Sonntag, 21. Dezember 2008

Alle Jahre wieder....

Vom Ende der Welt wünschen wir Euch allen ein frohes Weihnachtsfest und anschließend einen wundervollen Start in ein glückliches neues Jahr 2009!
Wir verbringen unser erstes Weihnachten alleine unter den Palmen Queenslands, bevor wir die Korken in Sydney mit Mama, Papa, Inga-Marie und Hendrik knallen lassen. Im Anschluss folgt dann eine gemütliche Campingreise entlang der Küste Queenslands.
Ab Mitte Januar meldet sich die Redaktion mit den neuesten Eindrücken zurück.

30 Grad heiße Weihnachtsgrüße aus Melbourne senden Torsten und Anke.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Lara Croft & Harry Potter

Fotografiert von Peter - schön, dass du uns besucht hast! Und schade, dass nun die Geschichten aus Bangladesh aufhören... aber wer weiß, was sich in Gütersloh alles abspielt!

Ein gutes Heimkommen und Eingewöhnen wünscht der frische Hugh Jackman Fan.

Dienstag, 16. Dezember 2008

In der Weihnachtsbäckerei...

... gibts so manche Leckerei. Zwischen Mehl und Milch macht so mancher Knilch eine riesengroße Kleckerei- in der Weihnachtsbäckerei, in der Weihnachtsbäckerei. Wo ist das Rezept geblieben von den Plätzchen, die wir lieben? Wer hat das Rezept verschleppt? In der Weihnachtsbäckerei gibts so manche Leckerei. Zwischen Mehl und Milch macht so mancher Knilch eine riesengroße Kleckerei- in der Weihnachtsbäckerei, in der Weihnachtsbäckerei.
Na, dann müssen wir es packen, einfach frei nach Schnauze backen - schmeißt den Ofen an - ran! Brauchen wir nicht Schokolade, Zucker, Honig und Succade und ein bischen Zimt? Das stimmt.
Butter, Mehl und Milch verrühren, zwischendurch einmal probieren und dann kommt das Ei -vorbei. In der Weihnachtsbäckerei gibts so manche Leckerei. Zwischen Mehl und Milch macht so mancher Knilch eine riesengroße Kleckerei- in der Weihnachtsbäckerei, in der Weihnachtsbäckerei. Bitte mal zur Seite treten, denn wir brauchen Platz zum kneten. Sind die Finger rein? du Schwein! Sind die Plätzchen, die wir stechen, erstmal auf den Ofenblechen, warten wir gespannt - verbrannt. In der Weihnachtsbäckerei...

Freitag, 12. Dezember 2008

Ich war hier auch noch nie

Letzten Donnerstag eilte ich vom fernen Osten der Stadt (dem schönen Bayswater) durch zwei elend lange Stunden Feierabendverkehr an die Southern Cross Station, um meine zwei reisenden Hannoveraner wieder in Empfang zunehmen. Bei leckerem Essen auf der Aix-au-Chapelle wurde mir die Ostküste des Landes sehr ans Herz gelegt sowie von Kamelen mit abgefahrenen Beinen im Outback berichtet. Sarah und Gunnar waren total begeistert von ihrer Reise bis hier, was mich natürlich freute – aber das konnte doch gesteigert werden?! Was tut man da? Man bestellt herrlichstes Wetter für einen Tag Sightseeing und feiert am Freitagabend in den kleinen Gassen Melbournes ausgiebigst das Wochenende und leider auch schon ein bisschen den Abschied von David, unserem Lieblingsaustralier. Er hat sich gegen den petrolgrünen Stempel entschieden und für eine Bar in Vietnams Bergen. Ähnliche Geschichte. Ich war jedenfalls wieder einmal begeistert von den Hinterhöfen der Innenstadt. In meiner ganzen Zeit hier war ich noch nicht einmal in einem Club zweimal. Das hat mehrere Gründe. Erstens: ich bin selten da. Zweitens: es gibt zu viele. Drittens: ich finde sie nie wieder. Man geht in die dunkelste Ecke und denkt, ist gleich Ende an den Mülltonnen und man tritt durch eine verrottete Tür und auf einmal steht man im angesagtesten Pub mit Livemusik. Das macht Spaß, besonders wenn man dabei einen dreiviertel Liter Melbourne Bitter von Gunnar in die Hand bekommt, Sarah sich sofort mit schwarzen Afghanen anfreundet und die Luft sehr lustig riecht. Das ist Melbournes Nachtleben.
Samstag kam schon früh der Nikolaus. Trotz ungeputzter FlipFlops, die wir rausgestellt hatten, war er fleißig. Ein wenig zu bedenken gab uns die Tatsache, dass die Lindt-Rentiere aussehen wie Osterhasen. Aber bei dem Wetter passt das auch. Schnell ein deftiges Frühstück bei Amici eingeschoben und schon gings los. Das dolle Trio machte sich auf in Richtung Direct Factory Outlet in der Stadt. Shoppen. Das geht so: Sarah sagt, was wir brauchen und Anke und Gunnar ziehen an, verhandeln das Doppelpack und kaufen. Klappte wiederholt super und wir machten ein Schnäppchen nach dem anderen. So kam es auch, dass ich mir im Sommer Australiens neue Winterstiefel kaufte. Zur Belohnung gabs für uns alle den obligatorischen Starbuckskaffee und eine neue Gutschrift auf meinem Punktekonto bei der australischen Verkehrsbehörde. Falsch geparkt, 57 australische Dollar ärmer. Wie war das mit Schnäppchen?
Schnell weg, das Wochenendausflugsziel rief. Wir hatten uns eine Hütte in den Grampians gebucht. Dieses Gebirge liegt im Nordwesten Melbournes, hinter den so genannten Goldfields. Diese haben wir uns gekniffen und uns stattdessen mit den Kängurus an unserer Hütte angefreundet. Obwohl wir uns hüpfend näherten (angeblich die ernergetisch sinnvollste Art der Fortbewegung), wurden wir aber nicht richtig warm. Wir hatten einen gemütlichen Abend inklusive Kochkurs a la Anke Teil 1 für Sari und schwelgten in Erinnerungen von damals. Früh am Sonntag wanderten wir los, zu dem Pinnacle, einem Aussichtsfelsen mit wunderschönem Ausblick über die Hochebene. Zwischendurch gabs mal einige ungewollte Klettereinlagen, aber das muss auch sein. Die Grampians sind nämlich eines der bekanntesten Klettergebiete weltweit. Jaha! Es gibt dort auch Wasserfälle. Um diese zu sehen wandert man ungefähr einen Kilometer mit 80% Steigung, um am Ende wieder am Anfang anzukommen. Hä? Na, egal. Trotzdem schön. Gemütlich fuhren wir in Melbourne ein, um den zweiten Teil des Kochkurses a la Anke zu absolvieren: Frikadellen mit Erbsen und Möhrchen. Deutsche Küche zum zweiten Advent. Montag und Dienstag verabschiedeten sich die beiden und befuhren die Great Ocean Road. Ich renovierte mich, um dann Dienstagabend fit zu sein. Es geschah nämlich Folgendes: nicht nur Sarah und Gunnar kamen zurück, nein, auch ein anderes bekanntes Gesicht gab sich die Ehre: Antonia! Sie war mit ihrem Schätzelein und dem flotten Townace-Van durch drei Wochen Regen über die Nullarbor Plain in Melbourne eingetroffen. Applaus! Wenn das kein Grund zur Freude ist! Soviel Informationsaustausch an einem Abend, mir rauchte der Kopf. Gestern wurden dann noch weitere Schnäppchen erstanden (noch billiger, gell Sarah) und noch leckerer gegessen, Weinchen verköstigt und schon musste ich die beiden schweren Herzens wieder gehen lassen. Nun haben sie hoffentlich noch eine schöne Woche in Sydney – noch ein Paar Ugg Boots für Lena kaufen (mir ist noch nicht ganz klar, von welchen freien Kapazitäten in welcher Tasche Sarah sprach, aber im Zweifel zaubert sie eine aus ihrem Rucksack…) und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Für das Protokoll: schön, dass ihr da gewesen seid, ihr Lieben!
Aber bei mir sind die Tage bis zum Urlaub zum Glück auch gezählt. Auf Schicht ist alles wie immer im Dezember – es muss an den Keksen liegen – viel zu viel zu tun. Ich habe also noch kein einziges Weihnachtsgeschenk und noch keine Kekse gebacken. Die Stimmung fehlt auch noch komplett. Bei 25 Grad und Sonnenschein fällt es mir sehr schwer zu glauben, in zwei Wochen wäre Weihnachten. Daran ändern auch vier Weihnachtsbäume im Büro und Chris Reas „Driving Home for Christmas“ (schon seit Wochen fährt der) nicht viel. Die Weihnachtszeit in Deutschland ist schon etwas Besonderes. Ich würde gerne jetzt mit euch einen Glühwein trinken oder gemütlich Tee mit Keksen schnurpsen... *melancholischerBlick*
Aber dann schau ich raus und die Sonne scheint und es ist ein herrlicher Tag ... Sonnenbrille auf, kurze Buchse an und alles ist gut!
Hohoho, eure Änk.

Gruetzi

Ich bin ein wenig hinterher mit der Berichterstattung, aber nun muss ich kurz etwas Aktuelles einschieben.
Wir waren gerade zum Mittag in der Schweiz und haben dort das leckerste Mittagessen seit sieben Monaten gegessen: Leberkaessemmeln und zum Nachtisch Negerkuss mit Russisch Brot. Fuer heute abend haben wir auch gleich eingeholt: Fleischsalat. Marzipankartoffeln und Lebkuchen sowie Weisswuerste, Euka Kerzen und Raclettegeraete haben wir fuer das Fest aufgehoben. Herrlich! Man geht in den Laden rein und alles ist wie zu Hause (bis auf die laaaaaangsame Sprache der Schwiezerrrrr...) und man geht aus der Tuer heraus und ist gleich wieder in Australien und geht ins Bayswater Hotel fuer Freitagsmittags-Kaltgetraenke.
Nun ist die Laune noch besser als ohnehin schon an einem Freitag nachmittag.
Pfueati, eure Aenk.

Montag, 1. Dezember 2008

Land in Sicht!

Donnerstag kam mein Kollege Dan zu mir und fragte mich, was ich
denn so Freitag mittag vorhätte. Etwas ungewöhnlich Zeit für eine Verabredung dachte ich, aber der gewählte Ort war auch nicht gerade romantisch: der Grill unserer Abteilung. Man hatte sich vorgenommen, mir beizubringen, wie man den australischen Nationalsport durchführt und so lernte ich das Grillen von 50 Spießen, 90 Steaks, 250 Würstchen, 2 Fisch und 4 Veggieburgern. Um am Ende selbst wie ein Burger zu stinken. Aber lustig wars und den Gästen hats geschmeckt, mate!

Es folgten: zwei Tage Dauerregen. Und zwar so doll, dass man teilweise die Hand nicht vor Augen sehen konnte. Aber wir brauchen ja das Wasser.... leider fiel diese ungewohnt lange Regenzeit genau auf den letzten Ausflug der Franke-Stahn-Kombo. Ramona flog Freitag abend aus Sydney ein, damit wir uns gen Osten aufmachen konnten. Mallacoota im Crooajingolong Nationalpark, direkt an der Küste und Grenze zu New South Wales. Für die erste Nacht hatten wir uns im idyllischen Seaspray am längsten Strand der Welt (dem so gennanten 90 mile beach) auf dem Campingplatz eingemietet. Der aufmerksame Leser wird nun sicher merken, dass hier was nicht passt. Das Wetter. Es goss. Es stürmte. Irgendwie fanden wir in den Pfützen in australischer Finsternis ein Fleckchen Rasen und schlugen das Zelt auf. Schnell in den Schlafsack gemummelt und geschnarcht. So ein Plätschern kann auch beruhigen. Am nächsten Morgen: es goss. Es stürmte. Außer uns waren ungefähr zehn weitere Leute in Seaspray, das seinem Namen alle Ehre machte. Passend zum bisherigen Verlauf unserer Reise hatte ich auch noch den Kocher vergessen. Dafür aber drei Gasflaschen eingesteckt. Kein Kaffee. Meine Laune wurde nicht gerade besser. Was nützt einem der längste Strand der Welt, wenn man nicht mal 20m weit schauen kann?! Schnell weg. Durch Wasserlöcher fuhren wir stumpf weiter an der Küste. Durch Lakes Entrance mit seinen Pelikanen und Urlaubern. Dieser Ort bildet den Beginn der Seen-Landschaft in South Gipsland, wie dieser Fleck in Victoria auch heißt. Man könnte auch Mecklenburger Seenplatte sagen. Der Himmel klarte ein wenig auf. Wir fassten Mut und beschlossen, doch noch das Ziel Mallacoota anzusteuern. Kleine Künstlerstadt in mitten idyllischer Seen. Und so war es denn auch. Durch den Crooajingolong Nationalpark hindurch und auf einmal war man da, in diesem niedlichen Ferienort, der glaub ich mehr Bootsrampen und definitiv mehr Pelikane als Einwohner besitzt. Wir fanden ein wunderschönes Bed & Breakfast, denn nach zelten war uns doch nicht mehr (Luxusweibchen). Nach einem langen Spaziergang am Strand in einer einstündigen Regenpause zauberten wir in der riesigen Küche ein herrliches Abendessen, dass wir dank eines plötzlichen Wetterumschwungs sogar auf der Veranda am See verspeisen konnten. Eine herrliche Nachtruhe später erwachte ich und dachte, ich träume: die Sonne blinzelte durch die Vorhänge und der See glitzerte. Wieder einmal war man uns gnädig und so kam es, dass wir an der Küste und im Nationalpark einen herrlichen Sonntag verbrachten. Mit vielen Fliegen, der lästigen australischen Landplage, und mit dem Point Hicks. Diese Landzunge war das Erste, was Herr Cook damals von seiner Endeavour aus von Australien gesehen hat. Und weil sein erster Lieutnant Hicks hieß (man munkelt, er litt an chronischem Schluckauf), heißt das Stückchen mit Leuchtturm auch heute noch so. Ein herrliches Stück Küste in einem der unbekanntesten Nationalparks des Landes, der aber nicht zu unrecht zum Weltkulturerbe gehört. Leider drängte die Zeit und sechs lange Stunden Autofahrt später waren wir wieder in Melbourne.
Das letzte Wochenende mit glücklichem Ausgang der Franke-Stahn-Kombo endete heute morgen um fünf, als Ramona in ihr Taxi zum Flughafen stieg. Für sie geht es nun wieder nach Deutschland, denn ihr Infojahr neigt sich dem Ende zu. Vielen Dank für eine schöne Zeit in Australien, liebes Ramönchen. Und viel Glück bei Deinem Start in der alten Heimat Berlin! Und wenn sie nicht gestorben sind, dann reisen sie noch heute...

Adventsgrüße aus Melbourne von eurer Änk.

PS: Weitere Bilder folgen.