uns voraus, denn sie hatten noch so viel zu sehen! Wir stoppten in Charters Towers, in Queenslands Outback, wo uns dann der Zyklon Charlotte endgültig eingeholt hatte. Am nächsten Tag kamen wir noch durch malerische kleine Outbackstädte bis Townsville und dann dachte ich, wir schwimmen weg. Nach zwei Tagen war es immer noch nicht besser, Kino und Aquarium mit genug Haien hatten wir besucht, so dass wir beschlossen, Magnetic Island ausfallen zu lassen (welch Jammer!) und weiter gen Norden zu fahren. Dort sollte das Schlimmste überstanden sein und die Straßen waren endlich wieder auf. Leider galt das nicht für die Campingplätze – die waren nämlich abgesoffen. Also campten wir wild. In unserem Luxuscamper ja kein Problem. Der hatte nämlich
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Wassertank und Pumpe zum Abwaschen, Licht und Kühlschrank und Gasherd und Mikrowelle und stehen konnte man auch noch drin. Kann man ruhig mal so sagen. Leider kamen wir im Dunkeln an, so dass wir erst am nächsten morgen sahen, wo wir waren. Die Nacht über schüttete es ohne Erbarmen und ich hatte wirklich Angst um uns. Bei Tageslicht betrachtet hätte es auch nur einen weiteren Meter im Meeresspiegel gebraucht und wir hätten ein Hausboot gehabt. Leider machte ich hier auch die unschöne Bekanntschaft mit kleinen schwarzen Fliegen, die meine Nachtruhe störten und mich aussehen ließen, wie von Windpocken befallen. Bis ich merkte, was passierte, war mein Körper von 80 oder 90 Stichen übersäht und ich juckte mich zu Tode. Schnell weg! Noch vor dem Frühstück fuhren wir ab. Tolle Tropen! Ein wenig fertig kamen wir nachmittags in Mission Beach an. Hier beschlossen wir, zu bleiben für die Nacht. Schoen lange Straende mit Palmen ... Es war furchtbar heiß und kein Wind ging, so dass unser Camper eine schöne Schlaftemperatur von ca. 32 Grad hatte. Meine Stiche juckten. Ich wusste weder ein noch aus und zu allem Überfluss befand sich vor unserem Mobil eine recht große Schlange, mittlerweile die dritte, die wir sahen. Schön in Queensland. Nach einer weiteren schlaflosen Nacht kühlte ich mich morgens im Pool und unter eiskalter Dusche ab. Und dann ging es auf dem direkten Weg nach Cairns, wo wir unser Fahrzeug schon einen Tag eher abgeben mussten, als wir dachten. Huch…. Naja. Ein klimatisiertes Hotelzimmer war uns nicht unrecht und so verbrachten wir den letzten Abend gemütlich an Cairns’ Promenade, Fisch und Krebs essend. Ein nettes Ehepaar sprach mich auf meine leicht geschwollenen Arme an und wies mich freundlich darauf hin, dass im Moment eine erhöhte Gefahr von Dengue Fieber bestünde. Ahja, auch das noch. Wenn man also Todesfische, Haie, Muscheln, Krokodile, Dingos, Spinnen und Schlangen überlebt – dann sticht einen eine Mücke und man kriegt Fieberanfäl
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le. Zum Glück waren es ja kleine schwarze Fliegen und wie ihr seht, leb ich ja auch noch. Aber gerade so. Gerade so. Nach einem schönen Vormittag in Cairns’ Badeanstalt (das ist wirklich gut: weil man nicht im Meer baden kann, gibt es in den Städten so genannte Lagunen, die umsonst und 24 Stunden offen sind) landeten wir im heimischen Melbourne bei 15 Grad. Schon lange hatte ich mich nicht mehr über eine solche Temperatur gefreut. Durchatmen! Zackzack wurden wir von Antonia abgeliefert und kaum zwei Stunden später befanden wir uns auf der Verlobungsfeier von Jasmin & Toby.
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Pünktlich zu Reden (und Traenen in die Augen kriegen) und Nachtisch waren wir da – und dann wurde erstmal gepoltert. Das war den Australiern erst nicht geheuer, aber weil es Krach macht und viel Spaß, wurde es dann doch für gut befunden und ordentlich ausprobiert. Zur Ausnüchterung am nächsten Tag hatte Antonia einen Surfkurs bei unserem Haus- und Hoflehrer (Tante Käthe, man lese den ersten Surfbericht) in Torquay gebucht. War das ein Spaß! Und so langsam krieg ich das auch besser hin. Nach weiterem Grillen ging Torstens Zeit im heißen Australien zu Ende und so musste ich ihn schweren Herzens gestern Morgen am Flughafen abliefern. Für mich (und auch für Antonia, die wieder Mitglied der Siemensfamilie geworden ist) fährt der Schichtbus wieder. Es sind zwischen 28 und 37 Grad – so heiß, dass die Züge ausfallen, weil sich die Schienen verformen.
Seit langem hatte ich nicht mehr so lange Urlaub, wie jetzt. Es war furchtbar entspannend und ein einziges Abenteuer in den Tropen. Herrlich! Und doch immer noch nicht lange genug, um alles zu sehen. Aber wir koennen ruhigen Gewissens behaupten: nasse Tropen: ham wir erlebt!
Nun bereite ich mich vor auf die nächste Besuchswelle und meine Deutschlandreise in zwei Wochen. Kinders, wie die Zeit vergeht.
Aus dem australischen Sommer grüßt euch eure Änk.