Sonntag, 27. Juli 2008

It’s something about Christmas time…

… that makes you wish it was Christmas every day…

Es herrschen seit Wochen weihnachtliche Temperaturen von rund 4 – 14 Grad Celsius. Dazu ein herrlicher Landregen, abwechselnd mit Hagel, gerne auch mal waagerecht. Bei ALDI wird Glühwein feilgeboten, Marke „Christengel“. Ich warte also täglich auf das erste Weihnachtslied im Radio. Und tatsächlich - für das Wochenende 25. und 26. Juli wurden allerorts Weihnachtsfeiern anberaumt, Siemens veranstaltet seinen jährlichen Winterball. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen und wenn die Australier nun also gerne Weihnachten feiern wollen, dann machen wir doch glatt mit! Was isst der Deutsche gerne an Weihnachten? Na klar, Raclette. Attänschen, a Pfännschen! Dieses Gerät löste bei den Australiern totale Begeisterung aus – ein Tischbarbecue ist nun wirklich eine feine Erfindung der Europäer. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Antonias Chef, der uns seinen Gourmetgrill überlassen hat, denn keiner von uns hatte bei seiner Packliste für Australien an ein Raclettegerät gedacht.




Nachdem das Menü also feststand, hieß es gestern für Antonia und mich mal wieder, einen samstäglichen Ausflug mit Corolla nachn ALDI hin zu machen. Nach 1,5 Stunden war der Wagen bestens gefüllt, falls Weihnachten länger dauern sollte oder der Wintereinbruch schlimmer würde, waren wir bestens präpariert. Für eine horrende Summe gabs dann sogar Original stinkenden Raclettekäse von Heidi. Lecker!
Kürbissüppchen gekocht, alles andere geschnippelt und schon bescherten wir uns eine besinnliche Feier bei Rolf Zukowskis Weihnachtsliedern und ein wenig Dekoration. Weil hier gerade die Osterglocken blühen, haben wir Ostern gleich noch mitgefeiert.

Ich wünsche Euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest und frohe Ostern im Kreise Eurer Lieben.

Cheers, Eure Änk.

PS: Es ist nicht gut, zu lange auf dem Kopf zu stehen.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Waltzing Matilda

Once a jolly swagman sat beside the billabong,
Under the shade of a coolibah tree,
And he sang as he sat and waited by the billabong
You'll come a waltzing matilda with me.
Waltzing matilda, waltzing matilda
You'll come a waltzing matilda with me
And he sang as he sat and waited by the billabong
You'll come a waltzing matilda with me.
Down came a jumbuck to drink beside the billabong
Up jumped the swagman and seized him with glee
And he sang as he tucked jumbuck in his tuckerbag
You'll come a waltzing matilda with me.
Waltzing matilda, waltzing matilda
You'll come a waltzing matilda with me
And he sang as he sat and waited by the billabong
You'll come a waltzing matilda with me.
Down came the stockman, riding on his thoroughbred,
Down came the troopers, one, two, three.
"Where's the jolly jumbuck you've got in your tuckerbag?
You'll come a waltzing matilda with me.
Waltzing matilda, waltzing matilda
You'll come a waltzing matilda with me
And he sang as he sat and waited by the billabong
You'll come a waltzing matilda with me.
Up jumped the swagman and plunged into the billabong,
"You'll never catch me alive," cried he
And his ghost may be heard as you ride beside the billabong,
You'll come a waltzing matilda with me.

(Banjo Paterson, 1895)

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Da ich dieses Lied in den letzten Monaten so oft gehört habe, wurde es langsam mal Zeit, ihm vorsichtig auf den Grund zu gehen. Dass das nicht die Nationalhymne ist, hab ich schon beim letzten Rugbyspiel gegen die Kiwis herausgefunden. Was dann? Nicht mal das Niedersachsenlied wird annähernd so oft gebrummt. Inspektor Änk ermittelt.

Heute abend hab ich die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen und mal in einer gemütlichen australischen Runde genauer nachgefragt. Aha! Es handelt sich dabei nicht um die Titelmelodie eines Tanzkurses sondern um das beliebteste australische Volkslied.
Es erzählt die Geschichte eines Wandersmannes auf der Walz (= Waltz) im Outback (der muss ein großes Büddel = Matilda auf Tasche gehabt haben), der am Lagerfeuer mit einem gestohlenen Schaf sitzt und bevor er sich von der Polizei dafür verknacken lässt, sich lieber selbst im Wasserloch (= Billabong) ertränkt.
Diese Zeilen berühren die Australier derart, dass sich, als es zur Lossagung vom britischen Empire und "God shave the Queen" kam, ein betrachtlicher Anteil der Bevölkerung für dieses Lied als Nationalhymne ausgesprochen hat. Es entspricht den australischen Werten, sich niemandem unterzuordnen, was wohl hauptsächlich immer noch aus der Vergangenheit als Gefangenenkolonie rührt. Und hier ist Swagman:
Letztendlich hat doch eine andere Weise den offiziellen Wettbewerb gewonnen (Advance Australia Fair). Der Text davon ist aber nur halb so spektakulär, weil einfach und verständlich.

Wieder was gelernt, nun kann ich beruhigt in mein Bettchen klettern.
Cheers, Eure Änk.

Die Musi spuilt hier (inkl. ein wenig Känguru-Patriotismus):
http://users.bigpond.net.au/anva/waltzing_matilda.htm

Mittwoch, 16. Juli 2008

Mit Nä und Wa unterwegs im Northern Territory

Nachdem ich mich nun gerade beim Yoga den Kopf unter meine Fußsohlen gesteckt habe, bin ich total entspannt und muss euch doch mal ein paar neue Geschichten erzählen.
Wie schon letzte Woche angekündigt, habe ich mir für die Erreichung des Vierteljahrhunderts ein Geschenk gemacht und bin in die Wärme nach Darwin in das Northern Territory von Australien geflogen. Dabei habe ich die Billigflieger Australiens lieben gelernt, denn sie fliegen vorzugsweise zu nachtschlafenden Zeiten und man lernt, wie man auch auf einem Flughafen die Tiefschlafphase erreichen kann. Das geht! Nachts von 2 bis 3 fliegen von dem wohl gemerkt internationalen Flughafen Darwins nämlich keine Flieger ab und es landet auch nix, so dass in der Halle eigentlich eher die Stimmung eines Jugendherbergsschlafsaals herrschte: es wurde geschnarcht. Jeder für sich, allemann in einer Reihe. Gelobt sei Schlafsack und Fleecedecke. Die eintrudelnden Anrufe aus Deutschland musste ich auch außerhalb des Gebäudes entgegennehmen, da ich sonst die Nachtruhe des Etablissements gestört hätte. Der Kaffeemann hatte auch zu. Da schlummerte ich also vor mich hin und schuppdiwupp stand auf einmal ein bekanntes Gesicht in dieser tropischen Umgebung vor mir: Damaris aus Singapur! Juhu! Schulle united, wir kommen! Noch mal kurz frisch gemacht und vor allem – kurze Hosen angezogen! War Hitze! Und das morgens um 4! Um die Zeit zum Frühstück zu überbrücken hat uns ein holländischer Busfahrer in das Zentrum von Darwin kutschiert, wo wir dann auf einer Parkbank vor uns hin dämmerten, bis uns die Sonne weckte. Jaha, die Sonne! Nach ausgiebigem australischen Frühstück ging dann der spannende Teil los: das Abholen unseres gemieteten „Wicked Campers“. Diese speziellen Wohnmobile zeichnen sich durch ihren Preisvorteil aus. Sie sind sehr bunt bemalt und besprüht und mit einem Bett und einer Spüle ausgestattet. „Wicked“ heißt übersetzt alles zwischen abgefahren, verrucht, böse, gefährlich, schlimm, schelmisch und stark. Aha. Mal sehen. Alles wünschen half nix, uns war einer fest zugeteilt und anstelle von Snoopy gabs Buße auf dem Bus... Wir wurden noch kurz in die tägliche Routine eines jeden Wicked Campers eingeführt: morgens hat man den Wasser- und Ölstand zu überprüfen. Da wären wir wieder bei meinen Autokenntnissen. Bei diesem Fahrzeug war das aber einfach: man klappe die Sitzbank hoch und tata! Alles da. Damaris hat diesen Part hervorragend erfüllt. Applaus! Wenn die Schiebetür mal nicht aufgeht – einfach an einem Berg anhalten und noch mal probieren. Trickkiste!
Getankt, ausgestattet mit Lebensmitteln und Elixieren sowie den ersten Erfahrungen befuhren wir den sagenumwobenen Stuart Highway kurz hinter Darwin. Dieser führt von Darwin ganz im Norden des Kontinents mitten durch die verbrannte rote Mitte vorbei an Alice Springs und dem Uluru bis nach Adelaide im Süden (ihr erinnert euch). Davon haben wir in den 4 Tagen wieder mal nur ein Klitzkleinesbisschen gesehen.
Der erste Stop war der Outback Pub Humpty Doo, bekannt für seine Abgeschiedenheit in Mitten der Wildnis. Urig!
Nach einer Erfrischung haben wir uns dann für eine Bootsfahrt auf dem Adelaide River entschieden – denn hier sollte man bei Jumping Crocodile Cruises die Echsen in Aktion bewundern können. Wir waren nur vier Mädels aus dem Schiff, dafür aber umso mehr Krokodile. Sie wurden mit Fleisch angelockt und sind dann aus dem Wasser rauf gesprungen. Unheimlich! Ich mag diese Tiere nicht! Sie werden ganz schön groß, besonders die Salzwasserart. Brrrr! Als Wegweiser haben wir auch gleich noch einen ganzen Schwarm Kakadus gesehen, die Kollegen machen ganz schön Radau! Gegen abend haben wir dann auch den Kakadu Nationalpark mit unserem Mobil erreicht und dort unseren ersten Campingplatz bezogen. Ich kam mir permanent vor, wie ein Mitglied der Serie „Die Camper“ bei RTL Freitag Nacht. Allerdings waren die Campingplätze super in Schuss und Atze und Bine waren auch nicht vor Ort. Stattdessen parkten wir neben drei Franzosen, mit denen wir dann einen gemütlichen Abend unter einem phänomenalen Sternenzelt hatten. Um uns rum viel Natur, Dingos, Mücken, Kakadus. Mir ging die ganze Zeit mein Französischbuch aus der 7. Klasse durch den Kopf, wo Pierre mit seiner Familie in Poitiers zum Campen geht. Ils ont fait du camping.
Am nächsten Tag waren wir um 10 Uhr morgens so gut wie die letzten, die den Platz verlassen haben. Die Australier hatten ihre Zeltstädte schon abgebrochen, es wurde auch schon wieder warm. Als erstes erwartete uns die Aborigine Rock Art von Ubirr. Dazu muss man wissen, dass das Northern Territory zu 50% den Aborigines gehört und z.B. der Kakadu Nationalpark an die Regierung zurückvermietet wird. Gleich hinter der Grenze des Parks beginnt das Arnhem Land, das von Aboriginal Communities bewohnt und beackert wird. Du kommst da nicht rein, du kommst da nicht rein. Aber in Ubirr an der Grenze gibt es eben auch schon Felsmalereien zu begutachten. Hauptsächlich handelt es sich bei den Bildern um Fische. Und zwar immer die gleichen – nämlich den heimischen Flussfisch, den Barramundi. Ab und zu gibt’s noch ein paar Männeken, die auf Jagd gehen. Es ist also begrenzt spektakulär und ausnahmsweise muss ich den Franzosen mal Recht geben – sie hatten uns schon erzählt, dass die Höhlen von Lascaux natürlich viel beeindruckender seien. Aber schön wars. Das Tolle an den Felsen von Ubirr ist allerdings die Aussicht, wenn man oben hoch geklettert ist. Man kann von da den ganzen Kakadu Park überblicken, sowie das Arnhem Land. Das war wirklich schön!

Der Nationalpark ist der größte von Australien und gehört zum Weltkulturerbe. Ich weiß jetzt, wieso. Außerdem wurde dort Crocodile Dundee gedreht. Auch das weiß ich jetzt, warum.
Genug Kultur, zurück auf die Straße. Wir hatten ja noch ein gutes Stück für den Tag vor uns: über den Kakadu Highway gen Süden nach Katherine. Unterwegs haben wir riesige Buschfeuer gesehen, es knisterte wie am Osterfeuer. Manche davon sind extra von den Aborigines angezündet, um zu roden und zu ernten, manche sind natürlichen Ursprungs und natürlich gibt’s auch in Australien Kokelfritzen. Die sind dann für den Rest zuständig. Das ein oder andere Feuer war gefährlich nahe an der Straße, so dass alles verqualmt war. Aber unser Camper hat uns treu zu unserem Tagesziel gefahren: Katherine am Stuart Highway. Es war schon dunkel, aber einige prägende Eindrücke haben wir von der Stadt gleich bekommen:
1. Der Highway sieht hier aus wie der Friedhof der Kuscheltiere, überall liegen Kängurus am Rand. Durch das Outback fahren riiiiesige LKW’s, so genannte „Road Trains“, die bis zu 100m lang sein können und aus drei großen Truckanhängern hinter einander bestehen. Diese Gefährte haben einen Stoßfänger und damit nehmen die das ein oder andere Tierchen mit, ohne mit der Wimper zu zucken. Als normaler Autofahrer ist es nicht so gut, nachts zu fahren. Entsprechende Ergebnisse haben wir auch häufig gesehen.
2. Die Aborigines boten in Katherine einen besonders traurigen Anblick – viele waren doll betrunken oder bekifft vom Benzin schnüffeln. Es gibt extra ein besonderes Benzin an manchen Tanken, das nicht so riecht. Das soll helfen, die Sucht zu unterbinden. Das Thema mit den Ureinwohnern ist nicht so beliebt und das muss ich an anderer Stelle mal erzählen. Dauert länger. Bis jetzt stimmt mich das Bild jedenfalls eher traurig.
3. Campingplätze sind nicht immer da, wo man sie vermutet und abends ab 22:00 Uhr ist da Nachtruhe. Allemann ins Bettchen, huschhusch! 4. Auch im Outback und dazu noch auf der linken Seite wird geblitzt, gell Damaris?
Am nächsten morgen ging es mal wieder früh los (freie Tage zum Ausschlafen sind in meinem Infojahr bisher an einer Hand abzuzählen…), in den Nitmiluk Nationalpark. Dort gibt es die Katherine Gorge zu bewundern – eine Schlucht, durch die ein glasklarer Fluss fließt. Wir haben uns wegen der Mittagshitze für den kurzen und als leicht beschriebenen Wanderweg entschieden. Das war auch gut so – denn auch der hat eine Stunde gedauert und wurde begleitet von besorgten Australiern, die uns darauf hinwiesen, dass wir unbedingt Hut, Sonnencreme und lange Sachen zu tragen hätten. Nach eine kraxeligen Wanderung kamen wir unten in der Schlucht an und haben uns unserer Klamotten entledigt, um gleich mal in das kühle, klare Nass zu hüpfen. Gemeinsam mit zwei deutschen Jungs wollten wir das andere Ufer erkunden, denn da war ein schön sonniger, menschenleerer Sandstrand, auf dem nur eine einzige Spur aus dem Wasser heraus zu sehen war. Und ein Schild, aber das konnten wir ja aus der Entfernung nicht erkennen. Kurz vorm Ziel sagt doch der eine „Ah, jetzt weiß ich, was auf dem Schild steht.“ „Ja, und was steht da?“ frag ich so. „Do not enter. This area is inhabited by crocodiles.“ „Äh?“ Da hab ich mal schön den Turbo angeschmissen. Ich bin in meinem Leben noch nie so schnell 50 Meter geschwommen! Krokodile! Um mich herum, unter mir, was weiß ich wo! Noch ganz geschafft haben wir dann eines der nächsten Touristenboote angehalten und sind mit diesem dann zurück zum Parkplatz geschippert, um unterwegs in der Schlucht noch weitere große Echsen zu sehen. Brrr!
Zurück über Pine Creek, der alten Goldgräber Stadt mit Flair mitten im Nirgendwo, gings dann auf die letzte Etappe unserer Tour. Die Zeit raste nur so dahin, unser Mobil leider nicht so. 80 km/h sind nicht schnell. Unterhaltung ging auch nicht so gut, weil war sehr laut und Fenster musste offen sein, weil war sehr heiß. Mal wieder im Dunkeln kamen wir in Batchelor an, Australiens aufgeräumteste Stadt. Man kann auch in allem einen Preis gewinnen. In diesem Fall war das aber kein Wunder, denn es war einfach nix los. Der Campingplatz dieser Nacht befand sich am Eingang zum Litchfield Nationalpark, den wir dann auch am nächsten morgen befuhren. Meine Meinung bezüglich Nationalparks vorher war ja: Kennste einen, kennste alle (hat mir schon bei Chinas Tempeln geholfen). In diesem Fall muss ich das aber zurücknehmen. Jeder war etwas anders und der Litchfield Park hat mir besonders gut gefallen. Er war kleiner, weniger bekannt und besucht und die Erde dort war einfach unglaublich rot! Dunkelrot! Und strahlend blauer Himmel. Australienfarben. Ich habe schon mal Farmland ausgekundschaftet, nun muss ich im September nur noch Torsten von seinem Glück als Rinderzüchter überzeugen. Wer den Film „Die Dornenvögel“ gesehen hat, der kann sich ungefähr vorstellen, wie das Land aussah. Pater Brown hab ich allerdings nicht gesehen. Wir haben das Feld von hinten aufgerollt und haben zuerst in den Wangi Wasserfällen unser morgendliches Bad genommen. Hier stand ein Schild, dass Krokodile entfernt werden, damit man in Ruhe baden kann. Ahja… In den Bäumen hingen riesige Spinnen und Fledermäuse. Am zweiten Wasserfall kamen wir uns vor, wie in einer Badeanstalt, Walter und Waltraud waren auch schon da. Wir haben uns das baden verkniffen und uns statt dessen ein großes Feld mit Termitenhügeln angeschaut. Dieses Mal hätte man die Hügel wirklich mit einem Gräberfeld verwechseln können. Eine besondere Art dieser Ameisen baut nämlich natürlich klimatisiert ihre Hütten und zwar als senkrechte Platten, exakt in Nord-Süd Richtung ausgerichtet. Unglaublich! Unterwegs hatten wir schon den ein oder anderen riiiiiesigen Hügel bewundert. Da fragt man sich: was braucht so ein Minitier so ein großes Haus bei den Mietpreisen?
Dann mussten wir auch schon wieder nach Darwin aufbrechen, denn Damaris wollte ganz gerne ihren Flug am Nachmittag in ihre neue Heimat Singapur nicht verpassen. Hat alles geklappt, schwuppdiwupp sind vier schöne und spannende Tage auch schon wieder vorbei gewesen und ich stand mit unserem Mobil alleine da. Ich hab die Reise bei Sonnenschein am Strand und im Yachthafen der Stadt ausklingen lassen, am Abend gabs noch einen Nachtmarkt am Strand mit viel verrückten Leuten und lustiger Luft.Da ich ja einen Campingbus hatte, konnte ich auch noch ein wenig vorschlafen, um dann um Mitternacht vom Depot von einem windigen Taxifahrer abgeholt und zum Flughafen kutschiert zu werden. Nach einem weiteren Schläfchen auf dem Flughafen (man kennt sich schon), kriege ich gerade so mit, wie der Flug nach Melbourne aufgerufen wird, schlafwandle auf meinen Sitz und bin erst wieder richtig wach, als ich in Flip Flops bei 5 Grad morgens den Flughafen von Melbourne verlasse. Guten morgen!
Und dann rief mich auch die Arbeit schon wieder zu sich.
Aus Vorfreude auf unsere lange Outbackreise im September habe ich abends bei Eva und Sebi gleich mal die Campingausrüstung abgekauft. Am liebsten wär ich gleich wieder losgefahren. Doch nun sind erstmal drei Wochen Pause verordnet – entstauben, ausschlafen und vorbereiten auf die nächsten Abenteuer.
Bis dahin, liebe Grüße von Eurer Änk.



Für Robert: das Windrad der Goldmine von Pine Creek. Steht auch still, sieht aber gut aus. Ob ich wohl nochmal ein laufendes finde? Die Suche geht weiter.

Dienstag, 8. Juli 2008

Sonntagsausflug mit Familie Gans

Nach Völlerei bei einem italienischen Abend in Hawthorn und Brotback-Aktion am Samstag war es am Sonntag an der Zeit, die Umgebung von Melbourne weiter zu erkunden. Dazu sammelte das weiße Safarimobil um 11:00 Uhr die Teilnehmer nacheinander ein: Eva und Sebi aus Hawthorn in ihrem schnuckeligen Häuschen und Sina in Box Hill Downtown. Nach dem obligatorischen McCafé Kaffee ging es in die Berge – in den „Dandenong National Park“. Der Reiseführer beschreibt den Nationalpark als eine super Stelle zum Wandern. Zeit für Ankes Outdoorklamotten, wozu verschifft man diese sonst ans Ende der Welt! Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass es auf den höchsten Punkt des Nationalparks (Mt. Dandenong, 633m hoch –uiiiii) nur einen Weg gibt – nämlich den Mountain Hwighway, der dann zur Tourist Road wird. Ist beides mehr oder weniger zweispurig und somit nicht so gut bewanderbar. Die Einwohner der schönen Bergdörfer haben auch verdutzt aus der Wäsche geguckt, als wir nach dem Wanderweg fragten. Willkommen in Australien!
Von dem Ausguck auf dem Berg hat man einen sehr schönen Blick auf Melbourne, die Port Philip Bay und die Suburbs der Stadt. Melbourne ist von den Ausmaßen her eine der größten Städte der Welt, weil alles so flach gebaut ist, erstreckt sich die Stadt auf rund 9.000 Quadratkilometer. Zeit für ein bisschen Stadtinfo? Hier schonmal die Fahne. Und sonst? Melbourne ist mit seinen 4,1 Millionen Einwohnern die südlichste Millionenmetropole der Welt. Sie besteht heute aus dem Central Business District und weiteren 30 Suburbs und wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts gegründet.




Man sieht nicht so viel wie ich gerade feststelle: links ist die Bay hinten mittig das Zentrum, im Vordergrund das schöne Bayswater mit Siemens vor Ort.

Als das weiße Safarimobil gerade wieder mit dem Abstieg beginnen wollte, haben wir ihn doch noch gefunden: einen Wanderweg! So sind wir dann bei herrlichstem Sonntags-Sonnenscheinwetter noch ein wenig durch Wald und Flur spaziert, um dann diesem gemütlichen Tag in Olinda bei einer heißen Schokolade und warmen Schokoladenmuffin ausklingen zu lassen. Herrlich!
Wie oben schon erwähnt befindet sich seit Samstag doch tatsächlich deutsches Brot in meinem Kühlschrank! Ich habe den Prahran Market durchkämmt und endlich organisches Roggenmehl gefunden und dem armen organischen Laden gleich mal seinen Bestand abgekauft. Das nächste Ziel: unorganisches Mehl und Sauerteig. Mehr dazu demnächst. Zunächst einmal bin ich sehr zufrieden – es geht doch nix über eine dicke Scheibe frisches Brot mit Butter und Käse….

Ich melde mich nun auch ab – morgen treffe ich mich mit Damaris (eine weitere Informandin aus Singapur) in Darwin im Northern Territory. Ich möchte an dieser Stelle nicht vorweg greifen, aber die Wettervorhersage kann ich Euch nicht vorenthalten: Nächste Woche in diesem Kino – wie Anke die australische Sonne kennen lernt! Juhu!

Cheers, Eure Änk.