denn so Freitag mittag vorhätte. Etwas ungewöhnlich Zeit für eine Verabredung dachte ich, aber der gewählte Ort war auch nicht gerade romantisch: der Grill unserer Abteilung. Man hatte sich vorgenommen, mir beizubringen, wie man den australischen Nationalsport durchführt und so lernte ich das Grillen von 50 Spießen, 90 Steaks, 250 Würstchen, 2 Fisch und 4 Veggieburgern. Um am Ende selbst wie ein Burger zu stinken. Aber lustig wars und den Gästen hats geschmeckt, mate!
Es folgten: zwei Tage Dauerregen. Und zwar so doll, dass man teilweise die Hand nicht vor Augen sehen konnte. Aber wir brauchen ja das Wasser.... leider fiel diese ungewohnt lange Regenzeit genau auf den letzten Ausflug der Franke-Stahn-Kombo. Ramona flog Freitag abend aus Sydney ein, damit wir uns gen Osten aufmachen konnten. Mallacoota im Crooajingolong Nationalpark, direkt an der Küste und Grenze zu New South Wales. Für die erste Nacht hatten wir uns im idyllischen Seaspray am längsten Strand der Welt (dem so gennanten 90 mile beach) auf dem Campingplatz eingemietet. Der aufmerksame Leser wird nun sicher merken, dass hier was nicht passt. Das Wetter. Es goss. Es stürmte. Irgendwie fanden wir in den Pfützen in australische
r Finsternis ein Fleckchen Rasen und schlugen das Zelt auf. Schnell in den Schlafsack gemummelt und geschnarcht. So ein Plätschern kann auch beruhigen. Am nächsten Morgen: es goss. Es stürmte. Außer uns waren ungefähr zehn weitere Leute in Seaspray, das seinem Namen alle Ehre machte. Passend zum bisherigen Verlauf unserer Reise hatte ich auch noch den Kocher vergessen. Dafür aber drei Gasflaschen eingesteckt. Kein Kaffee. Meine Laune wurde nicht gerade besser. Was nützt einem der längste Strand der Welt, wenn man nicht mal 20m weit schauen kann?! Schnell weg. Durch Wasserlöcher fuhren wir stumpf weiter an der Küste. Durch Lakes Entrance mit seinen Pelikanen und Urlaubern. Dieser Ort bildet den Beginn der Seen-Landschaft in South Gipsland, wie dieser Fleck in Victoria auch heißt. Man könnte auch Mecklenburger Seenplatte sagen. Der Himmel klarte ein wenig auf. Wir fassten Mut und beschlossen, doch noch das Ziel Mallacoota anzusteuern. Kleine Künstlerstadt in mitten idyllischer Seen. Und so war es denn auch. Durch den Crooajingolong Nationalpark
hindurch und auf einmal war man da, in diesem niedlichen Ferienort, der glaub ich mehr Bootsrampen und definitiv mehr Pelikane als Einwohner besitzt. Wir fanden ein wunderschönes Bed & Breakfast, denn nach zelten war uns doch nicht mehr (Luxusweibchen). Nach einem langen Spaziergang am Strand in einer einstündigen Regenpause zauberten wir in der riesigen Küche ein herrliches Abendessen, dass wir dank eines plötzlichen Wetterumschwungs sogar auf der Veranda am See verspeisen konnten. Eine herrliche Nachtruhe später erwachte ich und dachte, ich träume: die Sonne blinzelte durch die Vorhänge und der See glitzerte. Wieder einmal war man uns gnädig und so kam es, dass wir an der Küste und im Nationalpark einen herrlichen Sonntag verbrachten. Mit vielen Fliegen, der lästigen australischen Landplage, und mit dem Point Hicks. Diese Landzunge war das
Erste, was Herr Cook damals von seiner Endeavour aus von Australien gesehen hat. Und weil sein erster Lieutnant Hicks hieß (man munkelt, er litt an chronischem Schluckauf), heißt das Stückchen mit Leuchtturm auch heute noch so. Ein herrliches Stück Küste in einem der unbekanntesten Nationalparks des Landes, der aber nicht zu unrecht zum Weltkulturerbe gehört. Leider drängte die Zeit und sechs lange Stunden Autofahrt später waren wir wieder in Melbourne.
Das letzte Wochenende mit glücklichem Ausgang der Franke-Stahn-Kombo endete heute morgen um fünf, als Ramona in ihr Taxi zum Flughafen stieg. Für sie geht es nun wieder nach Deutschland, denn ihr Infojahr neigt sich dem Ende zu. Vielen Dank für eine schöne Zeit in Australien, liebes Ramönchen. Und viel Glück bei Deinem Start in der alten Heimat Berlin! Und wenn sie nicht gestorben sind, dann reisen sie noch heute...
Adventsgrüße aus Melbourne von eurer Änk.
PS: Weitere Bilder folgen.

3 Kommentare:
Toll mit was für Männern Du da grillst! :o)))
Ich glaub, ich kann schon die Kiemen & Schwimmflossen an mir wachsen hoeren...
Was werd ich das vermissen!
Liebe Gruesse
Uschi, sei nicht immer so auf die Maenner auf. Bist vergeben ....
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