Montag, 6. Oktober 2008

Bergfest – Rüssel an Schwanz hinterher

Es gab viele Feste zum Feiern am letzten Wochenende – Einheit in der Heimat, Antonia’s Rückkehr in das Land der Kängurus (helau, wir haben sie wieder!), Geschäftsjahresschluss, sechsjähriges Firmenjubiläum und Bergfest meines Infojahres. Oha! Um dem zu entkommen, flüchteten wir uns in das höchste Gebirge Australiens – in den Mt. Kosciuszko Nationalpark in New South Wales (bot sich ja an).
Freitagabend ging es los mit der Reise und dem Geschnatter von Nina, Antonia und meiner Wenigkeit, natürlich im weißen Safarimobil. Bis man so alles und jeden und das gute Silber aus der Chomley Street 39 zusammen hat, kann schon mal etwas Zeit vergehen, weswegen wir uns auch erst weit nach Mitternacht auf die Suche nach einer Herberge in Wodonga oder Albury machten. Man weiß nicht so genau, in welchem Ort (und Bundesstaat) wir letztendlich schliefen. Wir kamen uns vor, wie Maria und Josef auf Unterkunftssuche, bis sich ein windiger Motelwirt erbarmte und uns seine Luxushütte überließ, inklusive Spa. Ohne Ochs und Esel. Frisch gestärkt fuhren wir am Samstag in die Berge ein. Dort herrschte am letzten Skiwochenende dieser Saison noch Schneekettenpflicht. Ich möchte an dieser Stelle noch mal darauf hinweisen, dass wir uns trotz sechs-stündiger Fahrt noch in Australien befanden. Schneeketten. Ihr versteht schon. Wir entschieden uns schon aus Prinzip dagegen, pah, das würde das Mobil schon schaffen. Tat es auch, die Straßen waren frei und so kam es, dass wir nach erfolgloser Taubenjagd mit der Waffe „rechte hintere Tür“ in Thredbo einfuhren – höchst gelegenste und teuerste Stadt des Kontinents mit alpinem Flair. Am Ortseingang begrüßte und die Hahnenkammhütte. Grüetzi. Leider war das Wetter alles andere als schön, so dass wir es bei einem Picknick und kleinem Spaziergang beließen. Hier war alles dermaßen teuer, dass einem die Raben den Käse im Pfundstück klauten. Unverschämt!
Und dann machte das weiße Safarimobil schlapp, pfffffffff. Platt wie Plattfuß vorne rechts. Drei Mädels und ein Ersatzreifen. Und ein Auto voller spanischer Diplomaten inklusive Schwiegersohn, die sich schon in Schale geworfen hatten für den Apres Ski. Das Reifenwechseln wurde also ein ganz unbürokratisches EU-Projekt, der Subventionsantrag läuft noch. Nach dieser Aufregung erstmal in Ruhe das Nachtlager an einem eiskalten Bergbach aufgeschlagen und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Zu Dritt ist der Platz in meinem Auto ganz schön knapp, als mittlere Person kam ich mir vor wie ein Brathähnchen. Wurde zur Rechten gewendet, drehte ich mich mit, was zur Folge hatte, dass zur Linken auch gewendet wurde. Einigermaßen ausgeruht erwachten wir bei Kaiserwetter Sonntagmorgen und bester Laune nahmen wir den Sessellift gen Gipfel. Dann noch 6,5km über Wege, Schneefelder und Bäche in strahlendem Sonnenschein gewandert und schon waren wir da – auf dem Dach Australiens. Die Spitze des Mt. Kosciuszko ist 2.220m hoch, Kinder, was ein Blick. Außer dass es keinen Almdudler gab, war es Österreichgefühl pur. Entspannung. Nur allzu schnell mussten wir wieder zum Aufbruch blasen, denn Melbourne war ja 700km weit entfernt…. Wir machten also eine Sonntagsfahrt durch das ländliche New South Wales und Victoria, vorbei am SEN Pleiteteich (wir haben ihn gefunden!) und kamen schließlich wohlbehalten und sonnenverbrannt in der Landeshauptstadt an. Was für ein schönes Mädelswochenende, mein Mund ist jetzt noch fusselig und die Bauchmuskeln schmerzen vom vielen kichern. Herrlich!
Antonia hatte heute ihren ersten Probearbeitstag als meine persönliche Assistentin und hat sich herzallerliebst um das weiße Safarimobil gekümmert. Wie sich unter den ungläubigen Augen der Reifenverkäufer herausstellte, hatten wir Glück im Unglück: durch Torstens und meinen Urlaub waren die Reifen dermaßen schief abgefahren, dass der eine geplatzt ist und der andere kurz vor knapp war. Hui! Außerdem hat Paella nun neue Freunde in der Autoantennen- und Windschutzscheiben-Industrie von Bayswater und ich stehe kurz vor der australischen Privatinsolvenz. Trotzdem vielen lieben Dank für Deine Hilfe, Antonia!
Das war nun hoffentlich auch der Abschluss der Winterberichterstattung. Nun geht es weiter, mit dem Melbourne Spring Carnival (Pferderennen) und Surfkurs. Waren die ersten Monate geprägt von vielen Reisen, freue ich mich nun auf die Sommermonate in und um Melbourne (mit ein paar Abstechern vielleicht...). Man muss dem kommenden Besuchsreigen ja auch etwas bieten können.
Ich wünsche den Siemensianern unter der Leserschaft ein frohes neues Jahr und meinem lieben Informandenjahrgang April 2008 eine wunderbare zweite Hälfte des Infojahres!

Cheers, Eure Änk.

3 Kommentare:

Peter hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Peter hat gesagt…

Hej Änk,

sehr cool geschrieben, kann mir bildlich vorstellen, was bei euch abging!

Viel Spass in der 2ten Hälfte und beste Gruesse nach Melbourne!

Peter aus Bangladesh

Der Ranger hat gesagt…

Ein Gruß nach Australien. Klingen ja tolol eure Ausflüge, aber was ist das Weisse auf den Bildern? Das kenne ich als Afrikaner gar nicht:-)

Gruessle ausm Westen
Der Ranger