Montag, 16. März 2009

As easy as one two three - hire a box

Ich sitze ganz entspannt in der Küche von Chomley Street 39 und harre der Dinge, die gleich kommen. Als erstes hoffentlich Antonia von der Schicht, damit ich den Herd anschmeißen kann. So ein freier Tag ist eine feine Geschichte. Und nun hab ich noch ganze weitere vier davon.
Entspannung ist hier aber auch unbedigt nötig.
Letzte Woche schöpften wir nochmal aus dem Vollen. Es steigerte sich: Donnerstag abend um neun mussten wir noch in halsbrecherischer Manier Abschiedsgeschenke erstehen für Personen, die in Kürze das Land verlassen. Wie gewohnt erfolgreich erledigt, dieser Auftrag. Nur, dass hinterher unsere Füße platt waren, ich noch keine Tasche gepackt hatte, geschweige denn, meinen Abschied von Siemens Ltd. Australien vorbereitet hatte. Das alles sollte nun Freitag geschehen. Von letztem Tag auf Schicht merkte ich erstmal nicht viel - musste ja alles noch erledigt werden und auf einmal hieß es dann Evakuierung. *Sirenengheul* Auch das noch, also alle auf dem Parkplatz wie gewohnt versammelt (kommt häufiger mal vor), ein bisschen in der Sonne geschwätzt und schon war alles wieder vorbei. Zum Glück nur eine Übung, denn die Buschfeuer sind nach ausgiebigen Regenfällen in der letzte Woche endlich unter Kontrolle. Und dann war auch schon Zeit für meine Abschiedsveranstaltung. Eigentlich hatte ich vor, mich heimlich und leise aus dem Staub zu machen. So aber nicht mit meiner Chefin und schwups waren 45 Gäste geladen, zu feinem Essen und Kaltgetränken. Und vielen Tränen. *Räusper* Es war trotz sehr viel Arbeit und einigen Nervenverlusten eine schöne Zeit bei der australischen Siemensfamilie, die ich sicher sehr vermissen werde. Ich hoffe wieder einmal mehr, das Sprichwort geht in Erfüllung: man sieht sich immer zweimal bei Siemens. Und wenn ich dafür in Bayswater ein Gepäckband aufbauen muss; ist mir egal, wenns da keinen Flughafen gibt.
Einige Pubdrinks später befanden wir uns wieder in Prahran. Denn am nächsten Morgen bei strömenden Regen begaben wir uns in Richtung Braeside, um mein Surboard in Empfang zu nehmen! Juhu! In der Woche davor hatte ich schonmal angerufen und vorsichtig gefragt, wie denn der Fertigstellungsgrad so ist (dazu bin ich ja nun schon lange genug im Land). "Yes, it's looking really great. You can come anytime, Anke. Looking forward seeing you!" Ich hatte für Freitag dann schon einen Spähtrupp hingeschickt, denn Judith und Mikosch juckte es in den Fingern (so doll, dass auch sie ein weiteres Gepäckstück aquirierten), der mir berichtete, dass mein Brett gut aussähe - aber ein Design darauf konnte nicht festgestellt werden. Jedenfalls war es dann Samstag mittag nach einer Stunde warten trocken, selbstverständlich musste der "Speziallack" erst noch trocknen *MiteinemFingerunterdasAugezeigundverständlichnickend* Nachtigall, ick hör dir trappsen. Ich bin begeistert! Es schiffte weiterhin und stürmte, so dass wir uns gegen Einweihung und für Kaffee auf Aix-au-Chapel entschieden. Und: PACKEN. Es stand nämlich bereits der nächste Programmpunkt an: mein Abschied mit den Mädels. Und was hatte die liebe Jasmin dafür auserkoren? Poledancing. Ja, richtig. Stangentanz. So. Zunächst einmal machten sich Judith und Mikosch jedoch auf die Rückreise, denn ihr Urlaub war nun leider vorbei. Damit ging die Besuchszeit zu Ende - und wieder einmal hab ich mich sehr gefreut, dass ihr da ward! Hoffentlich konntet ihr euch nach dem traurigen und stressigen letzten Jahr gut erholen und Australien hat mit seiner Tiefenentspannung gewirkt!
Zur Vorbereitung des Poledancings gabs Pizza und viel Prosecco. VIEL. Man muss locker sein, an allen Gelenken. Dann gings los, sieben Pole Divas übten schonmal an Straßenschildern. Letztendlich sahen wir eher aus, wie aus einer Adidaswerbung, in Sportklamotten und Stilettos, als wie professionelle Tänzerinnen. Wir fühlten uns wie beim Aerobic - bis wir anfingen, uns um die Stangen zu wickeln und gegenseitig zu bezirzen. Inklusive Federboa und Zylinder machte das einen äußerst guten Eindruck, möchte ich behaupten. Die ein oder andere entdeckte die männliche Seite an sich - und wir alle haben nicht schlecht gestaunt, als die Trainerin dann noch eine Show gab. Meine Herren, ganz schön schwindelerregend. Besonders schwindelerregend war auch das Paket, was ich zum Abschied bekam. Ich sage an dieser Stelle nur soviel: es ist rosa und da drin sind Sachen, die zu diesem Sport passen. Mal sehen, ob das noch ins Gepäck passt.... was für ein lustiger, letzter Mädelsabend! Danke!
Sonntag half alles nix und nach deftigem Frühstück im Orange wurde mein Brett in Torquay standesgemäß in australische Gewässer gelassen. Paella 1 war getauft. Im Meer, unruhig wie in der Waschmaschine, surften wir so unsere ersten Wellen (oder versuchten es). Ein schönes Gefühl. Dann zog ich noch schnell aus 31/20 St. Edmonds Road aus und in Chomley 39 ein und es ging ins Theater zu Alice in Woderland und schon war das Wochenende vorbei. Aber das ist ja einerlei, denn ich hab ja FREIHEI.
Nun genieße ich die wirklich letzten Tage, packe nochmal um (und nein, es passt NICHT alles in zwei Taschen) und mache Fotos bei grauem Himmel, Wind und Regen. Der Kreis schließt sich, man merkt, dass fast ein Jahr vorbei ist.....
In Kürze wieder in Echtformat. Cheers, eure Änk

PS: Jemand Interesse an fluoreszierenden Handschellen?

Im Melbourne Ordner findet ihr die aktuellen Bilder von meinen Abschiedsstreifzügen durch die schönste Stadt Australiens.

2 Kommentare:

Der Ranger hat gesagt…

Hi Aenk,
dann noch frohes Abschied nehmen. Scheisse, oder?

Wir sehen uns in Minga und dann in Nbg.

Gruessle ein letztes mal ausm Westen, um 8 geht naemlich schon mein Flieger:-(
Der Ranger

Anonym hat gesagt…

Die Handschellen nehm ich. Und ich freu mich Dich bald wieder drücken zu können! Juten Flooch.