G’day mates,
So, mal wieder Zeit für ein Update. Ich bin nämlich mittlerweile nicht mehr auf dem wunderschönen Changi Aiport von Singapur sondern im schrägen Melbourne, am Ende der Welt. Das merkt man nicht zuletzt daran, dass es hier nur die Hälfte der Grade und Sonnenscheinstunden Singapurs hat.
Auf dem Weg nach Melbourne habe ich artig Julia’s Rat befolgt und schon mal mein neues zu Hause für das nächste Jahr von oben sehen können. Unglaublich! Rot! Wahnsinn, stundenlang nur ROT!
Entgegen aller Vermutungen bin ich auf meinen Füßen aus dem Flugzeug gestiegen und dabei ist es auch geblieben, man steht also nicht automatisch Kopf. Mein Gepäck musste dann durch die Quarantäneschleuse (per Hund und x-ray), wo geprüft wurde, ob ich Dreck an den Schuhen hatte und ob ich nicht australisches Essen mit einführe. Glück gehabt, der Sauerteig und die Hefe wurden nicht von dem schnüffelnden Etwas entdeckt und los gings – im Linksverkehr mit einem sehr netten Taxifahrer durch die Stadt und wieder raus in die Pampa. Dort sitze ich jetzt. Es sind nur 15 Minuten zur Arbeit, denn die ist ca. 30 km außerhalb von Melbourne. Schöne Natur…
Also jedenfalls schon mal nix mit Postkartenwetter oder draußen in den Cafés sitzen. Frisch ists und regnen tuts – auch von oben nach unten, wie im heimischen Hannover. Naja, für Entspannung an der frischen Luft wäre auch im Moment keine Zeit, denn ich renne von A nach B, um meine Sachen erledigt zu bekommen. Dabei sind einem die arbeitnehmerfreundlichen Öffnungszeiten von 9:00am bis 5:00pm nicht gerade behilflich, denn zufälligerweise decken sich diese mit meiner Kernarbeitszeit. Huch. No worries, dann machen wir das eben in der Mittagspause, denn die ist hier beliebig dehnbar. Das hab ich dann heute auch gleich mal genutzt und bin zum Kraftfahrzeugmeldeamt gefahren. Das heißt hier einfach VicRoads (klingt komisch, is aber so) und eine Ummeldung vom Auto funktioniert ungefähr so:
Nummer ziehen. Als Münchnerin bin ich dann geneigt, schonmal eine etwas längere Wartezeit einzuplanen (man denke an das Kreisverwaltungsreferat) und im Kopf schon mal die zwischenzeitlichen Mittagessen-möglichkeiten zu checken. So, dann Lautsprecher lauschen und nebenbei noch mit drei wildfremden Australiern über ihre Kinder sprechen. Huch, da war doch schon meine Nummer? Aufi geht’s.
„G’day, mate.“
"Hi, how are you?“
“What can I do for you?”
"I would like to transfer the registration of my car.”
“Sure, no problem. Do you have a Victorian driving license on you?”
“No, I only have an international one…”
“No worries, just give me your passport, that will do as well. License plate remains QHM 358. Ok, that’s it. Please pay at the cashier. Thanks. See ya.”
Also, alles kein Problem, nach Bezahlung einer exorbitant hohen Ummeldegebühr no worries. Das ist wirklich beachtlich, es funktionert alles und dabei sind alle unglaublich gelassen. Dabei waren die Papiere (Kaufvertrag und andere Zertifikate) längst abgelaufen. Aber gut, gelassen und sehr sehr feundlich läufts. Es haben dabei auch wirklich alle ihren Spaß, ich habe noch keinen Australier mit bösem Gesicht gesehen. Heute hat mich der Parkplatzwächter von Siemens ein wenig besorgt angesprochen, ob das denn nun mein Autochen sei, dass ich da führe. Das hätte nämlich verdammt lange auf dem Parkplatz gestanden und sie hätten sich ernsthafte Sorgen gemacht, dass da jemand drin wohnen würde oder es so abgestellt und verlassen hätte. Meine Vorgängerin hatte es dort für mich stehen gelassen inkl. einiger anderer Utensilien, wie z.B. Küchensachen und Bettzeug. Als ich sagte, dass das meins sei, sagte er, ah, no worries, ok. Als ich das in der Abteilung erzählte, wussten auch auf einmal alle, um welches Auto es ging. Lustig ne? Das sollte mal in der Tiefgarage der Hofmannstraße in München passieren… :-)
Also das Auto, das ist ja sowieso sone Geschichte. Meine größte Sorge war ja der Linksverkehr. Wie sich herausgestellt hat, ist dem gar nicht so schlimm, es funktioniert fast ganz von alleine. Etwas schwieriger ist allerdings das Manövrieren mit dieser RIESEN-kutsche im Allgemeinen. Fotos folgen. Ich glaube, es ist sogar noch länger als Papas Volvo. Mein lieber Herr Gesangverein. Da muss ich ein wenig aufpassen. Aber passt gut was rein und schlafen kann man da auch mal drin.
Nun steht neben vielen kleinen Dingen (Bank, Handy, Versicherungen, …) noch die Wohnungssuche auf meiner Liste. Antonia, eine Informandin aus dem Jahrgang 10/2007, wird vielleicht ihre Wohnung demnächst räumen, so dass ich da hin ziehen könnte. Bis dahin halte ich mich mal mit Maklern zurück und bleibe im schönen Wantirna South in the middle of nowhere. In jedem Fall habe ich mich schon entschieden, jeden Tag die Fahrtzeit aus der Stadt nach Bayswater (Siemens) auf mich zu nehmen. Das ist so ca. 1 Std. in jede Richtung. Also wenns über Antonia nicht klappen sollte, dann suche ich in der Gegend auch etwas. Die Stadtteile, die ich mir ausgesucht habe, sind St. Kilda (am Strand), Prahran (daneben, direkt am St. Albert Park, gut was los) und South Yarra (direkt am Fluss, gut zum Joggen). We will see. Am Sonntag war ich schon mal zu einem kurzen Bummel in der Stadt und habe dabei gleich die Bewohner des St. Kilda Pier’s getroffen – eine der kleinsten Pinguinsorten der Welt nistet dort!
Auf der Arbeit läuft alles bestens, meine Kollegen sind wirklich sehr sehr nett. Besonders meine Chefin, die sich gut um mich kümmert und bei der ich am Sonntag gleich erstmal zum Essen eingeladen bin. Da freut sich die Anke (mein Name wird hier übrigens schon wieder anders ausgesprochen, bei Starbucks haben sie gleich am ersten Tag ÄÄÄÄnkiiie gebrüllt und dabei ist es dann auch geblieben…). Leider sind nicht mehr so viele andere Praktikanten hier, wir sind nur noch mit vier Mädels hier vertreten. Aber zu den Australiern bekommt man recht gut Kontakt, so dass es wohl nicht langweilig wird. Verglichen mit Beijing ist das allerdings schon komplett anders. Was wohl aber auch an Land und Leuten liegen mag ... :-)
So, nun habe ich aber wirklich viel geschrieben. Dazu noch ein paar Bilder aus Berlin und von meiner Abschiedsfeier in Münchener Café Voilà. Aktuelle Bilder von meinem Haus, meinem Auto und meinem Boot folgen in den nächsten Tagen, versprochen.
Cheers,
Änk
So, mal wieder Zeit für ein Update. Ich bin nämlich mittlerweile nicht mehr auf dem wunderschönen Changi Aiport von Singapur sondern im schrägen Melbourne, am Ende der Welt. Das merkt man nicht zuletzt daran, dass es hier nur die Hälfte der Grade und Sonnenscheinstunden Singapurs hat.
Auf dem Weg nach Melbourne habe ich artig Julia’s Rat befolgt und schon mal mein neues zu Hause für das nächste Jahr von oben sehen können. Unglaublich! Rot! Wahnsinn, stundenlang nur ROT!

Entgegen aller Vermutungen bin ich auf meinen Füßen aus dem Flugzeug gestiegen und dabei ist es auch geblieben, man steht also nicht automatisch Kopf. Mein Gepäck musste dann durch die Quarantäneschleuse (per Hund und x-ray), wo geprüft wurde, ob ich Dreck an den Schuhen hatte und ob ich nicht australisches Essen mit einführe. Glück gehabt, der Sauerteig und die Hefe wurden nicht von dem schnüffelnden Etwas entdeckt und los gings – im Linksverkehr mit einem sehr netten Taxifahrer durch die Stadt und wieder raus in die Pampa. Dort sitze ich jetzt. Es sind nur 15 Minuten zur Arbeit, denn die ist ca. 30 km außerhalb von Melbourne. Schöne Natur…
Also jedenfalls schon mal nix mit Postkartenwetter oder draußen in den Cafés sitzen. Frisch ists und regnen tuts – auch von oben nach unten, wie im heimischen Hannover. Naja, für Entspannung an der frischen Luft wäre auch im Moment keine Zeit, denn ich renne von A nach B, um meine Sachen erledigt zu bekommen. Dabei sind einem die arbeitnehmerfreundlichen Öffnungszeiten von 9:00am bis 5:00pm nicht gerade behilflich, denn zufälligerweise decken sich diese mit meiner Kernarbeitszeit. Huch. No worries, dann machen wir das eben in der Mittagspause, denn die ist hier beliebig dehnbar. Das hab ich dann heute auch gleich mal genutzt und bin zum Kraftfahrzeugmeldeamt gefahren. Das heißt hier einfach VicRoads (klingt komisch, is aber so) und eine Ummeldung vom Auto funktioniert ungefähr so:
Nummer ziehen. Als Münchnerin bin ich dann geneigt, schonmal eine etwas längere Wartezeit einzuplanen (man denke an das Kreisverwaltungsreferat) und im Kopf schon mal die zwischenzeitlichen Mittagessen-möglichkeiten zu checken. So, dann Lautsprecher lauschen und nebenbei noch mit drei wildfremden Australiern über ihre Kinder sprechen. Huch, da war doch schon meine Nummer? Aufi geht’s.
„G’day, mate.“
"Hi, how are you?“
“What can I do for you?”
"I would like to transfer the registration of my car.”
“Sure, no problem. Do you have a Victorian driving license on you?”
“No, I only have an international one…”
“No worries, just give me your passport, that will do as well. License plate remains QHM 358. Ok, that’s it. Please pay at the cashier. Thanks. See ya.”
Also, alles kein Problem, nach Bezahlung einer exorbitant hohen Ummeldegebühr no worries. Das ist wirklich beachtlich, es funktionert alles und dabei sind alle unglaublich gelassen. Dabei waren die Papiere (Kaufvertrag und andere Zertifikate) längst abgelaufen. Aber gut, gelassen und sehr sehr feundlich läufts. Es haben dabei auch wirklich alle ihren Spaß, ich habe noch keinen Australier mit bösem Gesicht gesehen. Heute hat mich der Parkplatzwächter von Siemens ein wenig besorgt angesprochen, ob das denn nun mein Autochen sei, dass ich da führe. Das hätte nämlich verdammt lange auf dem Parkplatz gestanden und sie hätten sich ernsthafte Sorgen gemacht, dass da jemand drin wohnen würde oder es so abgestellt und verlassen hätte. Meine Vorgängerin hatte es dort für mich stehen gelassen inkl. einiger anderer Utensilien, wie z.B. Küchensachen und Bettzeug. Als ich sagte, dass das meins sei, sagte er, ah, no worries, ok. Als ich das in der Abteilung erzählte, wussten auch auf einmal alle, um welches Auto es ging. Lustig ne? Das sollte mal in der Tiefgarage der Hofmannstraße in München passieren… :-)
Also das Auto, das ist ja sowieso sone Geschichte. Meine größte Sorge war ja der Linksverkehr. Wie sich herausgestellt hat, ist dem gar nicht so schlimm, es funktioniert fast ganz von alleine. Etwas schwieriger ist allerdings das Manövrieren mit dieser RIESEN-kutsche im Allgemeinen. Fotos folgen. Ich glaube, es ist sogar noch länger als Papas Volvo. Mein lieber Herr Gesangverein. Da muss ich ein wenig aufpassen. Aber passt gut was rein und schlafen kann man da auch mal drin.
Nun steht neben vielen kleinen Dingen (Bank, Handy, Versicherungen, …) noch die Wohnungssuche auf meiner Liste. Antonia, eine Informandin aus dem Jahrgang 10/2007, wird vielleicht ihre Wohnung demnächst räumen, so dass ich da hin ziehen könnte. Bis dahin halte ich mich mal mit Maklern zurück und bleibe im schönen Wantirna South in the middle of nowhere. In jedem Fall habe ich mich schon entschieden, jeden Tag die Fahrtzeit aus der Stadt nach Bayswater (Siemens) auf mich zu nehmen. Das ist so ca. 1 Std. in jede Richtung. Also wenns über Antonia nicht klappen sollte, dann suche ich in der Gegend auch etwas. Die Stadtteile, die ich mir ausgesucht habe, sind St. Kilda (am Strand), Prahran (daneben, direkt am St. Albert Park, gut was los) und South Yarra (direkt am Fluss, gut zum Joggen). We will see. Am Sonntag war ich schon mal zu einem kurzen Bummel in der Stadt und habe dabei gleich die Bewohner des St. Kilda Pier’s getroffen – eine der kleinsten Pinguinsorten der Welt nistet dort!Auf der Arbeit läuft alles bestens, meine Kollegen sind wirklich sehr sehr nett. Besonders meine Chefin, die sich gut um mich kümmert und bei der ich am Sonntag gleich erstmal zum Essen eingeladen bin. Da freut sich die Anke (mein Name wird hier übrigens schon wieder anders ausgesprochen, bei Starbucks haben sie gleich am ersten Tag ÄÄÄÄnkiiie gebrüllt und dabei ist es dann auch geblieben…). Leider sind nicht mehr so viele andere Praktikanten hier, wir sind nur noch mit vier Mädels hier vertreten. Aber zu den Australiern bekommt man recht gut Kontakt, so dass es wohl nicht langweilig wird. Verglichen mit Beijing ist das allerdings schon komplett anders. Was wohl aber auch an Land und Leuten liegen mag ... :-)
So, nun habe ich aber wirklich viel geschrieben. Dazu noch ein paar Bilder aus Berlin und von meiner Abschiedsfeier in Münchener Café Voilà. Aktuelle Bilder von meinem Haus, meinem Auto und meinem Boot folgen in den nächsten Tagen, versprochen.
Cheers,
Änk

3 Kommentare:
Hey ÄÄÄÄnkiiie,
Uschi sagt lieb danke für die Bilder und drückt Dich aus der Ferne!!! Ich hoffe es geht Dir gut!
:o*
Hi Anke,
Ich bin ne Freundin von Tobias, den dürfteste in Berlin kennen gelernt haben... und noch für ne Woche in Melbourne.
Da ich schon seit letztem Jahr September hier bin, kann ich dir vielleicht mit irgendwas behilflich sein.
Oh Gott, dieses Land, seine Menschen und deren Umgangsformen stecken so an. Es ist grässlich wie hilfsbereit man auf einmal wird. =)
Sollteste interesse haben, meld dich einfach auf meinem Blog.
Liebe Grüße
Angela
Hallo Anke,
sag mal, sitzt da im Berliner Cafe mein Herr und Meister der Herr Löscher oder habe ich als z.Z. Hausfrau einfach nur Sehnsucht nach meiner 2. Familie und halluziniere schon? ;)
Viel Spaß noch und viele Grüße,
Corinna
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