Montag, 23. Juni 2008

Paella und drei Würstchen kleineren Kalibers, nicht?

Nach aufregenden 94 Minuten Deutschland gegen Portugal, erlebt zum Teil per Livekommentierung von Torsten (*dankeschönkuss*), zum Teil im Pub, gings Freitag morgen sofort los zum Flughafen. Im Reisekalender geblättert, damit man auch weiß, wohin es geht: ahja, Adelaide mit Kangaroo Island und Barossa Valley standen zur Erkundung an. Zum ersten Mal sollte ich also Victoria in Richtung South Australia (Westen) per Flugzeug verlassen. Meine Kollegen hatten mich mit genug Warnungen bezüglich der dortigen Mitbewohner ausgestattet. Ich war gespannt.
Dieses Mal bestand die Reisegruppe des weißen Safarimobils mal wieder aus Philipp, Patrick und meiner Wenigkeit. Wir hatten allerdings einen Neueinkauf verpflichtet – Antonia (ihr erinnert euch) hatte sich uns freundlicherweise angeschlossen. Dem weißen Safarimobil haben wir in der Obhut des longterm parkings am Melbourne Tullamarine Airport eine Pause gegönnt.
Noch leicht geplättet vom frühen Aufstehen kamen wir in Adelaide an, um gleich unseren Mietwagen von Tobias bei Europcar in Empfang zu nehmen. Nachdem wir über seinen hässlichen Pulli genug gelästert hatten, fiel uns auf, dass er wohl Deutscher war. Huch. Hat aber tapfer in Englisch durchgehalten.
Auf gings in Richtung Süden, zum Cape Jervis. Unterwegs habe ich die ein oder andere lustige Nachricht von feiernden Fußballfans aus der Heimat bekommen – Stefan, wie war eigentlich der Freitag für dich?
Durch kleine Dörfchen mit lecker Schnabulierereien waren wir pünktlichst an der Fähre nach Kangaroo Island. Man verbrachte die 45 minütige Überfahrt schlafend unter oder über Deck, bei herrlichstem Sonnenschein. Für Robert habe ich während dieser Zeit die Windräder beobachtet – et voilà:
sie stehen still. Mist. Weitere Versuchsreihen werden natürlich folgen. Ebenso wie die Beantwortung der Frage: wird Walzer in Australien eigentlich rechts rum getanzt?

Auf Kangaroo Island haben uns gleich die ersten Robben begrüßt. Die Insel ist die drittgrößte Australiens mit einer ziemlich einzigartigen Natur. Sie hat sich sehr früh vom Festland getrennt und Chlamydien und Gonokokken hat es hier noch nie gegeben, deswegen können alle friedlich blühen und gedeihen.
Nach den ersten Erkundungen sind wir dann bei Einbruch der Dunkelheit mal in Richtung Unterkunft gefahren. Von dem einzigen „Highway“ der Insel gings bei Kilometer 22 ungefähr runter und gefühlt nach einer halben Stunde roter Schotterpiste mit Kängurus und Possums bei Kilometer 24 wieder drauf. Schön, ne. Unsere Cabin lag im Nirgendwo, wenn ich nicht Kängurus um mich rum gehabt hätte, ich hätte gedacht, ich bin in Afrika. Nach ausgiebigem Barbecue, Weinverköstigung und leichtem Verlust der Muttersprache bei einigen Teilnehmern haben wir uns aufgehübscht und sind mal zum Haupthaus der Cabinverwaltung gestiefelt. Wein war auch alle.
Weil es nur sehr wenige Bewohner gibt, es immer noch Nebensaison und fast ein Drittel der Insel Nationalpark ist („Flinders Chase National Park“), herrschte auf der Insel eine wunderbare Stille. Stille? Naja, fast. Bis auf die örtliche Bevölkerung, die nach einem Tag harter Arbeit beim Gum Tree Planting nun ums Feuer stand und sich in Karaoke versuchte. Hat auch fast geklappt. Wir haben Gott sei dank nach Diskussionen über die f***ing Victorians (dafür waren dann die Warnungen gedacht) noch die Kurve gekriegt und sind, geleitet von Vollmond, einem phänomenalen Sternenzelt und Kängurus in unseren Betten gelandet.
Am nächsten Morgen hatte ich eigentlich auf der Veranda eine Tierparade erwartet. Stattdessen gabs erstmal schön Paellas Eier und Speck, ordentlich Tinte auf den Füller.
Es folgte eine Führung an der „Seal Bay“. Hier wohnt die drittgrößte Kolonie von australischen Seelöwen. Das war vielleicht putzig! Damit war das Manko von Phillip Island auch wettgemacht und die Tiere von unserer Liste abgehakt. Für die Mädels: die Weibchen sind 18 Monate schwanger und zwischen der letzten und nächsten Schwangerschaft liegen im Schnitt fünf (5!) Tage. Noch Fragen?
Im Anschluss fanden wir uns in der „Little Sahara“ wieder – 15km Sanddünen erstrecken sich auf der Insel. Dort kann man lustige Sachen machen, z.B. Sandboarden, Schattenspiele spielen oder auch einfach mal die Klappe halten und die Sonne genießen. Ein gewisses Syltflair kommt auf. Die Insel verfügt auch laut Untersuchung von der Sydney Uni (das klingt nach Traumjob) über die schönsten Strände Australiens (vermutlich auch der südlichen Hemisphäre), aber angesichts der Wellen setze ich da keinen Fuß rein, das ist mal amtlich. Ist auch keine DLRG vor Ort. Auf der Suche nach einem Café auf der Insel sind wir ein paar Stunden durch das riesige Hinterland gefahren und dabei fühlten wir uns ein wenig wie im Outback (oder jedenfalls stellten wir uns das so vor). Die Highways dort waren nämlich rote Schlammstraßen. Es gab auch weder eine Überholspur noch einen Beschleunigungsstreifen. Es gab allerdings auch keinen Verkehr, so dass wir dem einzigen entgegenkommenden Auto auch schön ausgiebig gewunken haben. An die Vereinbarung mit Europcar, das Auto nur auf befestigten Straßen zu fahren, konnten wir uns unmöglich halten. Wir hätten fliegen müssen. Eine toskanische Schotterpiste a lá strada bianca ist ein Kinderspiel gegen den roten Schlamm Australiens. Jedenfalls was das Waschen angeht.
Aber man konnte in jedem Fall sehen, woher die Insel ihren Namen hat – leider liegen viele der Namensgeber mausetot am Straßenrand … (Ich stelle mir lieber vor, die Tiere würden dort schlafen.) Es ist sehr gefährlich in der Dämmerung zu fahren, denn dann sind sie sehr aktiv und sauschnell. Manch einer denkt auch bei der Inselüberquerung Schaf=Känguru, aber weit gefehlt.
Weitere Highlights des Tages waren die „Remarkable Rocks“ im Flinders Chase National Park. Von weitem nichts weiter als eine Ansammlung von einigen Steinen weit oben über dem Meer, sehen sie aus der Nähe betrachtet aus wie aus einem Dalí Gemälde. Der Wind mit dem Salz und dem Wasser (die Wellen kommen bis da hoch!) haben das Gestein so zugerichtet. Ein dankbares Fotomotiv…
Die letzte Station auf der Insel war dann, pünktlich zum Sonnenuntergang der „Admirals Arch“, eine Art Höhle, vom Ozean geschaffen, in der sich ersten die riesigen Wellen ordentlich krachend brechen und zweitens auch die neuseeländischen Seelöwen ihr Zuhause haben. Diese Kiwis wollen nix mit den Aussies zu tun haben. Ich muss leider sagen, dass diese speziellen Kollegen verdammt noch mal stinken. Hauptsache, das ist man kein generelles Zeichen.
Die Insel war dann doch noch größer als gedacht und nach 100km Fahrt über den befestigten Highway waren wir gerade so pünktlich zur Abfahrt der Fähre zurück in Penneshaw. Am Festland gings dann im Sauseschritt weiter in Richtung Hungry Jacks, durch Adelaide durch und in Richtung Norden in Australiens größtes Weinanbaugebiet – das „Barossa Valley“. Deutsche Siedlungen noch und nöcher, nicht. Nachdem wir auch in dichtestem Nebel unsere Unterkunft in einem kleinen cottage in einem Weinberg gefunden hatten, haben wir den Tag gemütlich mit einem Weinchen vor dem angeheizten Kamin ausklingen lassen. Für die weiteren Gäste des Hauses war die Nacht weniger geruhsam: weil die Mutti nicht da war, haben wir nicht den Eingang gefunden. Wir haben dann mal jede Tür probiert und auf einmal stand Paella (aka Antonia) mitten bei ihmchens im Schlafzimmer. Ähhh. G'day, mates…
Ausschlafen war mal fällig und deswegen haben wir den kleinen Örtchen des Tales sowie den Winzereien erst gegen Mittag Besuche abgestattet. Das war alles sehr entspannt und wir haben den ein oder anderen Tropfen probiert. In jedem Fall aber auch den Käse dazu, der war nämlich Gouda und hinterher auch nicht mehr vorhanden. Lustig und beschwingt sind wir dann am Sonntag abend wieder in Melbourne gelandet, um dort zu erfahren, dass es sechs (6) Grad kalt ist. Brrr. Seit Samstag werden zwar die Tage wieder länger, aber meine Chefin hat mir heute alle Illusionen genommen – wir sind jetzt bei der Hälfte des Winters. Dauert noch.
Leider ging diese schöne Reise viel zu schnell vorbei, hätte auch noch ein wenig länger dauern können - lustig wars!

Cheers, Eure Änk.

Sonntag, 15. Juni 2008

It's all about footy!

Heute war es soweit und meine Kollegen wollten mich in die Geheimnisse des australischen Volkssportes (=Footy) einführen. Dazu haben wir uns um mittags am Melbourne Cricket Ground (MCG, 110.000 Plätze) getroffen und in der Hilton Hotel Bar erstmal bei einigen Drinks die Lage besprochen. Footy kommt aus Melbourne und das ist auch der Grund, wieso 70% der Australian Footy League aus Melbourne Clubs besteht. Fast jeder Stadtteil stellt ein Team. Heute spielte Collingwood vs. Carlton, die zwei verfeindetsten Clubs der Liga, die das größte Stadion Australiens auch mit 80.000 Anhängern gefüllt haben. Kam mir vor wie Schalke gegen Dortmund. Meine Kollegen waren natürlich geteilter Ansicht und haben sich während des Spiels schön gegenseitig mit Bier beschüttet. Das Ganze Spektakel dauert ca. drei Stunden, der Ball in nicht rund muss auch nicht ins Eckige, sondern zwischen den Goal Posts hindurch. Hauptsächlich kriechen die Spieler dazu auf dem Rasen in schön kuren Hosen und Hemdchen dem Ei hinterher, wenn man es erwischt, darf man es per Faust weiterschubsen oder aber treten. Böse Zungen behaupten, es ist ein Sport für all jene, die kein Fußball können. Dem stimmen die Australier nicht zu und man erntet eine Bierdusche, wenn man sich nicht schnell genug duckt. Es ging jedenfalls 101:87 (glaub ich) für Carlton aus.
Fazit: dank der trainierten Spieler in ihren Outfits ein sehr schön anzuschauender Sport, den ich aber nicht gegen richtigen Fußball eintauschen möchte. Weswegen es morgen nacht auch wieder heißt: aufstehen und Daumen drücken. Endlich wird das EM Spiel per public viewing auf dem Federation Square morgens um 4 übertragen. Juhu!! Auf gehts Deutschland, schießt ein TOOOOR!
Cheers, Eure Änk PS: Die Bilder der Great Ocean Road sind nun auch im eigens dafür eingerichteten Album zu bewundern.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Ich mach dich gesund, sagte der Godfrey

Die Geschichte, wie das weiße Safarimobil einmal krank war.
Einmal kam das weiße Safarimobil in seine Garage gefahren und alles war sehr eng. Es konnte sich gar nicht mehr richtig drehen, nicht mehr stehen und kratzte sich einfach die Seite auf. Krrrrrrrrrr. Auch rückwärtsfahren half nichts. Krrrrrrrrrr.
Da musste es zu Onkel Godfrey, Panel Beating & Smash Repairs. Er untersuchte es im Kasten.
"Aha! Eine Tür zerkratzt", rief Doktor Godfrey. Und jetzt wissen wir, was dem weißen Safarimobil fehlte, und zwar: Tür zerkratzt. "Halb so schlimm, no worries", sagte Doktor Godfrey. "Kleine Operation, weißes Safarimobil geheilt." "Was ist denn eine Operation?", fragte ich. "Eine Operation ist, wenn das weiße Safarimobil eine wohltuende Spritze bekommt, dann schläft und einen schönen Traum hat. Wacht auf, Operation vorbei, weißes Safarimobil geheilt."
Operationstermin: Donnerstag früh bis Freitag abend.
Wohltuende kleine Spritze, blauer Traum, Operation vorbei, nix gemerkt, weißes Safarimobil gesund, gewaschen und poliert. Und das schon Donnerstag abend. Es wurde freudig mit Pauken und Trompeten in Empfang genommen. Ebenso wie die Einladung zu Godfreys Geburtstag am 15. März 2009. Man kann nie früh genug mit Einladungen anfangen.
Cheers, Eure Änk

Montag, 9. Juni 2008

Bei Gott braucht man keine Kundenkarten

Uff. Nachdem nun der Geburtstag der Queen vorbei ist, bin ich ganz schön geschafft. Das war ein ereignisreiches und schön langes Wochenende, an dem ich das erste Mal in Richtung Westen aus Melbourne herausgefahren bin – auf der Great Ocean Road, eine der laut Reiseführer schönsten Küstenstraßen dieser Erde. Wollten wir doch mal sehen, ob das gegen die Nord- und Ostsee anstinken kann, nech.
Am Freitag abend gings schon los – nachdem ich Patrick und Philipp in der Stadt mit dem weißen Safarimobil aufgegabelt hatte, sind wir auch Umwegen und gefühlten 3450987 Kreisverkehren bei Kai angekommen, im schönen Point Cook, in Richtung Westen aus Melbourne hinaus, fast am Anfang der Great Ocean Road. Kai hat seinen Abschied gegeben, da er nun zu seiner Rundreise auf dem roten Kontinent aufbricht. Cheers, mate!
Nach einer kurzen Nachtruhe in dem riiiiesigen Haus seiner Gastfamilie haben wir dann am Samstag früh (und wenn ich früh sage, dann meine ich früh) Ramona aus Sydney am Flughafen eingesammelt. Ramönchen ist auch eine reiselustige Informandin aus dem Jahrgang 01/08. Man nennt sie auch „Die Frau mit dem Lonely Planet“, denn der ist wirklich immer an Frau. :-)
Dann gings standesgemäß mit einem Frühstück bei Mc Donalds los, bevor wir in Torquay, DER Surferstadt schlechthin (und das gilt dieses Mal für die nördliche und südliche Hemisphäre) erstmal Surf City leergeshoppt haben. Aus diesem Ort kommen sämtliche Surfmarken – Billabong, Rip Curl, Roxy und wie sie alle heißen. Weltcups im Surfen finden hier auch jährlich statt.
Bevor wir also auch nur eine müde Welle gesehen hatten, waren wir schon mal um einige Utensilien reicher – und unsere Geldbeutel mal wieder viel zu leicht. Am Strand von Torquay haben wir dann den Fast- und Voll-Profis bei der berühmten australischen Sportart zugeschaut und uns irgendwie dann doch noch Ausreden einfallen lassen, warum wir nun nicht bei diesen tollen Wellen und strahlendem Sonnenschein diesen Sport ausprobieren…. Klingt komisch, ist aber so. Wir habens geschafft und sind dann also mal los – immerhin wartete die Great Ocean Road auf uns! Diese ist eigentlich gar nicht so lang, nur 285km. Da man aber im Schnitt nicht schneller als 40km/h fährt, kann das ganz schön dauern. Es gab aber auch hinter jeder Kurve etwas Neues zu entdecken und Viewing Point gabs wie Sand am Meer. Der erste Teil geht direkt am Meer entlang, es ist eine ziemlich raue Küste. Zwischendurch gibt’s kleine Fischerdörfer, in denen man dann gemütlich am Ofen Pizza isst oder heißen Kakao trinkt, oder Leuchttürme, deren Einsamkeit man genießen kann. Auf einem Golfplatz haben wir die dortigen Bewohner mal aus der Nähe angesehen – es handelte sich um eine ziemlich große Kängurufamilie, die da als Golfboys arbeitet und ihre Beutel mit Golfbällen füllt :-) was für lustige Tiere!
Am Samstag sind wir wegen des gemütlichen Tempos nur bis Apollo Bay gekommen, dort hatten wir uns in eine 4 Sterne deluxe Jugendherberge eingemietet, Family Suite, versteht sich. Nach einem kurzen Imbiss hats dann auch nur noch für eine Runde Karten am Ofen gereicht, bevor wir allemann (noch erschöpft von entweder Anreise oder aber von der rauschenden Party am Vorabend) wie Steine ins Bett fielen.
Am nächsten Morgen war wieder mal frühe Abfahrt angesagt (*gähn*), die Hauptattraktionen der Route standen schließlich an. Zunächst einmal natürlich ein australisches Frühstück – bacon, toast and eggs. Yammi. Dann war das erste Ziel Cape Otway National Park. Diese Landspitze besitzt erstens einen Leuchtturm (Kriterium 1) und zweitens gibt’s da Koalas noch und nöcher (Kriterium 2). Ihr erinnert euch vielleicht an die Wildlife Liste für dieses Wochenende… also, wir wurden begrüßt von einem Wallaby (kleines, dickes Känguru), was ausnahmsweise direkt an der Straße stand. Dann folgten Mengen von Koalas, die wie immer träge und faul in den Bäumen hingen. *schnarch*. Der Leuchtturm selber wurde natürlich bestiegen, um die tolle Aussicht bei schon wieder strahlendem Sonnenschein zu genießen. Dank der Nebensaison waren wir fast alleine dort (wie eigentlich an fast allen anderen Plätzen auch). Aber, keine Zeit. Weiter geht’s. Nun folgte das schönste und eindrucksvollste Stück dieser Straße – die 12 Apostel. Ein paar Details dazu: es sind nicht 12. Es sind nur 7. Es waren mal 8, aber vor ein paar Jahren ist einer eingekracht. Die Küste besteht aus weichem Sandstein, so dass das ziemlich schnell auswäscht. Sie hießen früher auch „Sau mit 7 Ferkeln“, aber man hat sie wegen der Touristen umbenannt. Aha. Wer die „lange Anna“ bei Helgoland kennt, der stelle sich das Ganze jetzt in gelb und 7-fach vor – und bitteschön:
Zusammen mit dem extrem klaren, kalten grün-blauen Meer und der Sonne war das schon ein sehr sehr schöner Anblick. Kurz entschlossen haben wir dann ganz dekadent einen Hubschrauberrundflug über die ganze Chose gebucht und uns das mal von oben angeschaut. So:
Das war toll! Ich bin noch nie in einem Hubschrauber geflogen! Knatterteil.
Noch ganz mitgenommen von den Eindrücken gings aber gleich weiter, zu den nächsten bekannten Formationen, die das Meer hier im Laufe der Zeiten noch so geschaffen hat. Die „London Bridge“ zum Beispiel, die mal mit dem Festland verbunden war und dann teilweise eingekracht ist (zu dem Zeitpunkt waren zwei Touristen da drauf – was die wohl gedacht haben? - „Ich wars nicht?“), „Thunder Hole“, in dem die Wellen einen Lärm veranstalten, wie bei einem Gewitter und unzählige viele kleine Grotten, Buchten und Strände. Nebenbei gabs immer wieder Geschichten von gesunkenen Schiffen und in den Buchten angespülten Passagieren, denn die Küste heißt auch „Shipwreck Coast“, weil ungefähr 80 Schiffe in diesem Abschnitt im Laufe der Jahre gekentert sind.
Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir dann in der „Bay of Islands“, auch hier dank der Nebensaison wieder ganz allein. Einfach wunderschön. Es fehlte mir eigentlich nur meine bessere Hälfte... :-(
Und schwups waren wir auch schon am Ende der Great Ocean Road angelangt – die Nacht haben wir in Warrnamboul (wenn man das ausspricht, dann klingt das wie „warm am Pool“, das wars aber definitiv nicht) verbracht. Nach einem sehr sehr leckeren Abendessen haben wir noch die Fußballnacht organisiert. Bier und Wein standen bereit, die Trikots und Fahnen waren gewaschen. Nachdem ja niemand das Spiel unserer Jungs gegen die Polen übertragen hat, haben wir Gebrauch von der neuesten Technik gemacht und das Internet des Hostels mit dem I Pod Touch von Philipp angezapft. Test funktionierte 1A. Beruhigt gingen wir erstmal ins Bettchen, denn das Spiel begann um 4:00 früh unserer Zeit. Ich habs natürlich sowieso verpennt. Ich hab nur mitgekriegt, wie Mann ab und zu ins Zimmer lief und wieder weg und sich dann plötzlich ganz heimlich, still und leise in die Kojen rollte. Huch, hab ich gedacht. Was nu? Auf Nachfrage, ob Sieg oder Niederlage, hörte ich nur ein grummeliges „Wissen wir nicht“. Oha. Die Hausherrin im Hostel hatte uns Internet für 3 Stunden vertickt und nachdem wir den Test um ungefähr 23:00 Uhr gemacht hatten, war die Zeit danach einfach weitergelaufen. Da war dann auch mal ganz schnell Schluss mit no worries. Das ist nun nicht lustig. Im Radiosender SBS gabs die Berichte über das Spiel nur nach Kriegsmeldungen aus Afghanistan. Äh. Wir haben dann einen SMS Liveticker von Freunden in Anspruch genommen. Die Laune der männlichen Reiseteilnehmer war natürlich dementsprechend heute…. Aber wir haben den Sieg natürlich heute trotzdem gefeiert! Das nächste Spiel werden wir dann aber auch wirklich anschauen. Gott sei Dank ist am nächsten Tag casual Friday…
Wenn ihr noch mal kurz die Wildlife Liste Revue passieren lasst, dann stand da noch ein völlig neues Tier mit drauf – die Southern Right Whales! Noch nie hab ich Wale gesehen und für heute stand das an. In Warrnamboul ist DER Whalewatching Spot Australiens und die Saison ist von Mai bis September. Die Wale kommen aus der Antarktis und bekommen vor der Küste Südaustraliens ihren Nachwuchs. In der Bucht von Warrnamboul hält sich immer Wilma auf, ein Walweibchen mit kaputter Flosse. Leider hatte Wilma heute keine Lust, uns ihre kaputte Flosse zu zeigen – sie hat nämlich gestern Nachwuchs bekommen. Vermutlich war sie völlig fix und alle, denn so ein Kalb ist drei (3) bis vier (4) Meter lang! Und das alles im kalten Wasser. Brrr. Schade für uns, schön für Wilma.
Aber auch hier kann uns unser nächster Trip neuen Mut machen – bei Adeleide und Kangaroo Island gibt’s auch Wale. Neuer Versuch, neues Glück!
Zum Abschluss haben wir heute noch ein paar Emus gesehen und den verregneten Feiertag nach einer Fahrt durch das skurrile und einsame Hinterland Victorias bei einer weiteren ausgedehnten Shopping Tour inkl. heißer Chilischokolade in Surf City ausklingen lassen.
Bei der Einfahrt auf den dortigen Parkplatz hab ich dann auch mal meine Linksverkehrkenntnisse bewiesen, in dem ich volle Kanne auf der rechten Spur eingebogen bin. Ich glaub, die anderen Autos auf der Spur haben sich mindestens genauso erschrocken, wie wir und haben mich fix durchgelassen auf die andere Seite. Huch! Abbiegen und Verkehrsinseln sind aber auch komisch! Für solche Leute wie mich gelten dann auch die Schilder auf der Great Ocean Road….
Dann war es auch Zeit, Ramönchen nach diversen weiteren Reiseplanungen am Flughafen abzuliefern und gen Melbourne zu düsen.
Was für ein entspanntes, lustiges und schönes Wochenende – die Strände und die Landschaft samt Bewohnern und Besuchern sind wirklich einzigartig.
Nun muss ich erstmal ins Bett steigen, denn auch wir müssen hier morgen wieder schaffen. Brr. Ich wünsche eine entspannte Woche aus Down Under, dem Land der Fish and Chips!

Cheers, Eure Änk

Die Sache mit dem Umziehen...

... verfolgt mich einfach bis ans Ende der Welt!

Ich habe noch gar nicht berichtet, dass ich ja nun seit Montag tatsächlich stolze Bewohnerin einer 1,5 Zimmer Wohnung im Herzen von Prahran bin. Das ist nicht selbstverständlich und ein bisschen habe ich letzte Woche noch gezittert, dass ich wieder ausziehen muss aus diesem schönen Ort. Denn ich habe noch den ein oder anderen komischen Anruf der Real Estate Agency bekommen, der mich nachdenklich stimmte. Aber bis jetzt siehts gut aus, ich fühl mich wohl und der Vertag ist mittlerweile auch hier eingetrudelt. No worries! Hier noch ein Bild von meinem Umzug:

Mir ist es völlig unverständlich, wie man nach nur einem Monat aus drei Taschen eine Autoladung (und das Auto ist groß) machen kann. Noch unverständlicher ist mir, wie ich das nach einem Jahr wieder in drei Taschen kriegen soll….
Cheerio!

Freitag, 6. Juni 2008

Es ist angeskypt....

... dank der neuesten Technik (von SIEMENS *äh*) bin ich nun auch über Skype zu erreichen. Ich habe sogar dank dem technischem Sachverstand meiner lieben ExKollegen meinen dortigen Namen herausgefunden > ankestahn < (kreativ, gell).

Nun gehts aber erstmal entspannt in das lange Wochenende auf die Great Ocean Road. Dieses Mal auf der To Do List: Wale, Koalas, Hubschrauber, reiten und -ganz wie zu Zeiten des Wunders von Bern- unseren Jungs am Radio Sonntag Nacht die Daumen halten. Da Lizzy the Queen Geburtstag hat und man das als ordentliches Commonwealth Land natürlich standesgemäß feiert, haben wir den Montag noch zum Ausruhen frei. Oder auch zum Reisen. Yihea!
Bericht und Bilder folgen natürlich al piu presto am Montag.
Ein schönes erstes EM Wochenende wünscht Eure Änk.

Dienstag, 27. Mai 2008

Die Knoffhoff Show zu Gast in Down Under

Auf besonderen Wunsch eines blau-weißen Herren hab ich heute mal ein Experiment durchgeführt, das die Gemüter schon seit längerem beschäftigt:
Wie rum fließt das Wasser denn nun ab, in der südlichen Hemisphäre (da isse wieder, jedes Tag das Gleiche)? Zentrale Frage.
Folgender Versuchsaufbau, bei mir im Bad: Erste Feststellung: das Wasser fließt nach unten, wenn es aus dem Hahn kommt. Daran ändert sich auch nichts, wenn sich die Temperatur des Wassers ändert.

Zweite Feststellung nach 18961904 Hektolitern: im weiteren Verlauf fließt es im Uhrzeigersinn ab. Ende. Und jetzt, Kollege? *rätselndguck*