Montag, 26. Mai 2008

Koala Poo und die südliche Hemisphäre

Heute in diesem Kino: über die erstaunlichen Dinge, die es nur in der südlichen Hemisphäre gibt oder nur in der südlichen Hemisphäre so toll sind (vor vier Wochen wusste ich noch nicht mal, wie man dieses Wort schreibt, geschweige denn, dass es jemand auch nur annähernd so oft verwenden könnte. In Australien ist das eines der ersten Wörter, das die Kleinkinder lernen. So wie Schützenschnitzel.) Aber eines nach dem anderen.
Nachdem wir am Freitagabend die erste Geburtstagparty erfolgreich gefeiert haben, war gestern ein ruhiger Tag in der Sonne in der Stadt genau das Richtige für mich. Nach einem Abstecher zur Post (leider erfolglos, das wird noch länger dauern, bis ich das in die Wege leite… ) und ein bis zwei kleineren Shoppingerfolgen (nice shoes und DAS Australien Must-have: eine Sonnenbrille! Juhu, wieder ein Schritt näher an der Australierin!) bin ich los. Unterwegs noch mal angehalten, um folgenden Blick für Euch und die Nachwelt festzuhalten:


Wenn man das täglich sieht, dann weiß man erstens, dass es gerade Herbst hat und zweitens, dass Frau alles richtig gemacht hat. Melbourne ist einfach eine unglaublich schöne Stadt! Mit meiner Spiegelreflexkamera hätte ich das bestimmt noch viel schöner machen können, leider habe ich nach den ersten Bildern festgestellt, dass ich keinen Film drin hatte. Äh.
In der Stadt gings dann am Yarra River flanieren, bei herrlichstem Herbstwetter. Da kam Frau doch glatt in den drei Pullis ins Schwitzen. Dann einen Abstecher auf eines der höchsten Gebäude der südlichsten Hemisphäre: den Eureka Tower. Kann man auch drin wohnen, schwankt bei Wind bis zu 600mm. Hui! Aus dem 88. Stockwerk bietet sich Einem folgender Blick über die Stadt und die Port Phillip Bay:


Dann musste ich auch schon wieder von dem schnellen Fahrstuhl im Gebäude Gebrauch machen, denn Patricks Geburtstagskaffee stand an. Den haben wir in der Sonne genossen und uns dann weiter in Richtung Docklands aufgemacht. Dort entsteht in der alten Hafengegend ein neues Viertel, ausgestattet mit unglaublich viel Kunst. Die gibt es in Melbourne wirklich an jeder Ecke und überall, wie ein riiiiesiges Kunstmuseum!
Nachdem wir dann an einer Fish&Chips Bude draußen bei mittlerweile nur noch gefühlten 10 Grad zu Abend gegessen haben, haben wir einen Versuch gestartet, unsere Reisekassen aufzubessern und sind in das größte Casino der südlichsten Hemisphäre gegangen – ins Crown Casino. Einsatz: 3 AUD, Gewinn: 4,50 AUD. Gar nicht schlecht! Wir konnten uns gerade noch losreißen, bevor wir größere Schritte ins Verderben getan hätten. Ich habe mit leicht ungläubigem Blick den Melbourne Pokercup verfolgt – Wahnsinn! Wie viel Geld! Überhaupt, dieses Klingeln der Münzen, wenn ein Einarmiger Bandit die Knete ausspuckt. Das lässt BWL’er Herzen doch glatt höher schlagen…

Heute stand dann wieder einmal frühes Aufstehen auf dem Plan. *gähn* Das weiße Safarimobil hat uns nach Phillip Island gefahren, einer Insel im Südosten der Stadt. Bekannt für die kleinsten Pinguine der südlichen Hemisphäre sowie Koalas und die größte Fellrobbenkolonie von der südlichen Hemisphäre. Oha! So viele Punkte auf der Wildlife Watch List, die wir am Ende des Tages alle abgehakt wissen wollten.
Zunächst mal machte mir das Safarimobil Sorgen. Die Reifen sahen doch platt aus. Also habe ich meine Mitfahrer ins Mc Café geschickt, schon mal Kaffee ordern. Das dauert hier immer alles länger. No worries. In der Zeit habe ich die Tankstelle nach einem Luftdruck Dingsda abgesucht. Gefunden. Der Schlauch war zwar nur notdürftig mit Panzerklebeband zusammen geflickt, aber kam Luft raus. Ventile ab, Luft drauf. Alles was geht, viel hilft viel. Sonst macht das ja immer Torsten und mein Part ist eigentlich verständnisloses Kopfschütteln. Mist. Naja. Meine Mitfahrer sind jedenfalls vom Hocker gefallen, als sie gehört haben, was ich so gemacht habe während ihres Frühstücks und sind erstmal schnurstracks zur Tanke zurück und haben doch tatsächlich die Ventile aufgemacht und die ganze schöne Luft wieder abgelassen. Hä?? Es herrschte auch ein wenig Uneinigkeit über die notwendige Druckmenge in den Schlappen. Dazu kam noch, dass ich wohl ein wesentliches Schild an der Luftdrucksäule übersehen hatte: Sorry this hose not in use. Huch! Ich kenne nur Hose locker. Das wird auch der Grund gewesen sein, warum die Druckanzeige nicht ging. Nach Gefühl und Wellenschlag von drei Jungs und meinen Kommentaren diesbezüglich sind wir mal los.
Auf der kleinen Insel selber sind wir dann erstmal im Koala Conservation Center den kleinen Pelzkugeln näher gekommen und haben einiges über sie und ihre Verdauung von Eukalyptusblättern gelernt. Das ist nämlich nicht so ohne. Die Stoffwechselendprodukte waren in dem Park auch deutlich häufiger zu sehen, als die Produzenten selber. Aber die Viecher sind niedlich! Und faul! Sie hängen einfach zusammengerollt in den Astgabeln, so dass sie nur schwer zu sehen sind. In freier Wildbahn haben wir sie heute trotz angeblicher Vielzahl leider nicht gesehen. Koalas gibt es übrigens nur in der südlichen Hemisphäre und hier auch nur in Australien. Sie haben ein winziges Gehirn, dass in viel zu viel Flüssigkeit schwimmt, was sie nicht gerade zu den intelligentesten Wesen der südlichen Hemisphäre macht.
Dann gabs noch Wallabies und Pelikane und schließlich wollten wir bei den „Nobbies“ die Robbenkolonie begucken. Leider waren die mit Brüten für dieses Jahr schon fertig und somit blieb uns nur die Ahnung von vielen Tieren auf den Felsen weit draußen. Aber eine schöne Küste ist es allemal… Da der Trip nach Kanagaroo Island vor Adeleide schon gebucht ist, besteht bezüglich dieser Tierart kein Stress, denn dort soll es auch nur so wimmeln davon. No worries.
Zum Abschluss dieses Ausfluges standen die kleinsten Pinguine der südlichen Hemisphäre auf dem Programm. Die kommen nämlich hier abends bei dunkeln nach getaner Arbeit immer an Land, um in ihre Bauten zurück zu kehren. Sie sind nur 30 cm groß! Das war vielleicht lustig! Für so kleine Tiere ist es wohl ganz schön schwer, bei der Brandung an Land zu kommen. Sobald ein weiterer zu gerade aufgerichteten Kollegen von einer Welle an Land gespült wurde, sind alle wieder umgefallen und es ging von neuem los. An Land dann sind sie in Schräglage über den Strand gewatschelt, in Affenzahn Tempo und laut quatschend. Was für ein Spektakel! Das fanden auch die gefühlten 328470439857 Asiaten, die nach dortiger Art und Weise ALLE in der ersten Reihe standen …. Leider durfte man keine Fotos machen. Es gibt Pinguine auch nur in der südlichen Hemisphäre, weil nämlich der Äquator die Grenze für sie ist, die können nämlich Hitze nicht so ab. Da sind sie hier genau richtig, hier ist nämlich alles andere als warm. Jeder, der sagt, Australien sei heiß und trocken, der lügt. Ich schlafe mittlerweile mit vier (4!) Decken, aber das nur am Rande. Pinguine haben ja genug Federn und Wachs um sich rum.
So. Wieder was gelernt. Wenn man sich anschaut, welche Länder sich noch in der südlichen Hemisphäre befinden, klingt das alles schon gar nicht mehr so toll. Aber das muss man ja auch nicht. No worries.
Nach kurzem Disput über den Weg und einem Besuch bei Red Rooster (auch abgehakt) sind wir nun also bereit für die nächste Woche an der Werkbank, in der ich hoffentlich auch in meine eigenen vier Wände einziehen kann! Yihea!
Ich wünsche Euch eine schöne Woche! Cheerio, Eure Änk

Dienstag, 20. Mai 2008

Das Land, in dem sich Kängurus und Wombats gute Nacht sagen.

Heute an dieser Stelle: die Geschichte von meinem ersten längeren Ausflug in Australien! Zusammen mit Philipp und Patrick, beides Praktikanten im schönen Melbourne, ging es um Samstag in aller Herrgottsfrühe und bei strömendem Regen mit dem weißen Safarimobil los in Richtung Südosten, in den Nationalpark Wilsons Promontory (oder auch Wilson’s Prom, weil man hier einfach alles abkürzt). Erster Stop war dann gleich der Safeway – ohne Proviant ist ein Road Trip doch nur halb so schön. Nach Steaks, Salat, Sandwichtüten und ein wenig Obst musste natürlich auch dem Liquorstore noch ein Besuch abgestattet werden. Nachdem die Frage des Kassierers nach den Ausweisen der beiden Herren für allgemeine Heiterkeit sorgte (angesichts des eigenen Alters des Verkäufers noch viel mehr…) sind wir einfach mal aus dem Laden entschwunden. Nach ca. 5m hörten wir den Kollegen hinterm Tresen etwas lauter rufen – wir hatten im Trubel vergessen, den Kram zu bezahlen. Huch. No worries. Für exorbitant viel Geld haben wir also unsere Abendverköstigung dann noch legal erworben, das „Barbie“ war also bestens vorbereitet.
Pünktlich um 12 und bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein waren wir dann bei Karen and Stan, bei denen wir in einem kleinen Häuschen mit Meerblick eine Unterkunft gebucht hatten. Einige G’days, cookies und no worries später hatten wir also unser Zeug reingeschafft und haben uns gleich auf den Weg zum eigentlich Ziel unserer Tour gemacht: dem Park im Allgemeinen und Speziellen. Mit Einfahrt in den Park fing auch gleich ein gewisser psychischer Druck an auf uns zu lasten. Wir drei Australienfrischlinge wollten natürlich möglichst viele der „must have seens“ von unserer Tierliste zu streichen. Angeblich wimmelte es in diesem Nationalpark, der den südlichsten Zipfel des australischen Festlandes darstellt, nur so von Koalas, Kängurus, Emus und Wombats. Von Wallabies ganz zu schweigen… Das bestaetigten auch die Strassenschilder. Wir waren also auf der Suche nach einem Känguru mit Koala im Arm und Wombat im Beutel. Mmm. Ahh! Nach ca. 10 km standen auf einer Lichtung auf einmal zwei Emus. Nahe einer Herzattacke ob dieses ersten Treffers haben wir hektisch ein paar Bilder geschossen, bevor die zwei wieder abzogen. Die sehen vielleicht bekloppt aus, wenn sie laufen. Wackeln mit dem Kopf!
Dann haben wir erstmal unglaublich viele schöne Strände gesehen, an denen sich unglaublich kaltes grün-blaues Wasser in ziemlich hohen Wellen bricht. Auch schön. Aber wo waren bloß die verdammten anderen Viecher? Gehen die denn gar nicht baden? Na gut. Wir machten einen Boxenstop im Tidal River, dem einzigen Ort im Park, um ein paar Fish and Chips zu mampfen. Im Anschluss sind wir mit dem Safarimobil um den örtlichen Campingplatz gecruised (und haben wegen der Kälte Mitleid mit den dort Zeltenden verspürt) und ah! Schon wieder eine beinahe Herzattacke! Ein Wombat! Was für dickes Teil, wie mein Meerschwein Kurt, nur in riiiiesig. Ließ sich auch brav fotografieren. Wie süß! Aber – immer noch nicht die richtig wichtigen Tiere gesehen. Die Laune sank. Kein Känguru, kein Koala. Die nächste Wanderung ging durch den Regenwald (auch in diesem Park, wohl gemerkt). Ständig nur mit dem Kopf nach oben zu laufen, weil Koalas in diesen Gummibäumen in der Krone sitzen sollen, ist ganz schön anstrengend. Derweil verpasst man auch die Schlangen auf dem Boden. Kein Koala, dafür langsam Dunkelheit, so dass wir diesen Ausflug in etwas schnellerem Tempo beenden mussten. Leicht angespannte Stimmung machte sich breit.
In der Dämmerung wachen die Tiere auf und stellen sich den Besuchern auf der Straße einfach in den Weg, sagt der Reiseführer. Wir sind also mit 20kmh durch den Park geschlichen und haben mit Fernlicht jede Lichtung ausgeleuchtet. Man gut, dass wegen der Nebensaison außer uns fast niemand anwesend war. Es gab unendlich viele Wombats, noch mehr Hasen (arme Dinger, die erwähnt hier kein Mensch, sie stehen auf keinem Schild – ob sie schon eine Selbsthilfegruppe gegründet haben? „Hasen auf die Schilder“?) und: ein KÄNGURU! Juhu!!!! Endlich!!!! Wir haben einen Freudentanz um das verdutzte Tier aufgeführt, das dann natürlich lustig weggehüpft ist.
Völlig erschöpft ob dieser vielen Ereignisse haben wir dann den Tag bei einem gepflegten Barbecue bei Stan und Marge (so hieß sie nämlich eigentlich) ausklingen lassen und haben dabei quer Beet das australische Bier probiert. In der Nacht war es in der Hütte gefühlt kälter als draußen, so dass ich auf meinem Sofa ganz schön gefroren hab. Es gab nämlich trotzdem nur eine Wolldecke. Aussies sind irgendwie immun gegen Kälte und laufen auch jetzt noch in kurzen Hosen und mit Flipflops rum. Brrr. Man denkt, man ist am südlichsten Punkt und Süden = warm, aber leider ist hier das Eis näher als man es sich so wünscht….
Am nächsten Morgen erstmal wieder Regen. Sobald wir im Park angekommen waren, schien jedoch die Sonne (soviel zum Thema „four seasons in a day in Victoria“) und dank unserer nächtlichen Erkundung wussten wir nun, auf welchen Lichtungen die hüpfenden Ureinwohner zu finden waren. Da standen sie dann auch in ganzen Familien und hielten Sonntagsbrunch! Unsere Versuche, sich vielleicht hüpfend auf sie zu zu bewegen, um Fotos zu schießen, wurden leider nicht beachtet.
Nachdem wir diesen witzigen Tieren genug zugeschaut hatten, sind wir zu weiteren Stranderkundungen aufgebrochen, zum Schluss noch auf einen „Berg“ geklettert und haben eine atemberaubende Sicht auf die Küste gehabt. Die könnt ihr in den Bildern nachvollziehen. Wahnsinn! Dann wars auch schon an der Zeit, dieses schöne Fleckchen Erde zu verlassen. Einen Leuchtturm zum Sonnenuntergang haben wir leider verpasst, das bleibt auf der Liste für das nächste Mal. Ebenso wie ein Abschiedsessen beim Red Rooster.
Fazit: das weiße Safarimobil ist nun eingefahren und bestens auf Wildlife-Spotting trainiert. Was für ein schönes Wochenende in Down Under – macht Lust auf mehr!
Cheerio, Eure Änk

Mittwoch, 14. Mai 2008

Dies-ist-das-Haus-vom-Ni-ko-laus.

Am Samstag hab ich mir mal meine zukünftige Bleibe angeschaut. Antonia wird wie schon erwähnt nun aus ihrer Bleibe ausziehen und sie mir freundlicherweise überlassen. Obwohl mir vor allem wegen der Lage schon ohne Besichtigung klar war, dass ich sie gerne hätte, hab ich mal einen Ausflug dort hin gemacht.
Es ist eine Zweizimmerwohnung, mitten in Prahran, ungefähr eine Viertelstunde zum Strand, unmittelbar in DEM Shoppingdistrikt Melbournes (yihea!) und ganz in der Nähe der Formel 1 Strecke im Albert Park. Der Parcours ist meine zukünftige Joggingstrecke. Mal sehen, wie schnell ich bin. Es gehört ein Balkon dazu und die Wohnung ist voll ausgestattet mit Küche inkl. Utensilien, Waschmaschine, Trockner, Fernseher, alle Möbel, Stereo, ….. UND: vom Balkon hat man Blick auf die Skyline von Melbourne. :-) Erste Fotos sind ab morgen im Album der ersten Eindruecke zu sehen. Wahrscheinlich bin ich Ende des Monats stolze Bewohnerin dieser Superbutze! Nun muss ich nur noch den Real Estate Agent an die Strippe kriegen. Dank der ziemlich hohen Nachfrage nach Wohnungen nehmen die das mit Rückrufen nicht so genau. *gähn*
Jedenfalls hat sich das Wohnungsproblem nun auch gelöst. Supi.

Vom australischem Essen…

… möchte ich heute mal berichten. Man könnte denken, es sei ein wenig ein Misch von allem, vor allem aber von Fish&Chips und der ein oder anderen Burgerstation. Dem ist auch wirklich so, aber hinzu gibt es doch tatsächlich echt australische Produkte, die man natürlich auch mal getestet haben muss, um bei der Einbürgerung voran zu kommen.

Am Sonntag war ich zu Gast bei meiner Chefin und da habe ich erstmal von allen Familienmitgliedern eine gründliche Einführung in australische Lebensmittelkunde erhalten.
1.) Barbe(cue). Gegrillt wird immer und überall. Freitags in der Arbeit, am Wochenende zu Hause. Bei einer Hotel- oder Wohnungsreservierung braucht man sich nicht weiter nach Barbe facilities zu erkundigen – no worries! Damit kann ich allerdings sehr gut leben, feine Sache. Gegrillt wird alles, was ordentlich was auf die Gabel bringt – Huhn, Schwein, Rind, Emu, Fisch … und das alles auch in Würstchenform. Ich hatte noch kein Kängeruh. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
2.) Vegemite. Ich hatte das schon in allen möglichen Größenvariationen im Supermarkt gesehen. Musste also etwas dran sein. In der Tat habe ich gelernt, dass das der beliebteste Brotaufstrich bei großen und kleinen Bewohnern dieses Landes ist. Es handelt sich um Maggi in fester Form und ist vorzugsweise auf warmen Toast mit viel Butter zu essen. Heute hat man mir erzählt, dass sei das Essen, das man vor allem dann gerne isst, wenn einem nach nichts anderem ist. Aha. Habe mir gestern also mal die kleinste Einheit zugelegt und gerade probiert. Es schmeckt haargenau so, wie man es sich vorstellt: EKELHAFT. Wer Maggi mag, fährt damit richtig (Mama, wäre das vielleicht eine Rehabilitationsmöglichkeit für Dich?). Ich werde es hier behalten und wer kommt, der kann sich versuchen und wems schmeckt, darfs mitnehmen.
3.) Peanut Butter. Gibt es nur in riiiiiiiesigen Containern, in allen Abstufungen von crunchy. Lecker!
4.) Nescafé. Illusorisch zu denken, in einem westlichen Land gäbe es vernünftigen BOHNEN Kaffee außerhalb von Starbucks und Co. Man trinkt zu Hause und auf Arbeit Nescafé. Ahhhhh. Aber mit genügend Milch geht alles. Der Vorteil: man kann mehr davon trinken. Espressopulver gibt es in Mengen und Starbucks ist an jeder Ecke. *freu*
5.) Ginger Beer. Man tut einen Gingerextrakt ins Glas und füllt das mit Sodawasser auf. Äußerst lecker und erfrischend (bei diesen Temperaturen….).
6.) Alkohol. Bier ist auch hier eine lokale Sache. Auf meine Frage, ob man das Klischee erfüllt und Foster’s trinkt, hab ich nur abwehrendes Kopfschütteln geerntet. Bier ist wider Erwarten auch teuer – abends sind 8 AUD (so ungefähr 5 EUR) für ein pint normal. Huch! Hilft ja nix. Wein wird auch sehr sehr viel getrunken, vorzugsweise Rotwein. Das Yarra Valley, das hier an der Arbeit anfängt, ist sehr bekannt für seinen Weinanbau.
7.) Eis. Eis geht immer und zu allem. Man kann auch auf einen riesigen Kuchen, den es zum Nachtisch gibt, noch drei Kugeln Eis drauf machen. Lecker!

Fazit der australischen Küche: man kann überleben und für ein paar Dollares extra kriegt man so gut wie alles. Im Supermarkt muss man sich anstrengen, um nicht automatisch Verpflegung für eine ganze Kompanie bei den Verpackungsgrößen einzukaufen.

Also, verhungern tue ich nicht!

Freitag, 9. Mai 2008

Taetaeh - proudly present...

so, puenktlich zum Wochenende praesentiere ich Euch nun mein Autochen im Album der ersten Eindruecke. Ausserdem neu hinzugekommen - mein Haus.
Euch allen ein schoenes Wochenende, meins faengt naemlich schon an :-o

Es drueckt Euch Aenkiee.

Dienstag, 6. Mai 2008

Sehr ausführlicher Lagebericht ...

G’day mates,

So, mal wieder Zeit für ein Update. Ich bin nämlich mittlerweile nicht mehr auf dem wunderschönen Changi Aiport von Singapur sondern im schrägen Melbourne, am Ende der Welt. Das merkt man nicht zuletzt daran, dass es hier nur die Hälfte der Grade und Sonnenscheinstunden Singapurs hat.
Auf dem Weg nach Melbourne habe ich artig Julia’s Rat befolgt und schon mal mein neues zu Hause für das nächste Jahr von oben sehen können. Unglaublich! Rot! Wahnsinn, stundenlang nur ROT!
Entgegen aller Vermutungen bin ich auf meinen Füßen aus dem Flugzeug gestiegen und dabei ist es auch geblieben, man steht also nicht automatisch Kopf. Mein Gepäck musste dann durch die Quarantäneschleuse (per Hund und x-ray), wo geprüft wurde, ob ich Dreck an den Schuhen hatte und ob ich nicht australisches Essen mit einführe. Glück gehabt, der Sauerteig und die Hefe wurden nicht von dem schnüffelnden Etwas entdeckt und los gings – im Linksverkehr mit einem sehr netten Taxifahrer durch die Stadt und wieder raus in die Pampa. Dort sitze ich jetzt. Es sind nur 15 Minuten zur Arbeit, denn die ist ca. 30 km außerhalb von Melbourne. Schöne Natur…

Also jedenfalls schon mal nix mit Postkartenwetter oder draußen in den Cafés sitzen. Frisch ists und regnen tuts – auch von oben nach unten, wie im heimischen Hannover. Naja, für Entspannung an der frischen Luft wäre auch im Moment keine Zeit, denn ich renne von A nach B, um meine Sachen erledigt zu bekommen. Dabei sind einem die arbeitnehmerfreundlichen Öffnungszeiten von 9:00am bis 5:00pm nicht gerade behilflich, denn zufälligerweise decken sich diese mit meiner Kernarbeitszeit. Huch. No worries, dann machen wir das eben in der Mittagspause, denn die ist hier beliebig dehnbar. Das hab ich dann heute auch gleich mal genutzt und bin zum Kraftfahrzeugmeldeamt gefahren. Das heißt hier einfach VicRoads (klingt komisch, is aber so) und eine Ummeldung vom Auto funktioniert ungefähr so:

Nummer ziehen. Als Münchnerin bin ich dann geneigt, schonmal eine etwas längere Wartezeit einzuplanen (man denke an das Kreisverwaltungsreferat) und im Kopf schon mal die zwischenzeitlichen Mittagessen-möglichkeiten zu checken. So, dann Lautsprecher lauschen und nebenbei noch mit drei wildfremden Australiern über ihre Kinder sprechen. Huch, da war doch schon meine Nummer? Aufi geht’s.
„G’day, mate.“
"Hi, how are you?“
“What can I do for you?”
"I would like to transfer the registration of my car.”
“Sure, no problem. Do you have a Victorian driving license on you?”
“No, I only have an international one…”
“No worries, just give me your passport, that will do as well. License plate remains QHM 358. Ok, that’s it. Please pay at the cashier. Thanks. See ya.”

Also, alles kein Problem, nach Bezahlung einer exorbitant hohen Ummeldegebühr no worries. Das ist wirklich beachtlich, es funktionert alles und dabei sind alle unglaublich gelassen. Dabei waren die Papiere (Kaufvertrag und andere Zertifikate) längst abgelaufen. Aber gut, gelassen und sehr sehr feundlich läufts. Es haben dabei auch wirklich alle ihren Spaß, ich habe noch keinen Australier mit bösem Gesicht gesehen. Heute hat mich der Parkplatzwächter von Siemens ein wenig besorgt angesprochen, ob das denn nun mein Autochen sei, dass ich da führe. Das hätte nämlich verdammt lange auf dem Parkplatz gestanden und sie hätten sich ernsthafte Sorgen gemacht, dass da jemand drin wohnen würde oder es so abgestellt und verlassen hätte. Meine Vorgängerin hatte es dort für mich stehen gelassen inkl. einiger anderer Utensilien, wie z.B. Küchensachen und Bettzeug. Als ich sagte, dass das meins sei, sagte er, ah, no worries, ok. Als ich das in der Abteilung erzählte, wussten auch auf einmal alle, um welches Auto es ging. Lustig ne? Das sollte mal in der Tiefgarage der Hofmannstraße in München passieren… :-)

Also das Auto, das ist ja sowieso sone Geschichte. Meine größte Sorge war ja der Linksverkehr. Wie sich herausgestellt hat, ist dem gar nicht so schlimm, es funktioniert fast ganz von alleine. Etwas schwieriger ist allerdings das Manövrieren mit dieser RIESEN-kutsche im Allgemeinen. Fotos folgen. Ich glaube, es ist sogar noch länger als Papas Volvo. Mein lieber Herr Gesangverein. Da muss ich ein wenig aufpassen. Aber passt gut was rein und schlafen kann man da auch mal drin.

Nun steht neben vielen kleinen Dingen (Bank, Handy, Versicherungen, …) noch die Wohnungssuche auf meiner Liste. Antonia, eine Informandin aus dem Jahrgang 10/2007, wird vielleicht ihre Wohnung demnächst räumen, so dass ich da hin ziehen könnte. Bis dahin halte ich mich mal mit Maklern zurück und bleibe im schönen Wantirna South in the middle of nowhere. In jedem Fall habe ich mich schon entschieden, jeden Tag die Fahrtzeit aus der Stadt nach Bayswater (Siemens) auf mich zu nehmen. Das ist so ca. 1 Std. in jede Richtung. Also wenns über Antonia nicht klappen sollte, dann suche ich in der Gegend auch etwas. Die Stadtteile, die ich mir ausgesucht habe, sind St. Kilda (am Strand), Prahran (daneben, direkt am St. Albert Park, gut was los) und South Yarra (direkt am Fluss, gut zum Joggen). We will see. Am Sonntag war ich schon mal zu einem kurzen Bummel in der Stadt und habe dabei gleich die Bewohner des St. Kilda Pier’s getroffen – eine der kleinsten Pinguinsorten der Welt nistet dort!

Auf der Arbeit läuft alles bestens, meine Kollegen sind wirklich sehr sehr nett. Besonders meine Chefin, die sich gut um mich kümmert und bei der ich am Sonntag gleich erstmal zum Essen eingeladen bin. Da freut sich die Anke (mein Name wird hier übrigens schon wieder anders ausgesprochen, bei Starbucks haben sie gleich am ersten Tag ÄÄÄÄnkiiie gebrüllt und dabei ist es dann auch geblieben…). Leider sind nicht mehr so viele andere Praktikanten hier, wir sind nur noch mit vier Mädels hier vertreten. Aber zu den Australiern bekommt man recht gut Kontakt, so dass es wohl nicht langweilig wird. Verglichen mit Beijing ist das allerdings schon komplett anders. Was wohl aber auch an Land und Leuten liegen mag ... :-)

So, nun habe ich aber wirklich viel geschrieben. Dazu noch ein paar Bilder aus Berlin und von meiner Abschiedsfeier in Münchener Café Voilà. Aktuelle Bilder von meinem Haus, meinem Auto und meinem Boot folgen in den nächsten Tagen, versprochen.

Cheers,
Änk

Samstag, 3. Mai 2008

27 Grad und ein bisschen muede

Hallo allemann, jetzt ist es schon los gegangen!
Lange nix geschrieben. Berlin war super, dank der vielen lieben Leute, die ich dort kennen gelernt habe und die aehnliche Erwartungen und Befuerchtungen fuer das naechste Jahr teilen. Das war doch eine schoene und wichtige Erfahrung und vor allem Ablenkung vom Abschiedsschmerz (unterstuetzt von der ein oder anderen Schulle in den ortsansaessigen Lokalitaeten...). Die letzten Tage nach Berlin waren gespraegt von letzten Besorgungen, Besuchen, Konfirmationen und natuerlichen vielen Abschieden von vielen lieben Menschen. Heute morgen hat mich dann Torsten bei Bayern 1 Musik (wer wird da Bayern nicht vermissen) zum Flughafen in Muenchen gebracht. Drama. Als ich durch das Gate gestiefelt bin, dachte ich, ich sei der einsamste Mensch auf der ganzen Welt. Aber das hielt nur bis Frankfurt, denn da hat mich schon Regine in Empfang genommen! 1A! An alte Beijing Traditionen anknuepfend haben wir ein Fruestueck bei Starbucks genommen und weitere Reiseplaene geschmiedet.
Dann half aber alles nix und los gings. Mittlerweile glaube ich, ich bin in Singapur. Bin nach 12 Stunden Flug bei 27 Grad und gefuehlten 90% Luftfeuchte aus dem Flugzeug gekrabbelt und warte nun, dass hier ein Flug aufgerufen wird, der mich nach Melbourne bringen koennte. Soweit so gut also. Meine Gepaeckstuecke wurden auch ohne Mullen und Knullen akzeptiert - wenn man fertig aussieht, dann traut sich keiner, einem was anzutun :-)
Nun werde ich mal nach einem Kaffee Ausschau halten, immerhin ist es schon wieder Fruehstueckszeit!
Ich melde mich die Tage mit Neuigkeiten vom Ende der Welt, dann hoffentlich auch endlich mit Bildern.
Seid alle gedrueckt von Aenk