Sonntag, 27. Juli 2008

It’s something about Christmas time…

… that makes you wish it was Christmas every day…

Es herrschen seit Wochen weihnachtliche Temperaturen von rund 4 – 14 Grad Celsius. Dazu ein herrlicher Landregen, abwechselnd mit Hagel, gerne auch mal waagerecht. Bei ALDI wird Glühwein feilgeboten, Marke „Christengel“. Ich warte also täglich auf das erste Weihnachtslied im Radio. Und tatsächlich - für das Wochenende 25. und 26. Juli wurden allerorts Weihnachtsfeiern anberaumt, Siemens veranstaltet seinen jährlichen Winterball. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen und wenn die Australier nun also gerne Weihnachten feiern wollen, dann machen wir doch glatt mit! Was isst der Deutsche gerne an Weihnachten? Na klar, Raclette. Attänschen, a Pfännschen! Dieses Gerät löste bei den Australiern totale Begeisterung aus – ein Tischbarbecue ist nun wirklich eine feine Erfindung der Europäer. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Antonias Chef, der uns seinen Gourmetgrill überlassen hat, denn keiner von uns hatte bei seiner Packliste für Australien an ein Raclettegerät gedacht.




Nachdem das Menü also feststand, hieß es gestern für Antonia und mich mal wieder, einen samstäglichen Ausflug mit Corolla nachn ALDI hin zu machen. Nach 1,5 Stunden war der Wagen bestens gefüllt, falls Weihnachten länger dauern sollte oder der Wintereinbruch schlimmer würde, waren wir bestens präpariert. Für eine horrende Summe gabs dann sogar Original stinkenden Raclettekäse von Heidi. Lecker!
Kürbissüppchen gekocht, alles andere geschnippelt und schon bescherten wir uns eine besinnliche Feier bei Rolf Zukowskis Weihnachtsliedern und ein wenig Dekoration. Weil hier gerade die Osterglocken blühen, haben wir Ostern gleich noch mitgefeiert.

Ich wünsche Euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest und frohe Ostern im Kreise Eurer Lieben.

Cheers, Eure Änk.

PS: Es ist nicht gut, zu lange auf dem Kopf zu stehen.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Waltzing Matilda

Once a jolly swagman sat beside the billabong,
Under the shade of a coolibah tree,
And he sang as he sat and waited by the billabong
You'll come a waltzing matilda with me.
Waltzing matilda, waltzing matilda
You'll come a waltzing matilda with me
And he sang as he sat and waited by the billabong
You'll come a waltzing matilda with me.
Down came a jumbuck to drink beside the billabong
Up jumped the swagman and seized him with glee
And he sang as he tucked jumbuck in his tuckerbag
You'll come a waltzing matilda with me.
Waltzing matilda, waltzing matilda
You'll come a waltzing matilda with me
And he sang as he sat and waited by the billabong
You'll come a waltzing matilda with me.
Down came the stockman, riding on his thoroughbred,
Down came the troopers, one, two, three.
"Where's the jolly jumbuck you've got in your tuckerbag?
You'll come a waltzing matilda with me.
Waltzing matilda, waltzing matilda
You'll come a waltzing matilda with me
And he sang as he sat and waited by the billabong
You'll come a waltzing matilda with me.
Up jumped the swagman and plunged into the billabong,
"You'll never catch me alive," cried he
And his ghost may be heard as you ride beside the billabong,
You'll come a waltzing matilda with me.

(Banjo Paterson, 1895)

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Da ich dieses Lied in den letzten Monaten so oft gehört habe, wurde es langsam mal Zeit, ihm vorsichtig auf den Grund zu gehen. Dass das nicht die Nationalhymne ist, hab ich schon beim letzten Rugbyspiel gegen die Kiwis herausgefunden. Was dann? Nicht mal das Niedersachsenlied wird annähernd so oft gebrummt. Inspektor Änk ermittelt.

Heute abend hab ich die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen und mal in einer gemütlichen australischen Runde genauer nachgefragt. Aha! Es handelt sich dabei nicht um die Titelmelodie eines Tanzkurses sondern um das beliebteste australische Volkslied.
Es erzählt die Geschichte eines Wandersmannes auf der Walz (= Waltz) im Outback (der muss ein großes Büddel = Matilda auf Tasche gehabt haben), der am Lagerfeuer mit einem gestohlenen Schaf sitzt und bevor er sich von der Polizei dafür verknacken lässt, sich lieber selbst im Wasserloch (= Billabong) ertränkt.
Diese Zeilen berühren die Australier derart, dass sich, als es zur Lossagung vom britischen Empire und "God shave the Queen" kam, ein betrachtlicher Anteil der Bevölkerung für dieses Lied als Nationalhymne ausgesprochen hat. Es entspricht den australischen Werten, sich niemandem unterzuordnen, was wohl hauptsächlich immer noch aus der Vergangenheit als Gefangenenkolonie rührt. Und hier ist Swagman:
Letztendlich hat doch eine andere Weise den offiziellen Wettbewerb gewonnen (Advance Australia Fair). Der Text davon ist aber nur halb so spektakulär, weil einfach und verständlich.

Wieder was gelernt, nun kann ich beruhigt in mein Bettchen klettern.
Cheers, Eure Änk.

Die Musi spuilt hier (inkl. ein wenig Känguru-Patriotismus):
http://users.bigpond.net.au/anva/waltzing_matilda.htm

Mittwoch, 16. Juli 2008

Mit Nä und Wa unterwegs im Northern Territory

Nachdem ich mich nun gerade beim Yoga den Kopf unter meine Fußsohlen gesteckt habe, bin ich total entspannt und muss euch doch mal ein paar neue Geschichten erzählen.
Wie schon letzte Woche angekündigt, habe ich mir für die Erreichung des Vierteljahrhunderts ein Geschenk gemacht und bin in die Wärme nach Darwin in das Northern Territory von Australien geflogen. Dabei habe ich die Billigflieger Australiens lieben gelernt, denn sie fliegen vorzugsweise zu nachtschlafenden Zeiten und man lernt, wie man auch auf einem Flughafen die Tiefschlafphase erreichen kann. Das geht! Nachts von 2 bis 3 fliegen von dem wohl gemerkt internationalen Flughafen Darwins nämlich keine Flieger ab und es landet auch nix, so dass in der Halle eigentlich eher die Stimmung eines Jugendherbergsschlafsaals herrschte: es wurde geschnarcht. Jeder für sich, allemann in einer Reihe. Gelobt sei Schlafsack und Fleecedecke. Die eintrudelnden Anrufe aus Deutschland musste ich auch außerhalb des Gebäudes entgegennehmen, da ich sonst die Nachtruhe des Etablissements gestört hätte. Der Kaffeemann hatte auch zu. Da schlummerte ich also vor mich hin und schuppdiwupp stand auf einmal ein bekanntes Gesicht in dieser tropischen Umgebung vor mir: Damaris aus Singapur! Juhu! Schulle united, wir kommen! Noch mal kurz frisch gemacht und vor allem – kurze Hosen angezogen! War Hitze! Und das morgens um 4! Um die Zeit zum Frühstück zu überbrücken hat uns ein holländischer Busfahrer in das Zentrum von Darwin kutschiert, wo wir dann auf einer Parkbank vor uns hin dämmerten, bis uns die Sonne weckte. Jaha, die Sonne! Nach ausgiebigem australischen Frühstück ging dann der spannende Teil los: das Abholen unseres gemieteten „Wicked Campers“. Diese speziellen Wohnmobile zeichnen sich durch ihren Preisvorteil aus. Sie sind sehr bunt bemalt und besprüht und mit einem Bett und einer Spüle ausgestattet. „Wicked“ heißt übersetzt alles zwischen abgefahren, verrucht, böse, gefährlich, schlimm, schelmisch und stark. Aha. Mal sehen. Alles wünschen half nix, uns war einer fest zugeteilt und anstelle von Snoopy gabs Buße auf dem Bus... Wir wurden noch kurz in die tägliche Routine eines jeden Wicked Campers eingeführt: morgens hat man den Wasser- und Ölstand zu überprüfen. Da wären wir wieder bei meinen Autokenntnissen. Bei diesem Fahrzeug war das aber einfach: man klappe die Sitzbank hoch und tata! Alles da. Damaris hat diesen Part hervorragend erfüllt. Applaus! Wenn die Schiebetür mal nicht aufgeht – einfach an einem Berg anhalten und noch mal probieren. Trickkiste!
Getankt, ausgestattet mit Lebensmitteln und Elixieren sowie den ersten Erfahrungen befuhren wir den sagenumwobenen Stuart Highway kurz hinter Darwin. Dieser führt von Darwin ganz im Norden des Kontinents mitten durch die verbrannte rote Mitte vorbei an Alice Springs und dem Uluru bis nach Adelaide im Süden (ihr erinnert euch). Davon haben wir in den 4 Tagen wieder mal nur ein Klitzkleinesbisschen gesehen.
Der erste Stop war der Outback Pub Humpty Doo, bekannt für seine Abgeschiedenheit in Mitten der Wildnis. Urig!
Nach einer Erfrischung haben wir uns dann für eine Bootsfahrt auf dem Adelaide River entschieden – denn hier sollte man bei Jumping Crocodile Cruises die Echsen in Aktion bewundern können. Wir waren nur vier Mädels aus dem Schiff, dafür aber umso mehr Krokodile. Sie wurden mit Fleisch angelockt und sind dann aus dem Wasser rauf gesprungen. Unheimlich! Ich mag diese Tiere nicht! Sie werden ganz schön groß, besonders die Salzwasserart. Brrrr! Als Wegweiser haben wir auch gleich noch einen ganzen Schwarm Kakadus gesehen, die Kollegen machen ganz schön Radau! Gegen abend haben wir dann auch den Kakadu Nationalpark mit unserem Mobil erreicht und dort unseren ersten Campingplatz bezogen. Ich kam mir permanent vor, wie ein Mitglied der Serie „Die Camper“ bei RTL Freitag Nacht. Allerdings waren die Campingplätze super in Schuss und Atze und Bine waren auch nicht vor Ort. Stattdessen parkten wir neben drei Franzosen, mit denen wir dann einen gemütlichen Abend unter einem phänomenalen Sternenzelt hatten. Um uns rum viel Natur, Dingos, Mücken, Kakadus. Mir ging die ganze Zeit mein Französischbuch aus der 7. Klasse durch den Kopf, wo Pierre mit seiner Familie in Poitiers zum Campen geht. Ils ont fait du camping.
Am nächsten Tag waren wir um 10 Uhr morgens so gut wie die letzten, die den Platz verlassen haben. Die Australier hatten ihre Zeltstädte schon abgebrochen, es wurde auch schon wieder warm. Als erstes erwartete uns die Aborigine Rock Art von Ubirr. Dazu muss man wissen, dass das Northern Territory zu 50% den Aborigines gehört und z.B. der Kakadu Nationalpark an die Regierung zurückvermietet wird. Gleich hinter der Grenze des Parks beginnt das Arnhem Land, das von Aboriginal Communities bewohnt und beackert wird. Du kommst da nicht rein, du kommst da nicht rein. Aber in Ubirr an der Grenze gibt es eben auch schon Felsmalereien zu begutachten. Hauptsächlich handelt es sich bei den Bildern um Fische. Und zwar immer die gleichen – nämlich den heimischen Flussfisch, den Barramundi. Ab und zu gibt’s noch ein paar Männeken, die auf Jagd gehen. Es ist also begrenzt spektakulär und ausnahmsweise muss ich den Franzosen mal Recht geben – sie hatten uns schon erzählt, dass die Höhlen von Lascaux natürlich viel beeindruckender seien. Aber schön wars. Das Tolle an den Felsen von Ubirr ist allerdings die Aussicht, wenn man oben hoch geklettert ist. Man kann von da den ganzen Kakadu Park überblicken, sowie das Arnhem Land. Das war wirklich schön!

Der Nationalpark ist der größte von Australien und gehört zum Weltkulturerbe. Ich weiß jetzt, wieso. Außerdem wurde dort Crocodile Dundee gedreht. Auch das weiß ich jetzt, warum.
Genug Kultur, zurück auf die Straße. Wir hatten ja noch ein gutes Stück für den Tag vor uns: über den Kakadu Highway gen Süden nach Katherine. Unterwegs haben wir riesige Buschfeuer gesehen, es knisterte wie am Osterfeuer. Manche davon sind extra von den Aborigines angezündet, um zu roden und zu ernten, manche sind natürlichen Ursprungs und natürlich gibt’s auch in Australien Kokelfritzen. Die sind dann für den Rest zuständig. Das ein oder andere Feuer war gefährlich nahe an der Straße, so dass alles verqualmt war. Aber unser Camper hat uns treu zu unserem Tagesziel gefahren: Katherine am Stuart Highway. Es war schon dunkel, aber einige prägende Eindrücke haben wir von der Stadt gleich bekommen:
1. Der Highway sieht hier aus wie der Friedhof der Kuscheltiere, überall liegen Kängurus am Rand. Durch das Outback fahren riiiiesige LKW’s, so genannte „Road Trains“, die bis zu 100m lang sein können und aus drei großen Truckanhängern hinter einander bestehen. Diese Gefährte haben einen Stoßfänger und damit nehmen die das ein oder andere Tierchen mit, ohne mit der Wimper zu zucken. Als normaler Autofahrer ist es nicht so gut, nachts zu fahren. Entsprechende Ergebnisse haben wir auch häufig gesehen.
2. Die Aborigines boten in Katherine einen besonders traurigen Anblick – viele waren doll betrunken oder bekifft vom Benzin schnüffeln. Es gibt extra ein besonderes Benzin an manchen Tanken, das nicht so riecht. Das soll helfen, die Sucht zu unterbinden. Das Thema mit den Ureinwohnern ist nicht so beliebt und das muss ich an anderer Stelle mal erzählen. Dauert länger. Bis jetzt stimmt mich das Bild jedenfalls eher traurig.
3. Campingplätze sind nicht immer da, wo man sie vermutet und abends ab 22:00 Uhr ist da Nachtruhe. Allemann ins Bettchen, huschhusch! 4. Auch im Outback und dazu noch auf der linken Seite wird geblitzt, gell Damaris?
Am nächsten morgen ging es mal wieder früh los (freie Tage zum Ausschlafen sind in meinem Infojahr bisher an einer Hand abzuzählen…), in den Nitmiluk Nationalpark. Dort gibt es die Katherine Gorge zu bewundern – eine Schlucht, durch die ein glasklarer Fluss fließt. Wir haben uns wegen der Mittagshitze für den kurzen und als leicht beschriebenen Wanderweg entschieden. Das war auch gut so – denn auch der hat eine Stunde gedauert und wurde begleitet von besorgten Australiern, die uns darauf hinwiesen, dass wir unbedingt Hut, Sonnencreme und lange Sachen zu tragen hätten. Nach eine kraxeligen Wanderung kamen wir unten in der Schlucht an und haben uns unserer Klamotten entledigt, um gleich mal in das kühle, klare Nass zu hüpfen. Gemeinsam mit zwei deutschen Jungs wollten wir das andere Ufer erkunden, denn da war ein schön sonniger, menschenleerer Sandstrand, auf dem nur eine einzige Spur aus dem Wasser heraus zu sehen war. Und ein Schild, aber das konnten wir ja aus der Entfernung nicht erkennen. Kurz vorm Ziel sagt doch der eine „Ah, jetzt weiß ich, was auf dem Schild steht.“ „Ja, und was steht da?“ frag ich so. „Do not enter. This area is inhabited by crocodiles.“ „Äh?“ Da hab ich mal schön den Turbo angeschmissen. Ich bin in meinem Leben noch nie so schnell 50 Meter geschwommen! Krokodile! Um mich herum, unter mir, was weiß ich wo! Noch ganz geschafft haben wir dann eines der nächsten Touristenboote angehalten und sind mit diesem dann zurück zum Parkplatz geschippert, um unterwegs in der Schlucht noch weitere große Echsen zu sehen. Brrr!
Zurück über Pine Creek, der alten Goldgräber Stadt mit Flair mitten im Nirgendwo, gings dann auf die letzte Etappe unserer Tour. Die Zeit raste nur so dahin, unser Mobil leider nicht so. 80 km/h sind nicht schnell. Unterhaltung ging auch nicht so gut, weil war sehr laut und Fenster musste offen sein, weil war sehr heiß. Mal wieder im Dunkeln kamen wir in Batchelor an, Australiens aufgeräumteste Stadt. Man kann auch in allem einen Preis gewinnen. In diesem Fall war das aber kein Wunder, denn es war einfach nix los. Der Campingplatz dieser Nacht befand sich am Eingang zum Litchfield Nationalpark, den wir dann auch am nächsten morgen befuhren. Meine Meinung bezüglich Nationalparks vorher war ja: Kennste einen, kennste alle (hat mir schon bei Chinas Tempeln geholfen). In diesem Fall muss ich das aber zurücknehmen. Jeder war etwas anders und der Litchfield Park hat mir besonders gut gefallen. Er war kleiner, weniger bekannt und besucht und die Erde dort war einfach unglaublich rot! Dunkelrot! Und strahlend blauer Himmel. Australienfarben. Ich habe schon mal Farmland ausgekundschaftet, nun muss ich im September nur noch Torsten von seinem Glück als Rinderzüchter überzeugen. Wer den Film „Die Dornenvögel“ gesehen hat, der kann sich ungefähr vorstellen, wie das Land aussah. Pater Brown hab ich allerdings nicht gesehen. Wir haben das Feld von hinten aufgerollt und haben zuerst in den Wangi Wasserfällen unser morgendliches Bad genommen. Hier stand ein Schild, dass Krokodile entfernt werden, damit man in Ruhe baden kann. Ahja… In den Bäumen hingen riesige Spinnen und Fledermäuse. Am zweiten Wasserfall kamen wir uns vor, wie in einer Badeanstalt, Walter und Waltraud waren auch schon da. Wir haben uns das baden verkniffen und uns statt dessen ein großes Feld mit Termitenhügeln angeschaut. Dieses Mal hätte man die Hügel wirklich mit einem Gräberfeld verwechseln können. Eine besondere Art dieser Ameisen baut nämlich natürlich klimatisiert ihre Hütten und zwar als senkrechte Platten, exakt in Nord-Süd Richtung ausgerichtet. Unglaublich! Unterwegs hatten wir schon den ein oder anderen riiiiiesigen Hügel bewundert. Da fragt man sich: was braucht so ein Minitier so ein großes Haus bei den Mietpreisen?
Dann mussten wir auch schon wieder nach Darwin aufbrechen, denn Damaris wollte ganz gerne ihren Flug am Nachmittag in ihre neue Heimat Singapur nicht verpassen. Hat alles geklappt, schwuppdiwupp sind vier schöne und spannende Tage auch schon wieder vorbei gewesen und ich stand mit unserem Mobil alleine da. Ich hab die Reise bei Sonnenschein am Strand und im Yachthafen der Stadt ausklingen lassen, am Abend gabs noch einen Nachtmarkt am Strand mit viel verrückten Leuten und lustiger Luft.Da ich ja einen Campingbus hatte, konnte ich auch noch ein wenig vorschlafen, um dann um Mitternacht vom Depot von einem windigen Taxifahrer abgeholt und zum Flughafen kutschiert zu werden. Nach einem weiteren Schläfchen auf dem Flughafen (man kennt sich schon), kriege ich gerade so mit, wie der Flug nach Melbourne aufgerufen wird, schlafwandle auf meinen Sitz und bin erst wieder richtig wach, als ich in Flip Flops bei 5 Grad morgens den Flughafen von Melbourne verlasse. Guten morgen!
Und dann rief mich auch die Arbeit schon wieder zu sich.
Aus Vorfreude auf unsere lange Outbackreise im September habe ich abends bei Eva und Sebi gleich mal die Campingausrüstung abgekauft. Am liebsten wär ich gleich wieder losgefahren. Doch nun sind erstmal drei Wochen Pause verordnet – entstauben, ausschlafen und vorbereiten auf die nächsten Abenteuer.
Bis dahin, liebe Grüße von Eurer Änk.



Für Robert: das Windrad der Goldmine von Pine Creek. Steht auch still, sieht aber gut aus. Ob ich wohl nochmal ein laufendes finde? Die Suche geht weiter.

Dienstag, 8. Juli 2008

Sonntagsausflug mit Familie Gans

Nach Völlerei bei einem italienischen Abend in Hawthorn und Brotback-Aktion am Samstag war es am Sonntag an der Zeit, die Umgebung von Melbourne weiter zu erkunden. Dazu sammelte das weiße Safarimobil um 11:00 Uhr die Teilnehmer nacheinander ein: Eva und Sebi aus Hawthorn in ihrem schnuckeligen Häuschen und Sina in Box Hill Downtown. Nach dem obligatorischen McCafé Kaffee ging es in die Berge – in den „Dandenong National Park“. Der Reiseführer beschreibt den Nationalpark als eine super Stelle zum Wandern. Zeit für Ankes Outdoorklamotten, wozu verschifft man diese sonst ans Ende der Welt! Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass es auf den höchsten Punkt des Nationalparks (Mt. Dandenong, 633m hoch –uiiiii) nur einen Weg gibt – nämlich den Mountain Hwighway, der dann zur Tourist Road wird. Ist beides mehr oder weniger zweispurig und somit nicht so gut bewanderbar. Die Einwohner der schönen Bergdörfer haben auch verdutzt aus der Wäsche geguckt, als wir nach dem Wanderweg fragten. Willkommen in Australien!
Von dem Ausguck auf dem Berg hat man einen sehr schönen Blick auf Melbourne, die Port Philip Bay und die Suburbs der Stadt. Melbourne ist von den Ausmaßen her eine der größten Städte der Welt, weil alles so flach gebaut ist, erstreckt sich die Stadt auf rund 9.000 Quadratkilometer. Zeit für ein bisschen Stadtinfo? Hier schonmal die Fahne. Und sonst? Melbourne ist mit seinen 4,1 Millionen Einwohnern die südlichste Millionenmetropole der Welt. Sie besteht heute aus dem Central Business District und weiteren 30 Suburbs und wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts gegründet.




Man sieht nicht so viel wie ich gerade feststelle: links ist die Bay hinten mittig das Zentrum, im Vordergrund das schöne Bayswater mit Siemens vor Ort.

Als das weiße Safarimobil gerade wieder mit dem Abstieg beginnen wollte, haben wir ihn doch noch gefunden: einen Wanderweg! So sind wir dann bei herrlichstem Sonntags-Sonnenscheinwetter noch ein wenig durch Wald und Flur spaziert, um dann diesem gemütlichen Tag in Olinda bei einer heißen Schokolade und warmen Schokoladenmuffin ausklingen zu lassen. Herrlich!
Wie oben schon erwähnt befindet sich seit Samstag doch tatsächlich deutsches Brot in meinem Kühlschrank! Ich habe den Prahran Market durchkämmt und endlich organisches Roggenmehl gefunden und dem armen organischen Laden gleich mal seinen Bestand abgekauft. Das nächste Ziel: unorganisches Mehl und Sauerteig. Mehr dazu demnächst. Zunächst einmal bin ich sehr zufrieden – es geht doch nix über eine dicke Scheibe frisches Brot mit Butter und Käse….

Ich melde mich nun auch ab – morgen treffe ich mich mit Damaris (eine weitere Informandin aus Singapur) in Darwin im Northern Territory. Ich möchte an dieser Stelle nicht vorweg greifen, aber die Wettervorhersage kann ich Euch nicht vorenthalten: Nächste Woche in diesem Kino – wie Anke die australische Sonne kennen lernt! Juhu!

Cheers, Eure Änk.

Montag, 30. Juni 2008

Chronologie einer Europameisterschaft fernab von Europa

An diesem Ort, an dem ich mich nun schon länger befinde, sitzt durchaus der ein oder andere Fußballfan. Nur sieht man diese nicht immer, denn man traut sich ob des Footy-Wahns nicht hevor, sie kommen erst nachts aus ihren Löchern, versammeln sich heimlich vor, nach und während der Sperrstunde in zwielichtigen Spelunken, um dann zum großen Schlussakkord doch laut brüllend auf dem größten Platz der Stadt ihre Sympathien mitzuteilen …

09.06.2008 Vorrundenspiel gegen Polen. Das System war noch nicht ausgeklügelt und es musste auf Ersatzberichterstattung zugegriffen werden. Man sehe sich hierzu den Bericht der Great Ocean Road und die entsprechenden Bilder an.

Doch dann hatte das Fieber die Fans gepackt und die Pubs wurden gestürmt.
13.06.2008, 2:45AM* Vorrundenspiel gegen Kroatien, 100 Deutsche und drei Kroaten.
17.06.2008, 4:45AM*: Nerven bewahren und gegen Österreich gleich noch mal ran. Wurde auf dem heimischen Sofa angeschaut. Auf Grund nicht zumutbarer Kleidung gibt’s davon keine Beweisbilder.

19.06.2008, 4:45AM*: Dann aber – das Viertelfinale. Gegen Portugal. Mein kroatischer Kollege sagte Böses voraus, wir wurden Gott sei Dank eines Besseren belehrt. Nach Livekommentierung via Torsten und Skype in den ersten 45 Minuten, folgendes Bild im "Mugg Mahons", einziger geöffneter Pub während der zweiten Hälfte: 26.06.2008, 4:45AM*: Halbfinale gegen die Türkei, wir sind dabei. Australische Verstärkung in der Fangemeinde, erste Verluste mussten waagerecht aus dem Pub getragen werden, chaotische Zustände beim Abbruch der Übertragung, Radiokommentierung des Klosetores zum 2:1, pünktlich zum 2:2 wieder on air:
Kinders, die Nerven! FINALE!
Der Pub überlebte nur knapp, wir ebenso. Erstmal Urlaub in der Stille Kangaroo Islands.

30.06.2008, 4:45AM*: Dieses Mal ganz groß auf dem Federation Square.
Noch einmal, früh aufstehen, in das Zentrum zum CBD eiern, Bier trinken nach dem Zähneputzen, mit einem halben Zacken in der Krone zur Arbeit schüsseln. Wie brüllte einer der Anwesenden so schön: Jungs, jetzt holt doch mal den Pott nach Hause, Mensch! Ein nervliches Wrack, traurig um den Pott, aber glücklich, nun wieder beruhigt durchschlafen zu können. Kein schreckhaftes Aufwachen mehr in der Nacht (Hhhh, Paella, verschlafen?!), kein morgendliches Bier mehr (oder aus Gewohnheit noch mal nachts aufstehen, zum Kühlschrank tapern, eins öffnen und wieder ins Bett?) und keine mitleidigen Kollegenblicke mehr ob der tiefer werdenden Ringe unter den Augen.

Fazit dieser EM 2008 in Melbourne, Australien: Fußball regiert die Welt.


Auf einmal ist ein Pub in Mitten dieser Riesenstadt voll mit deutschen Fußballfans in voller Montur, australische Kollegen können sich unter Zwang auch mit Fußball anfreunden (auch wenn zu wenige Tore fallen) und es war eine schöne Party, morgens von halb drei bis halb sieben, mit Puls von 0 auf 200. Zum Frühaufsteher bin ich trotzdem nicht geworden und mir ist Kaffee als Erstes morgens immer noch lieber als Bier.

Viva l'Espana, felicitaciones a los torros!

*Gähn
Eure Änk.

Montag, 23. Juni 2008

Paella und drei Würstchen kleineren Kalibers, nicht?

Nach aufregenden 94 Minuten Deutschland gegen Portugal, erlebt zum Teil per Livekommentierung von Torsten (*dankeschönkuss*), zum Teil im Pub, gings Freitag morgen sofort los zum Flughafen. Im Reisekalender geblättert, damit man auch weiß, wohin es geht: ahja, Adelaide mit Kangaroo Island und Barossa Valley standen zur Erkundung an. Zum ersten Mal sollte ich also Victoria in Richtung South Australia (Westen) per Flugzeug verlassen. Meine Kollegen hatten mich mit genug Warnungen bezüglich der dortigen Mitbewohner ausgestattet. Ich war gespannt.
Dieses Mal bestand die Reisegruppe des weißen Safarimobils mal wieder aus Philipp, Patrick und meiner Wenigkeit. Wir hatten allerdings einen Neueinkauf verpflichtet – Antonia (ihr erinnert euch) hatte sich uns freundlicherweise angeschlossen. Dem weißen Safarimobil haben wir in der Obhut des longterm parkings am Melbourne Tullamarine Airport eine Pause gegönnt.
Noch leicht geplättet vom frühen Aufstehen kamen wir in Adelaide an, um gleich unseren Mietwagen von Tobias bei Europcar in Empfang zu nehmen. Nachdem wir über seinen hässlichen Pulli genug gelästert hatten, fiel uns auf, dass er wohl Deutscher war. Huch. Hat aber tapfer in Englisch durchgehalten.
Auf gings in Richtung Süden, zum Cape Jervis. Unterwegs habe ich die ein oder andere lustige Nachricht von feiernden Fußballfans aus der Heimat bekommen – Stefan, wie war eigentlich der Freitag für dich?
Durch kleine Dörfchen mit lecker Schnabulierereien waren wir pünktlichst an der Fähre nach Kangaroo Island. Man verbrachte die 45 minütige Überfahrt schlafend unter oder über Deck, bei herrlichstem Sonnenschein. Für Robert habe ich während dieser Zeit die Windräder beobachtet – et voilà:
sie stehen still. Mist. Weitere Versuchsreihen werden natürlich folgen. Ebenso wie die Beantwortung der Frage: wird Walzer in Australien eigentlich rechts rum getanzt?

Auf Kangaroo Island haben uns gleich die ersten Robben begrüßt. Die Insel ist die drittgrößte Australiens mit einer ziemlich einzigartigen Natur. Sie hat sich sehr früh vom Festland getrennt und Chlamydien und Gonokokken hat es hier noch nie gegeben, deswegen können alle friedlich blühen und gedeihen.
Nach den ersten Erkundungen sind wir dann bei Einbruch der Dunkelheit mal in Richtung Unterkunft gefahren. Von dem einzigen „Highway“ der Insel gings bei Kilometer 22 ungefähr runter und gefühlt nach einer halben Stunde roter Schotterpiste mit Kängurus und Possums bei Kilometer 24 wieder drauf. Schön, ne. Unsere Cabin lag im Nirgendwo, wenn ich nicht Kängurus um mich rum gehabt hätte, ich hätte gedacht, ich bin in Afrika. Nach ausgiebigem Barbecue, Weinverköstigung und leichtem Verlust der Muttersprache bei einigen Teilnehmern haben wir uns aufgehübscht und sind mal zum Haupthaus der Cabinverwaltung gestiefelt. Wein war auch alle.
Weil es nur sehr wenige Bewohner gibt, es immer noch Nebensaison und fast ein Drittel der Insel Nationalpark ist („Flinders Chase National Park“), herrschte auf der Insel eine wunderbare Stille. Stille? Naja, fast. Bis auf die örtliche Bevölkerung, die nach einem Tag harter Arbeit beim Gum Tree Planting nun ums Feuer stand und sich in Karaoke versuchte. Hat auch fast geklappt. Wir haben Gott sei dank nach Diskussionen über die f***ing Victorians (dafür waren dann die Warnungen gedacht) noch die Kurve gekriegt und sind, geleitet von Vollmond, einem phänomenalen Sternenzelt und Kängurus in unseren Betten gelandet.
Am nächsten Morgen hatte ich eigentlich auf der Veranda eine Tierparade erwartet. Stattdessen gabs erstmal schön Paellas Eier und Speck, ordentlich Tinte auf den Füller.
Es folgte eine Führung an der „Seal Bay“. Hier wohnt die drittgrößte Kolonie von australischen Seelöwen. Das war vielleicht putzig! Damit war das Manko von Phillip Island auch wettgemacht und die Tiere von unserer Liste abgehakt. Für die Mädels: die Weibchen sind 18 Monate schwanger und zwischen der letzten und nächsten Schwangerschaft liegen im Schnitt fünf (5!) Tage. Noch Fragen?
Im Anschluss fanden wir uns in der „Little Sahara“ wieder – 15km Sanddünen erstrecken sich auf der Insel. Dort kann man lustige Sachen machen, z.B. Sandboarden, Schattenspiele spielen oder auch einfach mal die Klappe halten und die Sonne genießen. Ein gewisses Syltflair kommt auf. Die Insel verfügt auch laut Untersuchung von der Sydney Uni (das klingt nach Traumjob) über die schönsten Strände Australiens (vermutlich auch der südlichen Hemisphäre), aber angesichts der Wellen setze ich da keinen Fuß rein, das ist mal amtlich. Ist auch keine DLRG vor Ort. Auf der Suche nach einem Café auf der Insel sind wir ein paar Stunden durch das riesige Hinterland gefahren und dabei fühlten wir uns ein wenig wie im Outback (oder jedenfalls stellten wir uns das so vor). Die Highways dort waren nämlich rote Schlammstraßen. Es gab auch weder eine Überholspur noch einen Beschleunigungsstreifen. Es gab allerdings auch keinen Verkehr, so dass wir dem einzigen entgegenkommenden Auto auch schön ausgiebig gewunken haben. An die Vereinbarung mit Europcar, das Auto nur auf befestigten Straßen zu fahren, konnten wir uns unmöglich halten. Wir hätten fliegen müssen. Eine toskanische Schotterpiste a lá strada bianca ist ein Kinderspiel gegen den roten Schlamm Australiens. Jedenfalls was das Waschen angeht.
Aber man konnte in jedem Fall sehen, woher die Insel ihren Namen hat – leider liegen viele der Namensgeber mausetot am Straßenrand … (Ich stelle mir lieber vor, die Tiere würden dort schlafen.) Es ist sehr gefährlich in der Dämmerung zu fahren, denn dann sind sie sehr aktiv und sauschnell. Manch einer denkt auch bei der Inselüberquerung Schaf=Känguru, aber weit gefehlt.
Weitere Highlights des Tages waren die „Remarkable Rocks“ im Flinders Chase National Park. Von weitem nichts weiter als eine Ansammlung von einigen Steinen weit oben über dem Meer, sehen sie aus der Nähe betrachtet aus wie aus einem Dalí Gemälde. Der Wind mit dem Salz und dem Wasser (die Wellen kommen bis da hoch!) haben das Gestein so zugerichtet. Ein dankbares Fotomotiv…
Die letzte Station auf der Insel war dann, pünktlich zum Sonnenuntergang der „Admirals Arch“, eine Art Höhle, vom Ozean geschaffen, in der sich ersten die riesigen Wellen ordentlich krachend brechen und zweitens auch die neuseeländischen Seelöwen ihr Zuhause haben. Diese Kiwis wollen nix mit den Aussies zu tun haben. Ich muss leider sagen, dass diese speziellen Kollegen verdammt noch mal stinken. Hauptsache, das ist man kein generelles Zeichen.
Die Insel war dann doch noch größer als gedacht und nach 100km Fahrt über den befestigten Highway waren wir gerade so pünktlich zur Abfahrt der Fähre zurück in Penneshaw. Am Festland gings dann im Sauseschritt weiter in Richtung Hungry Jacks, durch Adelaide durch und in Richtung Norden in Australiens größtes Weinanbaugebiet – das „Barossa Valley“. Deutsche Siedlungen noch und nöcher, nicht. Nachdem wir auch in dichtestem Nebel unsere Unterkunft in einem kleinen cottage in einem Weinberg gefunden hatten, haben wir den Tag gemütlich mit einem Weinchen vor dem angeheizten Kamin ausklingen lassen. Für die weiteren Gäste des Hauses war die Nacht weniger geruhsam: weil die Mutti nicht da war, haben wir nicht den Eingang gefunden. Wir haben dann mal jede Tür probiert und auf einmal stand Paella (aka Antonia) mitten bei ihmchens im Schlafzimmer. Ähhh. G'day, mates…
Ausschlafen war mal fällig und deswegen haben wir den kleinen Örtchen des Tales sowie den Winzereien erst gegen Mittag Besuche abgestattet. Das war alles sehr entspannt und wir haben den ein oder anderen Tropfen probiert. In jedem Fall aber auch den Käse dazu, der war nämlich Gouda und hinterher auch nicht mehr vorhanden. Lustig und beschwingt sind wir dann am Sonntag abend wieder in Melbourne gelandet, um dort zu erfahren, dass es sechs (6) Grad kalt ist. Brrr. Seit Samstag werden zwar die Tage wieder länger, aber meine Chefin hat mir heute alle Illusionen genommen – wir sind jetzt bei der Hälfte des Winters. Dauert noch.
Leider ging diese schöne Reise viel zu schnell vorbei, hätte auch noch ein wenig länger dauern können - lustig wars!

Cheers, Eure Änk.

Sonntag, 15. Juni 2008

It's all about footy!

Heute war es soweit und meine Kollegen wollten mich in die Geheimnisse des australischen Volkssportes (=Footy) einführen. Dazu haben wir uns um mittags am Melbourne Cricket Ground (MCG, 110.000 Plätze) getroffen und in der Hilton Hotel Bar erstmal bei einigen Drinks die Lage besprochen. Footy kommt aus Melbourne und das ist auch der Grund, wieso 70% der Australian Footy League aus Melbourne Clubs besteht. Fast jeder Stadtteil stellt ein Team. Heute spielte Collingwood vs. Carlton, die zwei verfeindetsten Clubs der Liga, die das größte Stadion Australiens auch mit 80.000 Anhängern gefüllt haben. Kam mir vor wie Schalke gegen Dortmund. Meine Kollegen waren natürlich geteilter Ansicht und haben sich während des Spiels schön gegenseitig mit Bier beschüttet. Das Ganze Spektakel dauert ca. drei Stunden, der Ball in nicht rund muss auch nicht ins Eckige, sondern zwischen den Goal Posts hindurch. Hauptsächlich kriechen die Spieler dazu auf dem Rasen in schön kuren Hosen und Hemdchen dem Ei hinterher, wenn man es erwischt, darf man es per Faust weiterschubsen oder aber treten. Böse Zungen behaupten, es ist ein Sport für all jene, die kein Fußball können. Dem stimmen die Australier nicht zu und man erntet eine Bierdusche, wenn man sich nicht schnell genug duckt. Es ging jedenfalls 101:87 (glaub ich) für Carlton aus.
Fazit: dank der trainierten Spieler in ihren Outfits ein sehr schön anzuschauender Sport, den ich aber nicht gegen richtigen Fußball eintauschen möchte. Weswegen es morgen nacht auch wieder heißt: aufstehen und Daumen drücken. Endlich wird das EM Spiel per public viewing auf dem Federation Square morgens um 4 übertragen. Juhu!! Auf gehts Deutschland, schießt ein TOOOOR!
Cheers, Eure Änk PS: Die Bilder der Great Ocean Road sind nun auch im eigens dafür eingerichteten Album zu bewundern.