Freitag, 20. März 2009

Mein Infojahr in Melbourne, Australien

Ich sitze am Strand von South Melbourne, überblicke die Port Philipp Bay und suche nach einem passenden Ausdruck zum Abschied, zur Zusammenfassung des letzten Jahres.


Am 2. Mai 2008 stieg in ich München in ein Flugzeug. Traurig, weil ich wusste, was ich zurückließ. Unwohl, weil ich nicht wusste, was kommen würde.
Am 3. Mai 2008 stieg ich wieder aus - am anderen Ende der Welt: in Melbourne, Australien. Das Land, das ich schon immer mal hatte kennenlernen wollen.
Es dauerte eine Weile, bis mich das Australienfieber packte, denn was ich sah und erlebte war wunderschön, aber ich vermisste das große Staunen, das Atemberaubende. Bis ich begriff - das ist Australien. Ganz anders und doch Europa in vielen Dingen so ähnlich.
Ich lernte viele liebe, unglaublich entspannte Australier kennen (und solche, die sich als welche fühlen - wie sagte der Reifenverkäufer so schön: "We're all Aussies in our hearts!"), die von überall her auf dieser Welt kommen um hier auf dem fünften Kontinent miteinander zu leben, jeden aufzunehmen und zu respektieren. Und so merkte ich es kaum - ich fühlte mich aufgehoben und zu Hause.
Ich lernte Melbourne kennen - im Herbst & Winter wie auch im Frühling & Sommer. Und ich liebe es. Es wird oft als "the most livable city in the world" beschrieben. Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Mit seinen Gassen, gemütlichen Cafés & Restaurants, Sportfanatismus, Kunstverständnis und seiner Entspanntheit.
Ich lernte Australien kennen. Ich lernte, dass 90% des Landes leer sind, einfach leer, unwirtsam, unfruchtbar, leer. Extreme formen das Land: Winde, Waldbraende, Fluten, Sonne und achja - hatte ich euch schon von den zwei Erdbeben in den letzten zwei Wochen erzaehlt, die wir in Melbourne hatten? Ich sah wunderschöne Landschaften, rote Erde, Wüste, kristallklares Wasser, weiße Strände, Eukalyptuswälder, Korallenriffe und Regenwälder. Und ich hatte viel Platz. Ich traf auf Tiere, die ich nur aus dem Zoo kannte und die es nur hier gibt.
Ich lernte, die Zeit zu genießen.
Neben unglaublich viel Gepäck nehme ich noch viel mehr schöne Erinnerungen mit mir - an eine wunderschöne Zeit auf dem Kopf. An ein Land, das ganz anders ist, als ich es mir vorgestellt hatte - und trotzdem nicht besser sein könnte. An Kollegen und eine Landesgesellschaft, die ich vermissen werde.
Am 20. März 2009 steige ich in Melbourne in ein Flugzeug. Traurig, weil ich weiß, was ich zurücklasse. (Unwohl im Magen auf Grund von ordentlichen Abschiedsfeiern.... ) Aber froh, nach Hause zu kommen.
Und so habe ich den Ausdruck für mein Infojahr in Australien eigentlich schon gefunden: einfach schön.

In ein paar Stunden mache ich mich auf zum Flughafen. Ich freue mich auf zu Hause, Torsten und meine Familie. Ich freue mich auf meine Freunde, allemann. Ich habe meine Mastercard überstrapaziert, aber die Unterstützung aus der Heimat war einfach unbezahlbar. Danke!
Ab jetzt werden die Dinge wieder gemeinsam erlebt und gesehen. Deswegen endet mein Tagebuch nun auch, shop is closed. Ich freu mich!

Cheers Australia, Eure Änk.

Mittwoch, 18. März 2009

Die Geschichte eines Sandwiches

(Immer dran denken: ich verbringe mein Infojahr in Australien, einem westlichen Land mit Standards wie zu Hause.)
Jeden Mittag gehen Antonia und ich in Werner's Cafe (der Kantine in Bayswater) mittag essen. Montags bis Mittwochs mit Thelma und Co. zum Quizzen, manchmal auch mit den anderen Mädels. Fast jeden Tag bestellen wir uns morgens beim Kaffeeholen schon unser Sandwich für mittags. Ein dunkles Roggenbrot mit zwei Scheiben schweizer Käse, Avocado und Magarine (jeweils auf einer Seite), ein paar Zwiebeln, getrockneten Tomaten und Virginia Schinken. Zwei identische Klappstücke. Jedes Mal wieder ist das eine Überraschung, wenn wir die Tüten in Empfang nehmen, jedes Mal schaut uns die Dame hinter der Theke an, als wenn sie uns noch nie in ihrem Leben gesehen hätte.
1. Das Brot: manchmal gibts kein dunkles Roggenbrot, sondern labberigen Toast.
2. Der Belag: manchmal gibts nur ein Brot mit Käse, dafür aber zwei Scheiben, manchmal gibts kein Avocado, dafür viel Zwiebeln. Knappheit?
3. Der Preis: manchmal bezahlt die eine 6,90 AUD, die andere 7,05 AUD, manchmal wir beide 6,30 AUD, selten den Standardpreis von 7,05 AUD gemeinsam. Ob die wohl täglich ihre Preise anpassen? Dem Wechselkurs?
Eine Beschwerde läuft zur Belustigung der ganzen Kantine so ab:
"Excuse me, I'm missing cheese on my sandwich." "Yeeeeees?" "We ordered two identical ones, one has got two slices and one doesn't." "Yeeeees. I put two slices on one." "Yes, but we ordered two identical ones and payed the same." "Yeeeees, I put two slices on one." "Yes, but we both want two slices one ours." "Yeeeees." "Now could you just give me two slices on a plate and all is good?" "Yeeees." Das ist dann normalerweise der Zeitpunkt, an dem die Kantinenchefin eingreift.
Dieses Schauspiel hat uns bekannt gemacht. Man freut sich mit uns. Ich werde es vermissen, yeees.

Cheers, eure Änk.

Ein Nachtrag: gestern hatte Antonias Sandwich keinen Schinken und kostete 5,95 AUD. Wir befinden uns immer noch in Australien....

Montag, 16. März 2009

As easy as one two three - hire a box

Ich sitze ganz entspannt in der Küche von Chomley Street 39 und harre der Dinge, die gleich kommen. Als erstes hoffentlich Antonia von der Schicht, damit ich den Herd anschmeißen kann. So ein freier Tag ist eine feine Geschichte. Und nun hab ich noch ganze weitere vier davon.
Entspannung ist hier aber auch unbedigt nötig.
Letzte Woche schöpften wir nochmal aus dem Vollen. Es steigerte sich: Donnerstag abend um neun mussten wir noch in halsbrecherischer Manier Abschiedsgeschenke erstehen für Personen, die in Kürze das Land verlassen. Wie gewohnt erfolgreich erledigt, dieser Auftrag. Nur, dass hinterher unsere Füße platt waren, ich noch keine Tasche gepackt hatte, geschweige denn, meinen Abschied von Siemens Ltd. Australien vorbereitet hatte. Das alles sollte nun Freitag geschehen. Von letztem Tag auf Schicht merkte ich erstmal nicht viel - musste ja alles noch erledigt werden und auf einmal hieß es dann Evakuierung. *Sirenengheul* Auch das noch, also alle auf dem Parkplatz wie gewohnt versammelt (kommt häufiger mal vor), ein bisschen in der Sonne geschwätzt und schon war alles wieder vorbei. Zum Glück nur eine Übung, denn die Buschfeuer sind nach ausgiebigen Regenfällen in der letzte Woche endlich unter Kontrolle. Und dann war auch schon Zeit für meine Abschiedsveranstaltung. Eigentlich hatte ich vor, mich heimlich und leise aus dem Staub zu machen. So aber nicht mit meiner Chefin und schwups waren 45 Gäste geladen, zu feinem Essen und Kaltgetränken. Und vielen Tränen. *Räusper* Es war trotz sehr viel Arbeit und einigen Nervenverlusten eine schöne Zeit bei der australischen Siemensfamilie, die ich sicher sehr vermissen werde. Ich hoffe wieder einmal mehr, das Sprichwort geht in Erfüllung: man sieht sich immer zweimal bei Siemens. Und wenn ich dafür in Bayswater ein Gepäckband aufbauen muss; ist mir egal, wenns da keinen Flughafen gibt.
Einige Pubdrinks später befanden wir uns wieder in Prahran. Denn am nächsten Morgen bei strömenden Regen begaben wir uns in Richtung Braeside, um mein Surboard in Empfang zu nehmen! Juhu! In der Woche davor hatte ich schonmal angerufen und vorsichtig gefragt, wie denn der Fertigstellungsgrad so ist (dazu bin ich ja nun schon lange genug im Land). "Yes, it's looking really great. You can come anytime, Anke. Looking forward seeing you!" Ich hatte für Freitag dann schon einen Spähtrupp hingeschickt, denn Judith und Mikosch juckte es in den Fingern (so doll, dass auch sie ein weiteres Gepäckstück aquirierten), der mir berichtete, dass mein Brett gut aussähe - aber ein Design darauf konnte nicht festgestellt werden. Jedenfalls war es dann Samstag mittag nach einer Stunde warten trocken, selbstverständlich musste der "Speziallack" erst noch trocknen *MiteinemFingerunterdasAugezeigundverständlichnickend* Nachtigall, ick hör dir trappsen. Ich bin begeistert! Es schiffte weiterhin und stürmte, so dass wir uns gegen Einweihung und für Kaffee auf Aix-au-Chapel entschieden. Und: PACKEN. Es stand nämlich bereits der nächste Programmpunkt an: mein Abschied mit den Mädels. Und was hatte die liebe Jasmin dafür auserkoren? Poledancing. Ja, richtig. Stangentanz. So. Zunächst einmal machten sich Judith und Mikosch jedoch auf die Rückreise, denn ihr Urlaub war nun leider vorbei. Damit ging die Besuchszeit zu Ende - und wieder einmal hab ich mich sehr gefreut, dass ihr da ward! Hoffentlich konntet ihr euch nach dem traurigen und stressigen letzten Jahr gut erholen und Australien hat mit seiner Tiefenentspannung gewirkt!
Zur Vorbereitung des Poledancings gabs Pizza und viel Prosecco. VIEL. Man muss locker sein, an allen Gelenken. Dann gings los, sieben Pole Divas übten schonmal an Straßenschildern. Letztendlich sahen wir eher aus, wie aus einer Adidaswerbung, in Sportklamotten und Stilettos, als wie professionelle Tänzerinnen. Wir fühlten uns wie beim Aerobic - bis wir anfingen, uns um die Stangen zu wickeln und gegenseitig zu bezirzen. Inklusive Federboa und Zylinder machte das einen äußerst guten Eindruck, möchte ich behaupten. Die ein oder andere entdeckte die männliche Seite an sich - und wir alle haben nicht schlecht gestaunt, als die Trainerin dann noch eine Show gab. Meine Herren, ganz schön schwindelerregend. Besonders schwindelerregend war auch das Paket, was ich zum Abschied bekam. Ich sage an dieser Stelle nur soviel: es ist rosa und da drin sind Sachen, die zu diesem Sport passen. Mal sehen, ob das noch ins Gepäck passt.... was für ein lustiger, letzter Mädelsabend! Danke!
Sonntag half alles nix und nach deftigem Frühstück im Orange wurde mein Brett in Torquay standesgemäß in australische Gewässer gelassen. Paella 1 war getauft. Im Meer, unruhig wie in der Waschmaschine, surften wir so unsere ersten Wellen (oder versuchten es). Ein schönes Gefühl. Dann zog ich noch schnell aus 31/20 St. Edmonds Road aus und in Chomley 39 ein und es ging ins Theater zu Alice in Woderland und schon war das Wochenende vorbei. Aber das ist ja einerlei, denn ich hab ja FREIHEI.
Nun genieße ich die wirklich letzten Tage, packe nochmal um (und nein, es passt NICHT alles in zwei Taschen) und mache Fotos bei grauem Himmel, Wind und Regen. Der Kreis schließt sich, man merkt, dass fast ein Jahr vorbei ist.....
In Kürze wieder in Echtformat. Cheers, eure Änk

PS: Jemand Interesse an fluoreszierenden Handschellen?

Im Melbourne Ordner findet ihr die aktuellen Bilder von meinen Abschiedsstreifzügen durch die schönste Stadt Australiens.

Donnerstag, 12. März 2009

Fortsetzung

Seit ein paar Tagen ist alles paletti und in trockenen Tuechern: nach meiner Rueckkehr in deutsche Lande wird es Torsten und mich nach Nuernberg im schoenen Frankenland verschlagen. Ich habe das Angebot von Baggage Logistics in Nuernberg angenommen und freue mich nun auf das Projektgeschaeft auf Flughaefen.
Anstelle des Oktoberfests und Weisswurscht werden wir nun also den Christkindlesmarkt mit Lebkuchen und Bratwuersten fuer Besucher zu bieten haben. Wir sind schon fleissig am Dialekt ueben, saemtliche K, P und Ts wurden schon aus unserem Wortschatz gestrichen und durch GG, BB und DDs ersetzt.

Cheers,
Eure Aengg.

Mittwoch, 11. März 2009

In Neuseeland oder “Ham? Neeeee!”

Der aufmerksame Leser und Geograph hat bestimmt schon festgestellt, dass auf meiner Australienexpedition noch ein wichtiges Element fehlte: Tasmanien! Richtig. Als ich das erstmal rausgefunden hatte und auch noch weiterer letzter Feiertag (Tag der Arbeit natuerlich) quasi zum Verreisen zwang, waren die Fluege auch schon gebucht. Wie es der Zufall so wollte, wollten Inga, Hendrik, Judith und Mikosch auch diese Insel im Sueden des australischen Festlandes besuchen. Um Tasmanien ranken sich die wildesten Geschichten: die laengste Zeit seit seiner Entdeckung war es eine Gefangeneninsel (mit dem Namen ‚van Diemens Land’) mit schlimmsten Folterungen, Inzucht und Vertreibung von Aborigines. Dazu kommt ein auesserst rauhes Klima – kein Wunder, denn zwischen hier und der Antarktis liegt nicht mehr viel. Naemlich gar nix. So machten wir uns also abenteuerlustig auf am Freitag abend, um in Launceston am Hub Backpackers auch auf Inga & Hendrik zu stossen. Diese schoene Jugendherberge im Herzen Launcestons im Norden Tasmaniens zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass unten drin ein Pub ist. Dieser Pub widerum zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er Freitags eine Schwulen- & Transvestitendisko, Samstags eine Stripbar ist. Wie schon gesagt, wir kamen Freitags an. Herr Scharf war auch schon da und schlief unter mir im Doppelstockbett. Naechsten morgen frueh nach sonnigem Fruehstueck gings los – in die Berge! Im Cradle Mountain Nationalpark wollten wir auf den Gipfel des Cradle Mountain wandern. Leider machte uns das angesprochene Wetter zu schaffen – es goss und stuermte naemlich. Gelobt sei Funktionskleidung. Am Aussichtspunkt auf den Gipfel sahen wir viel weiche Watte in Form von grauem Nebel, aber keinen Gipfel. Da es uns beinahe in die Watte reinwehte, beschlossen wir, umzudrehen und noch eine Runde um den Dove Lake zu drehen. Unten im Tal war es naemlich trocken, windstill und fast warm. Herrlich! Und dann ging es auch schon wieder zurueck, Zwischenstation fuer einen heissen Kakao (wie lange war ich schon nicht mehr durchgefroren gewesen und hatte das Beduerfnis nach heisser Schokolade gehabt) inklusive. Bis Judith fragte „Wie sieht denn eigentlich so ein Wombat aus? Hat das einen dicken Hintern und Puschel dran?“ Da dem so ist, hatten wir ausreichend Gelegenheit dank Judiths Adlerauge einige dieser possierlichen Tierchen sowie hunderte von Wallabies (tot oder lebendig) und Echidnas zu beobachten. Klein und gross. Und dann verliessen wir am Sonntag frueh nach ekelhaftem Fruehstueck Launceston (wo auch mein Lieblingsbier in Australien herkommt – James Boag & Son), um an der Ostkueste der Insel nach Bicheno und dem Freycinet Nationalpark zu duesen. Herrlich! Straende wie im Wilson’s Prom und klare Luft – man fuehlte sich ein wenig in Daenemark, Schweden, Neuseeland, der Lueneburger Heide oder aber auch auf Tasmanien. Es folgte eine wunderschoene Wanderung zur Wineglass Bay. Diese Bucht heisst, wie sie heisst, weil sie erstens rund ist wie ein Weinglas und zweitens frueher das Wasser blutrot war, vom vielen Walfang. Nun war es aber glasklar, tuerkis-blau, der Strand war schneeweiss, es huepften Wallabies rum, wir tranken einen schoenen Rotwein und huepften zu guter Letzt in die eiskalten Fluten. Ein bisschen unwirklich, weil kitschig das Ganze – aber so war es. Die folgende Nacht im niedlichen Bed&Breakfast war fuer Inga und mich nicht ganz so ruhig, weil wir uns leider den Magen verdorben hatten. Am naechsten morgen beobachteten wir Tintenfisch-Fischer am Pier von Bicheno, wie sie sich blaue Haende holten, weil sie die Fische zerlegten. Die Fische hatten bestimmt ein Lamydepot ueberfallen – so viel Tinte im Bauch! Ueber weiter traumhaft schoene, einsame Kuestenstrassen fuhren wir in Hobart ein, Hauptstadt des suedlichsten Bundesstaates. Was fuer ein niedliches Hafenstaedtchen. Gemuetlich tranken wir Kaffee in der Sonne, kauften leckersten Kaese (tasmanische Spezialitaet) und bummelten da so rum. Und dann ging unser Flieger nach Melbourne zurueck. Abschied von inga & Hendrik – wie schoen, dass wir ein Teil des Australienabenteuers zusammen erleben konnten! Und Tasmanien ist in jedem Fall eine Reise wert – eine Reise zurueck in der Zeit, durch englische Doerfer der sechziger Jahre, durch Regenwald, vorbei an weissen Straenden und klarem Wasser, vorbei an unzaehligen Tieren, durch klare Luft, ohne anderen Menschen zu begegnen – ein Traum.
Der Rueckflug war toll – wir hatten tolle Sicht und so kam es, dass ich einen Rundflug ueber Victoria bekam. Ueber den Wilson’s Prom (wo es leider immer noch brennt), ueber die Dandenongs (wo man die verbrannten Stellen sehen konnte), ueber Siemens und und und. Ein Gaensehautflug – ein bisschen, wie zum Abschied.

Abschied war sowieso ein grosses Wort letzte Woche, denn Hals ueber Kopf verkaufte ich mein weisses Safarimobil an einen windigen Reifenhaendler. Zu dem hatte Antonia ja beste Beziehungen nach unserem Bergfestwochenende, aber diese Bande sind nun zerschnitten, nachdem sich das weisse Safarimobil als ziemlich krank erwies. Mein armes Mobil wird nun vermutlich einer Putzflotte angehoeren – ich bin ein wenig traurig. Das gute Stueck! *GotthabesseligmitzweiFingerneinKreuzmach* Nun folgen eine Woche lang Abschiedsfeiern – die Taschentuecher liegen bereit.

Cheers, Eure Aenk.

Montag, 2. März 2009

Quietschende Reifen

Und schon wieder Montag, schon wieder eine Woche vorbei, schon wieder ein Bericht notwendig. Wo waren wir stehen geblieben? Nachdem wir also Judith und Mikosch auf den Weg in Richtung Adelaide in ihrem Luxuscamper gebracht hatten, nahmen die Dinge in Melbourne ihren gewohnten Lauf.
Kurz-Filmfestival in der Sydney Myer Music Bowl am Sonntagabend mit Roderick, Antonia und einem ordentlichen Picknick. Montags früh um halb sieben dann wieder Empfangskomitee, dieses Mal in der Königsdisziplin: Hochzeitreisen. Annika und Stefan (oder auch Frau und Herr Kunk) gaben sich die Ehre. Hotel Stahn hatte die Betten gelüftet und den Schampus gekühlt, die Woche fing also gut an. Leider waren auf Schicht ein bis zwei Nachtschichten nötig, so dass wir unser Freizeitprogramm leider danach richten mussten. Dienstagabend war schon wieder alles im Lot und die Talsperren wurden beim Oriental Tea House gefüllt. War ja schließlich Karneval. Ja und dann kam Mittwoch. Abreisetag für Stefan und Annika in Richtung Adelaide (da muss es gerade was umsonst geben…) und Musiziertag für Antonia und Anke. Wir hatten uns eingebildet, man könne dieses Land nicht verlassen, ohne wenigstens einmal in ein australisches Alphorn (im Volksmund auch Didgeridoo genannt) geblasen zu haben. Eigentlich darf die Frau bei den Ureinwohnern das nicht, wie wir gelernt haben. Aber es hat keiner gesehen. Psst. Bei dem Didgeridoo handelt es sich um ein obertonisches Blasinstrument. Eine Stunde lang versuchten wir uns. Ich fühlte mich an Blockflötenzeiten mit Inga und Maren in der Musikschule erinnert. Allerdings war dieses hier mit Hyperventilation verbunden, so dass wir beide nach einer halben Stunde zwar meditative Klänge aus den guten Stücken heraus lockten – aber auch gleich ein meditatives Körpergefühl dazu bekamen, weil wir die zirkulative Atmung einfach nicht beherrschen. Oder könnt ihr euch mit der einen Hand auf den Kopf klopfen und mit der anderen den Bauch reiben? Wir hatten eine Menge Spaß! Bbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbb......




Dann fand noch ein Treppenlauf auf den 1.000 Stufen in den Dandenongs statt, weswegen ich bis heute laufe wie ein Emu und schon war wieder Wochenende. Erneute Feuerwarnungen wegen Wetterumschwung – aber größere Katastrophen blieben zum Glück aus. Die Situation ist nach wie vor sehr angespannt und viele der Feuer sind noch nicht unter Kontrolle. Für diese Woche wird wieder Schlimmes erwartet, heute hat jeder von der Polizei Victorias eine Brandwarnung per SMS auf das Handy bekommen. Jeder ist froh, wenn der Sommer vorbei ist. (Offiziell ist er das übrigens seit heute. Das soll es nun also schon gewesen sein mit dem australischen Sommer?! Die Tage werden jedenfalls schon wieder kürzer... )
Jaaaa und Samstag dann ein ganz besonderes Schmankerl. In einer echten australischen Surferbude hab ich mir mein eigenes Brettchen bestellt. Nach Führung und Begutachtung der Werkstatt (und ihren Arbeitern…) hab ich mir ein Design überlegt und nun warte ich gespannt auf das gute Stück! Juhu, in zwei Wochen ist Taufe! Weiter ging es zum Hochzeitsnachfeiern von Christine und Stefan am Strand von Carrum und zu guter Letzt noch ein Geburtstagsessen mit und von Caro im italienischen Viertel Lygon Street. Happy Birthday! Dieses Viertel kannte ich bisher gar nicht, ist aber wunderbar. Man fühlt sich wie in Italien. Und lecker ist das auch! Herrlich.
Zum Aufklaren des Kopfes, wie könnte es anders sein, ging es Sonntag wieder nach Torquay, einmal surfen bitte. Und alles war wieder gut.
Nun sitze ich in meiner Wohnung und verkaufe mein Hab und Gut, um alles am Ende in zwei Taschen über den Ozean transportieren zu können. Wenn jemand also noch ein Auto, Campingstühle, Kocher, Kopfkissen, Wäscheständer oder auch Kleiderbügel braucht – einfach mal melden. Das kriegen wir hin.
Und dann möchte ich heute noch etwas ganz Besonderes aus der Familie bekannt geben: seit Samstag, dem 28.2.2009, hat die Welt nämlich einen Erdenbürger mehr. Der kleine Jakob ist gesund und munter geboren, herzlichen Glückwunsch für Mama Anna und Papa Martin und alles Gute für euch drei! Ich freue mich auf das erste Kennen lernen!

Cheers, die Tante aus Australien.

PS: Im Melbourne Album findet ihr einige neue Bilder der Stadt und ihrer Bewohner, geschossen mit meiner neuesten Errungenschaft.